„Das Antlitz der Heiligen führt zu Gott“

HelloErnst (Ernest) Hello (* 4.11.1828 in Lorient/Morbihan/F, † 15.4.1885 ebd.) – Schrift­steller u. Philo­soph

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Unter obiger Überschrift veröffentlichte Alexander Pschera in der Zeitung „Die Tagespost“ vom 18. April 2015 einen Artikel zu Ernst Hello.

Link zur Zeitung „Die Tagepost“ vom 18. April 2015

 

Hello_BuchHello, Ernst
Les Physionomies des saints (1858)
Übersetzung ins Deutsche:
Heiligengestalten, Leipzig 1934 (zit. Hello 1934)

Ernst Hello verfaßte Kurzbiographien zu 35 Heili­gen.

 

Karl Leisner hat sich mit den Heiligengestalten bei Ernst Hello intensiv beschäftigt.

Münster, Dienstag, 22. Januar 1935
Da kommt mir noch’n Gedanke: Was schreibst du da Großes und Schönes, heimlich tief drinnen im Herzen wirst nicht gar stolz drüber – nein! Das soll nicht und will ich nicht! Immer de­mütiger und dank­barer werden, wie die Weisen aus dem Morgenland ( Hello „Heiligen­ge­stal­ten“) und wie’s uns unser lieber „Chef“ [Direktor] Franz Schmäing so fein in der Konferenz am Montagmorgen sagte.
Kind werden und bleiben: Demütig und rein und
voll der Heiligkeit und Heiterkeit in Gott, dem Dreifaltigen,
in dem ewigen gütigen Vater,
in Sei­nem ewigen Sohn,
der uns durch Maria erlöste[1],
und in Seinem Heiligen Geiste,
der uns durchdringt und
alles um uns!
Kosmos, Harmonie,
heilige Ord­nung! Amen! Alleluja,
Und nun: Gut’ Nacht!

[1]    Jesus Christus ist der Erlöser. Zuerst und stellvertretend für uns alle hat er Maria erlöst. Sie ist die erste, die geglaubt hat und die ihr FIAT (es geschehe) sprach.

Bücherlese vom 22. Januar 1935
Ernst Hello: Heiligengestalten.
Gestern das herrliche cap. über die heiligen drei Könige.[1]
Heute „Die Bekehrung des heiligen Paulus“.[2]
„Im allgemeinen feiert die Kirche das Fest eines Heiligen nur an seinem Todestag, denn das ist für sie sein wahrer Geburtstag. … Sie feiert die Bekeh­rung des heiligen Paulus. … Die Bekehrung des heiligen Paulus geschieht plötzlich, sie ist vollkommen, endgültig, großartig. Sie kommt über ihn wie ein Blitz­strahl, sie ist unsterblich wie die Freude der Auserwählten. Sie hat den Zauber der Plötzlichkeit, den Zauber der Fülle und den Zauber der Dauer.“[3]
„Der heilige Augustin mußte einem Buch folgen (tolle, lege [nimm, lies]
[4]), die Weisen einem Stern, der heilige Paulus dem Blitz.“[5]

[1]    Hello 1934: 11–19

[2]    a. a. O.: 19–28

[3]    a. a. O.: 19

[4]    Dieses Wort hörte Augustinus von einem Kind und schlug daraufhin die Bibel auf und las einen für ihn wichtigen Text (s. Bekenntnisse VIII, 12).
Augustinus, Aurelius (Augustin) von Hippo: Bekenntnisse [Confessiones]. Lateinisch und deutsch, Frankfurt/M. 1987

[5]    Hello 1934: 23

Münster, Sonntag, 27. Januar 1935
Nach der heiligen Beichte und der feinen Lesung aus Hello: Heili­genge­stalten über Johannes Chrysostomus [S. 28–50] und Franz von Sales [S. 50–64] am Samstag in rechter Einstimmung auf das Ewiggebet einge­schlafen.

Münster, Samstag, 1. Juni 1935
1. Woche.
a) Bücher der Woche:
Zu Ende bekommen!: Hello „Heiligengestalten“.

Münster, Dienstag, 4. Juni 1935
Für morgen früh:
[…]
4.) Si possibile [wenn möglich]: Geschichte der Philosophie und Psycholo­gie. Kurzschrift
/ Lesen: Hello [Heiligengestalten]

Leserbrief von Dr. Andreas Kuhlmann zum obigen Artikel

Karl Leisner wäre mit dem Inhalt des Leserbriefes voll einverstanden. Seine Tagebuchnotizen zeigen, wie sich sein Gedanke, ein Heiliger zu werden, mehr und mehr verfestigt. Er gipfelt im Rückblick auf seine Exerzitien 1931 in Gerleve in den Einträgen vom 3. November 1937 und 1. Juli 1938:
Entweder Schuft oder Heili­ger!

Ein ausführlicher Beitrag zur Entwicklung des Gedankens folgt an Karl Leisners 70. Todestag, dem 12. August 2015.

Link zum Leserbrief von Dr. Andreas Kuhlmann von Klaus B. Haber

Link zum Leserbrief von Dr. Andreas Kuhlmann von P. Dr. Andreas Kramarz LC

Link zum Leserbrief von Dr. Andreas Kuhlmann von Dr. Harald Schätz