Ergänzungen zur Lebens-Chronik zu Karl Leisner XXVI

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Neben den Untergruppen „Termine“ und „Nachrufe“ in der Rubrik Aktuelles gibt es als weitere Untergruppe „Ergänzungen“. Dort wird vermerkt, was von Lesern der Lebens-Chronik an Ergänzungen bzw. Richtigstellungen eingeht.

 

Foto Joachim Albrecht / medienflotte.de

„Haus Kinderglück“ von Familie Ruby existiert nicht mehr

Ergänzung zu Band V, S. 3560

Haus Kinderglück
Inschrift über der Haustür von Familie Joseph Ruby in Freiburg/Br., Neumattenstr. 18 – Inzwi­schen ist das Haus durch einen Neubau ersetzt.
Foto: s. Lebens-Chronik Bd. II: 1290

Kinderglück

Dr. Karl-Ernst Friederich, von 2009 bis 2015 Vorsitzender des Bürgervereins Oberwiehre-Waldsee (Freiburg/Br.):
Dieses Haus existiert leider nicht mehr; es wurde 2011 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

 

 

20160402_160943Dr. Karl-Ernst Friederich: [In der Anlage finden Sie den] Brief der Nachbarn, als es um den Abriss der Doppelhaushälfte Ruby ging. Sie können daraus ersehen, dass der tatsächliche Neubau wesentlich besser ausgefallen ist als der ursprüngliche Entwurf, auch ein Erfolg des Bürgervereins.

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1290_FamilieRuby_bDr. Karl-Ernst Friederich:
Dr. Josef Ruby hat am 31.10.1928 einen Erbbauvertrag mit der Stadt über das Grundstück in der Neumattenstraße 20 geschlossen. Die Baupläne wurden am 20.11.1928 vom (staatlichen) Bezirksamt genehmigt. Erstmals erscheint das Haus im Adressbuch 1929/30; seinerzeit gab es erst 4 Häuser in dieser Straße. Um 1931 erhielt das Haus die Hausnummer 18. Am 15.12.1938 erfolgte durch Grundstückskauf die Ablösung des Erbbauvertrages.

 

Ergänzung zu Band V, S. 4074

Ruby, Joseph sen.
Dr. rer. pol. Joseph Ruby (* 1885 in Mechernich, † 1960) – Während seiner Schulzeit lebte er bei den Steyler Missio­naren im Internat und wollte ursprünglich Priester werden. Er war kul­tur­politischer Redak­teur bei der „Germania“ in Berlin. Dort lernte er im Zu­sammenhang mit der Trinkerfür­sorge im Kreis um Dr. Carl Sonnenschein Elisabeth Poensgen kennen. Sie heirateten am 2.2.1912 in Berlin. Die Eltern Poensgen ka­men nicht zur Hochzeit, weil sie der Ehe mit ei­nem Akademiker mißtrauten. Das junge Paar ließ sich einen runden Tisch für 14 Perso­nen anfer­tigen und meinte: „Der wird voll!“

Ergänzungen laut Informationen von Dr. Karl-Ernst Friederich

Dr. rer. pol. Joseph Ruby (* 3.2.1885 in Emmendingen, † 9.7.1960 in Freiburg/Br.) – Während seiner Schulzeit lebte er bei den Steyler Missio­naren im Internat und wollte ursprünglich Priester werden. 1904 machte er Abitur am Berthold-Gymnasium in Freiburg/Br. und begann 1905 das Studium der Theologie an der Universität Freiburg/Br. Danach studierte er dort Volkswirtschaft, promovierte 1911 bei Prof. Dr. Schulze-Gaevernitz und wurde 1913 kul­tur­politischer Redak­teur bei der „Germania“ (Zentrum) in Berlin. Dort lernte er im Zu­sammenhang mit der Trinkerfür­sorge im Kreis um Dr. Carl Sonnenschein Elisabeth Poensgen kennen. Sie heirateten am 2.2.1912 in Berlin. Die Eltern Poensgen ka­men nicht zur Hochzeit, weil sie der Ehe mit ei­nem Akademiker mißtrauten. Das junge Paar ließ sich einen runden Tisch für 14 Perso­nen anfer­tigen und meinte: „Der wird voll!“ 1914 bis 1919 war Joseph Ruby Kriegsteilnehmer als Reserveoffizier.
Um 1929/1930 zog Ehepaar Ruby in Freiburg/Br. in das Haus Neumattenstr. 20 (seit ca. 1931 Nr. 18) und brachte über der Haustür die Inschrift „Haus Kinderglück“ an.

Heiratseintrag Ruby im Heiratsregister

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1290_Neumattenstr_aDr. Karl-Ernst Friederich:
Die Neumattenstraße ist nach wie vor recht ruhig und attraktiv für Familien mit Kindern. Zwischen dieser Straße und der Dreisam befindet sich seit 1954 das (altsprachliche) Bertholdgymnasium, meines Wissens die Schule von Dr. Ruby. Sie war bis 1944 in der Innenstadt und wurde im Krieg völlig zerstört.

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Nachdem Karl Leisner in seinen Freisemestern in Freiburg vom 31. März 1936 bis zum 6. Januar 1937 zunächst in der Hansjakobstr. 43 bei Familie Köbele gewohnt hatte, zog er zu Familie Ruby, Neumattenstr. 18.

 

1275_FamRubyFamilie Ruby mit einem Primizianten, der bei ihnen als Student gewohnt hat. Wäre Karl Leisner nicht an den Folgen seiner KZ-Haft gestorben, hätte es vermutlich ein ähnliches Foto mit ihm und Familie Ruby gegeben.

 

 

 

Ergänzung zu Band V, S. 4076

Ruby, Rudolf
Rudolf Ruby (* 18.4.1927) – Er lebte zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wie seine Ge­schwister Heribert, Peter und Maria in Radolfzell bei seinen Geschwistern Karl und Elisa­beth. Mit seiner eigenen Familie wohnte er später im Elternhaus in Freiburg/Br.

Ergänzungen laut Informationen von Dr. Karl-Ernst Friederich

Rudolf Ruby (* 18.4.1927, † 25.10.2014) – Er lebte zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wie seine Ge­schwister Heribert, Peter und Maria in Radolfzell bei seinen Geschwistern Karl und Elisa­beth. Mit seiner eigenen Familie wohnte er später im Elternhaus in Freiburg/Br, Neumattenstr. 18. Nach dem Verkauf des Hauses zog er nach Freiburg-Littenweiler.

Ergänzung zu Band V, S. 4074

Franz Ruby (* 29.3.1922) – Priesterweihe 6.7.1947 – Karl Leisner im Jungmanns­kalender 1939: Frz. [Franz] Ruby – PL St’gt [Stuttgart] – 06613

Ergänzungen laut Informationen von Dr. Karl-Ernst Friederich

Franz Ruby (* 29.3.1922 in Freiburg/Br., † 8.4.2012 in Fürstenberg „am Abend des Ostersonntag“) – Priesterweihe 6.7.1947 – ab 1956 Pfarrer in Fürstenberg [Ortsteil von Hüfingen im Schwarzwald-Baar-Kreis]

siehe auch Aktuelles vom 9. Oktober 2015

Aktuelles vom 14. Juni 2013

und

Aktuelles vom 15. Januar 2012