Fronleichnamsprozessionen 1935 bis 1939 in Kleve

foto_aufreisserIm Rundbrief des IKLK Nr. 37 – Februar 1998 ist auf den Seiten 58 bis 74 dokumentiert, wie Karl Leisner ab 1928 die Fronleichnamsprozessionen in Kleve in seinen Tagebüchern beschrieben und entsprechende Zeitungsausschnitte eingeklebt hat.

1934 befand er sich zum Studium in Münster, wo die Prozession an Fronleichnam nur jeweils in den einzelnen Pfarreien stattfand. Am Fronleichnamstag, dem 31. Mai 1934, machte er nur einen kurzen Tagebucheintrag über die Prozession in der Dompfarre, klebte aber über das Ereignis in Kleve, wo die Prozession traditionsgemäß am Sonntag nach Fronleichnam stattfindet, einen langen Artikel aus der Zeitung Der Volksfreund vom 4. Juni 1934 ein. Diesem großen Ereignis in Kleve entspricht in Münster, die auf ein Gelübde von Domkapitel und Stadtrat im Jahre 1383 nach schweren Brand- und Pestkatastrophen zurückgehende „Große Prozession“, über die er am 9. Juli 1934 ausführlich in seinem Tagebuch berichtet.

Siehe Rundbrief Nr. 37.

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Hans-Karl Seeger:
„Heute war die große Prozession“. Fronleichnam in Kleve im Erleben Karl Leisners. In: Kalender für das Klever Land auf das Jahr 1999, Kleve 1998: 120–133

Kalender

 

Durch Fotos mit Unterschriften aus einem Album von Ursula Peetz[1] werden die Artikel plastischer und anschaulicher. Zeugnisse aus einer Zeit, die wir uns heute kaum noch vorstellen können.

[1] Ur­sula Peetz, geb. Nielen (* 23.11.1921 in Emmerich am Rhein, † 1.10.2002) – Heirat mit Gerhard Peetz (* 8.10.1922, † 24.10.1989) – von 1975 bis zum Tod Schatzmeisterin im IKLK – Im Seligsprechungsprozeß für Karl Leisner hat sie 1981 als Zeugin ausgesagt.

Die große Klever Fronleichnamsprozession vor dem II. Weltkrieg – Bilder aus den Jahren 1935–1939

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Der erste Segensaltar stand auf der Hagschen Straße vor der Lebens- und Tabakwarenhandlung Mertens (heute gegenüber der Sparkasse)

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Schüler der Unterstadt – Volksschule mit ihren Lehrern Müller (links) und Lamers in der Prozession

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Die Jugendgruppe des Katholischen Deutschen Frauenbunds vor dem ersten Altar in der Hagschen Straße

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Oberes Bild: Patres des Kapuzinerklosters und Professor Peters (Religionslehrer am Klever Gymnasium bis 1937) in der Prozession.
Unteres Bild: Die Prozession zieht von der Hagschen Straße kommend um die Ecke Boss-Druck-Volksfreund (heute Rheinische Post) den Hasenberg hoch. Vorne Kaplan Heistrüvers von der Stiftskirche, dahinter Kaplan Bausch von der Unterstadtkirche.

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Die Prozession zieht vom Heideberg – Schollenrondeel kommend auf den Großen Markt

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Der zweite Altar stand auf dem Großen Markt. Auf dem linken Bild erteilt Propst und Dechant Küppers den Segen.

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Oberes Bild: Geistliche auf dem Großen Markt. In der Mitte Kaplan Wolfram von der Unterstadtkirche, rechts Privatgeistlicher Dr. Wessel von der Stiftskirche. Unteres Bild: Meßdiener der Unterstadtkirche auf dem Großen Markt. Links hintere Reihe Heinrich van den Boom, bis 1987 Organist an der Materborner Pfarrkirche, daneben der Verfasser dieses Berichtes Siegfried Rohstadt.

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Der dritte Altar befand sich in der Unterstadt auf dem jetzigen Klosterplatz. Hier erteilt Pfarrer Hellraeth von der Unterstadtkirche den Segen.

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An der Altardecke und den verschiedenen Blumenbeeten erkennt man die unterschiedliche Ausschmückung des Unterstadtaltars aus drei Jahren.

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Links Propst Küppers, daneben Pfarrer Hellraeth.
In der Mitte Pater Erhard, Guardian des Kapuzinerklosters, links Studienrat Schmitz, Religionslehrer am Klever Mädchen-Lyzeum, rechts Studienrat Heistermann, Religionslehrer am Jungen-Gymnasium.

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Oberes Bild: Schüler der Oberstufe des Klever Gymnasiums in der Prozession.
Unteres Bild: Die Geistlichkeit zieht vom Unterstadtaltar kommend in die Klosterstraße ein. Linke Reihe von vorne nach hinten: Bruder Valentin, Studienrat Giesen, ?, Studienrat Heistermann, Professor Peters, Kaplan Ortner, Studienrat Schmitz, Rektor Josten.

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Der vierte Altar stand auf den Stufen des Kleinen Marktes mit der Rückwand zur Stiftskirche.

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Fotos außerhalb des Albums von Ursula Peetz

Undatiertes Foto aus dem IKLK-Archiv

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Undatierte Fotoseite aus einem Album von Willi Leisner vermutlich von 1934

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Foto von einem Segensaltar in Kleve 1942: Dechant Jakob Küppers als Offiziant am Altar stehend; Pfarrer Ferdinand Stegemann als Subdiakon hält das Evangeliar, aus dem Kaplan Dr. theol. Ludwig Deimel das Evangelium verkündet.
Während Karl Leisner die Priester Jakob Küppers und Ferdinand Stegemann persönlich kannte, hoch verehrte und schätzte, hat er Kaplan Ludwig Deimel nicht kennengelernt. In seinen Briefen aus dem KZ Dachau schrieb er dessen Namen zunächst auch falsch.

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Paul Pollmann-Daamen aus Kleve am 14. Januar 2012 an Hans-Karl Seeger:

Mein Onkel Johann Pollmann war in den 1940er bis 1960er Jahren sehr engagiert beim Schmücken seines Hauses [an der Stechbahn] bei der gro­ßen Fronleichnams-Prozession, zumal gegenüber am damaligen Ehrenmal der 2. Altar eingerichtet wurde. Wir alle waren damals bei den Vorberei­tungen eingespannt. Ich erinnere mich gut, dass jeweils am Sonntagabend, wenn „mit alle Mann“ abgebrochen und aufgeräumt wurde, traditionell immer auch Herr [Wilhelm] Leisner dabei war und half, die vielen Meter Buchsbaumkränze abzuwickeln. Die dargestellten Sprüche am Balkon des Hauses wechselten von Jahr zu Jahr. Hierbei wurde in einem Jahr [1955] beson­ders an Karl Leisner gedacht.

1955

 

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Elisabeth Haas nach dem 1. Juni 1997 an Hans-Karl Seeger:
In diesem Jahr konnten wir zum ersten Mal in unserem Leben in der Fronleichnamsprozession nebeneinander mitgehen. Früher mußten wir getrennt gehen: Maria bei den Jungfrauen, ich bei den Frauen und Willi bei den Männern.

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Nach der Fronleichnamsprozession im Pfarrgarten des Kapuzinerklosters:
v.l.: Frau Rinke, geb. Kratzenberg, Elisabeth Haas, geb. Leisner, Maria Leisner, Willi Leisner