Auch Karl Leisner hatte Freude an den „Galgenliedern“ von Christian Morgenstern

MorgensternChristian Morgenstern (* 6.5.1871 in München, † 31.3.1914 in Meran/Merano/I) – Dich­ter u. Schriftsteller

Windgespräch
Hast nie die Welt gesehn?
Hammerfest – Wien – Athen?“
„Nein, ich kenne nur dies Tal,
bin nur so ein Lokalwind –
kennst du Kuntzens Tanzsaal?“
„Nein, Kind.
Servus! Muß davon!
Köln – Paris – Lissabon.

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Unter dem Titel „Christian Morgenstern: ‚Windgespräch’ – Seine „Galgenlieder“ gehören zum Witzigsten, was die deutsche Sprache hervorgebracht hat. Dieses Gedicht aus Christian Morgensterns Nachlass zielt auf die Absurdität des Reisens.“ brachte die F.A.Z. am 28. August 2015 einen Bericht von Jochen Jung.

Link zur F.A.Z. vom 28. August 2015

Karl Leisner schrieb am 25. Mai 1933 in sein Tagebuch:
[Kaplan Leo] Schmitz verzapft wieder Witze 1.) Aus Morgen­­sterns Galgenliedern […]

Das oben zitierte Gedicht hat Karl Leisner, falls er es kannte, gewiß besonders gut gefallen; denn in seinem Eintrag vom 29. März 1938 ins Gäste­buch von Familie Joseph Ruby in Freiburg bezeichnete er sich selbst als Mitglied des Ordens der trampenden Brüder:

Ruby1938

Nach dem Introitus [Abschlußexamen] hier 10 Tage Frühling. – Jetzt geht’s p. A. [per Anhal­ter] ins [Prie­ster-]Seminar [in Münster].
Vergelt’s Gott! Karl L. Ordo fratr[um] traempo­rum [Orden der trampenden Brüder] (alias: Bleyle[1]).

[1]    Da Karl Leisner häufig einen Bleyle-Anzug trug, hatte er bei Familie Joseph Ruby den Spitznamen Bleyle.

siehe auch Aktuelles vom 1. Juli 2014