Altenberge: Karl-Leisner-Haus

Altenberge 14Das Karl-Leisner-Haus in Altenberge an der Boakenstiege 3 liegt im Zentrum der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist[1]. Es wurde 1979 errichtet und auf Vorschlag der Pfarrgemeinde nach Karl Leisner benannt.

[1]    Die zwei Kirchengemeinden St. Johannes Baptist in Altenberge und St. Johannes Nepomuk in Altenberge-Hansell sind zum 9. November 2009 zu einer neuen Kirchengemeinde unter dem Namen St. Johannes Baptist in Altenberge zusammengelegt worden.

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Gegenüber der Pfarrkirche St. Johannes Baptist führt von der Kirchstraße aus ein Fußweg am Pfarrhaus vorbei zum Karl-Leisner-Haus, dem Pfarrzentrum der Gemeinde, im täglichen Gebrauch auch KLH genannt. Das Gebäude wird sowohl als Pfarrheim als auch als K. o. T.-Jugendheim („Kleine offene Tür“-Jugendheim) genutzt.

 

 

 

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Im äußeren Eingangsbereich zum Pfarrheim hängt das sogenannte „Pulloverbild“[1] von Karl Leisner. Sein ernster, nachdenklicher Blick begleitet den Besucher.

[1]    Am 15.12.1944, zwei Tage vor der Priesterweihe Karl Leisners, wurden im Priesterblock des KZ Dachau durch Pater Sales Heß OSB heimlich Fotos von Karl Leisner gemacht. Es existiert nicht nur ein Bild von Karl Leisner im roten Meß­gewand, in dem er am Fest des ersten Martyrers Ste­phanus seine erste und einzige heilige Messe feierte, sondern auch ein Foto, das ihn in einem Pullover zeigt. Sein Mithäftling Pfarrer Josef Albinger aus Fulda zog sich im SS-Magazin insge­heim mehrere Pullover übereinander und verteilte sie dann an schwerkranke KZ-Insassen. Einen davon gab er dem an Lungen-Tbc leidenden Diakon Karl Leisner mit den Worten: „Weil Du immer so frierst.“ Die Pullover hatte man den als Kriegsge­fange­ne ins KZ Dachau gebrachten italienischen Soldaten abgenom­men.

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Genutzt wird dieser Bereich für Pfarrversammlungen, Elternabende und sonstige gemeindliche Treffen sowie von den verschiedenen Gruppen und Vereinen der Pfarrgemeinde, wie dem Kirchenchor, der Frauengemeinschaft, den Messdienern und Pfadfindern, sowie der Katholischen Landjugendbewegung.

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Von der Boakenstiege aus sind die Pfarrbücherei und das K. o. T. – Jugendheim zugänglich. Träger des Jugendheims ist die Kirchengemeinde St. Johannes Baptist. Es ist ein Treffpunkt für Kinder und Jugendliche in Altenberge, in dem diese u. a. Spiele ausprobieren oder Musik hören, aber auch Billard, Tischtennis oder Kicker spielen können. Darüber hinaus werden ein Offener Treff, ein Internet-Café, ein Job-Office, Schülerhilfe usw. angeboten. Es gibt einen Mädchen- und auch einen Jungentag. Eine Heimleiterin begleitet die Kinder und Jugendlichen.

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Den Aufzeichnungen Karl Leisners ist nicht zu entnehmen, dass er die Gemeinde Altenberge kennengelernt hat oder eine sonstige Beziehung zu dem Ort hatte. Er kannte nur einen Franz Vesper aus Altenberge, der aber kein Theologe war.

Tagebucheintrag

Münster, Samstag, 23. Juni 1934
Nach dem Abend­essen Spaziergang – Domplatz mit Ludger Wedding – Raesfeld, Franz Vesper – Altenberge und dem „Mann mit dem Kasperlegesicht“, Bernhard Koch – Benteler bei Warendorf. Wir vier steigen dem zu Bett lie­genden Her­mann Wegmann – Rüstringen [Oldenburg] auf die Bude und unterhalten ihn ein wenig. – 22.05 Uhr in die Falle!

Text und Fotos Christa Bockholt