„Abschied vom Kleingeld“ in Karl Leisners Heimatstadt Kleve

ReichspfennigDie F.A.Z. vom 23. Januar 2016 berichtete über das Vorhaben unter der Überschrift „Der Abschied vom Kleingeld – Im niederrheinischen Kleve nehmen Händler keine kleinen Cent-Münzen mehr. Die Aktion kommt mitten in einer Debatte ums Bargeld – belebt vom Chef der Deutschen Bank John Cryan“.

Link zum Artikel

Foto Wikimedia Commons

Über die von John Cryan auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vorgetragenen Absichten brachte die F.A.Z. am 21. Januar 2016 einen Artikel mit dem Titel „Cryan zweifelt an der Zukunft des Bargelds – Der Ko-Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank blickt in Davos weit in die Zukunft“.

Auch die Lokalpresse von Kleve hatte schon zuvor über die Pläne berichtet.

siehe folgende Links:

Link zur RP ONLINE vom 28. Oktober 2015

Link zur RP ONLINE vom 21. Januar 2016

Link zur RP ONLINE vom 22. Januar 2016

Familie Wilhelm Leisner mußte sparsam leben, so lernte auch Karl Leisner schon früh, sorgsam mit seinem Geld umzugehen. Er lebte nach dem Grundsatz „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert“.[1]

[1]    Ein ähnlicher Spruch findet sich auch bei Martin Luther (1483–1546): „Wer den Pfennig nicht achtet, der wird keines Guldens Herr.“ Er soll ihn mit Kreide hinter seinen Ofen geschrieben haben.

Ein Beispiel für Karl Leisners Sparsamkeit geben zwei Postkarten von Deutschland nach Nijmegen/NL an Corry Paanaker, geb. von Roessel, die Freundin seiner Mutter, und deren Sohn Gerrit. Damals war das Porto innerhalb einer 30-Kilometer-Zone – auch länderüber­greifend (Grenzverkehr) – billiger. Somit sorgte Karl Leisner dafür, daß seine Post, die er in Münster geschrieben hatte, in Kleve eingeworfen wurde.

Sonntag, 5. Juni 1938, Pfingst­sonntag
Karl Leisner aus Münster, Ansichtskarte „Geweihte Landschaft im Nikolaital bei Zermatt (Jugendhaus Düsseldorf) an Corry und Gerrit Paanakker in Nijmegen[1]:

[1]    Von dieser Karte existiert nur eine Kopie. Sie ist am 6.6.1938 in Kleve abgestempelt. Karl Leisner hat sie entweder seinem Freund Fränz Ebben oder seinen Schwestern, die ihn in Münster besucht hatten, mitgegeben.

Paanakker3Paanakker4

 

 

Grenzverkehr
Frau Corry Paanakker + Gerrit P.
Nijmegen Broerdijk 42
Liebe Tante Corry, lieber Gerrit!                          Münster, an Pfingsten 1938
Fränz hat mich auf einer Fahrt von Dülmen aus besucht. Das war ein feines Zusammentreffen. Wir dachten an Euch und grüßen Euch im Hei­ligen Geist und in herzlicher Freude. Euer Karl

Frohen Fahrtengruß und Grüße aus Münster Fränz

Samstag, 27. Mai 1939
Karl Leisner aus Münster (Überwasserkirchplatz 3), Fotokarte mit italieni­scher Madonna, an Corry und Gerrit Paanakker – v. Roessel in Nijmegen[1]:

[1]    Auch von dieser Karte existiert nur eine Kopie. Sie ist am 28.5.1939 in Kleve abgestempelt. Vermutlich hat Karl Leisner Besuch aus Kleve gebeten, sie zum Abschicken bei seiner Familie in Kleve abzugeben.

Paanakker_Karte1Paanakker_Karte2

 

 

 

Liebe Tante Corry und lieber Gerrit!
Vielen Dank für die Nachricht vom Tode Frl. M. v. d. Rs. [? v. d. Rijswijk] – Wie geht es Euch Lieben? Hier leben wir still und friedvoll. – Zum Pfingstfest wünsche ich Euch recht viel Freude und Sonne draußen und drinnen.
Mit frohem Maiengruß Euer Karl!

Frohe Pfingstgrüße und beste Wünsche auch von mir!
Paul W.
und Heinz D.
Vielleicht ist die Zeit gar nicht mehr so fern, daß wir plötzlich vor der Türe stehn.
Herzlichen Pfingstgruß Willi [Leisner] jun., bin hier in Kleve in Urlaub.

Wie damals üblich führte auch Karl Leisner ein Kassenbuch, in dem er bis auf den Pfennig genau Rechenschaft über seine Einnahmen und Ausgaben ablegte.

Kassenbuch