Heil bei Karl Leisner (2)

Begrüßung und Abschied

Jede Zeit hat ihre speziellen Formulierungen für eine Begrüßung und einen Abschied. Diese werden sowohl in persönlichen Begegnungen als auch in Briefen verwendet. Die Gruß­formel „Heil Dir! Heil!“ ist seit dem 18. Jahrhundert gebräuchlich. Die im 19. Jahrhundert entstehende Turnerbewe­gung benutzte den turnerischen Gruß „Gut Heil“. Vermutlich erhielt der Heil-Gruß über die fortschrittlichen Kerngruppen der katholischen Jugendbewegung Eingang in breitere Kreise der katholischen Jugend.

Freitag, 24. Juni 1927, Johannes der Täufer
14. (Bericht von der Zusammenkunft)
Sodann bega­ben wir uns zum Johan­nis­feuer, das nahe bei Ran­zow im freien Feld lag. Als es hell auflo­derte, sangen wir das Flam­men­lied „Flamme empor“, und es wurde von den Mäd­chen ein Reigen um den Maibaum gemacht. Ferner wurden von Jungen und Mädchen dazu pas­sende Gedichte aufgesagt. Zu­letzt, als das Feuer nicht mehr hoch auf­loderte, spiel­ten wir um das Feuer Kreis und sprangen darüber. Mit einem „Heil“ trennten wir uns dann und gin­gen gegen 22.30 Uhr nach Hause. So hatten wir mal wieder einen schö­nen Tag erlebt.

Kleve, Samstag, 7. Juni 1930
In Geldern kamen die Sonsbecker zu uns ins „Zügle“. In Krefeld war allerhand „jugendbewegtes“ Zeug zu sehen. Wir trafen auch drei Jungborner. In Köln heraus! – Sehr viele vom Ka­tholischen Wan­dervo­gel waren da. „Et ging görjann dor­her“ [Es ging hoch her]. Heil­rufe, Hän­deschütteln!

Solingen, Sonntag, 28. September 1930
Mit Heil und teilweise Hän­de­schütteln nehmen wir vom Gau Abschied.

Kleve, Montag, 31. Juli 1933
Dann kann’s am Mitt­woch [2.8.] losgehn auf Großfahrt! Heil und Sieg! Das möge uns Gott verleihen. Seine heiligen Engel mögen uns bewahren auf all unse­rn Wegen!

Reinshagen, Samstag, 20. Januar 1934, 9. Tag
Gegen 14.00 Uhr Mittagessen. 15.30 Uhr Handballspiel gegen die Mann­schaft vom Reinshagener Turnerbund. Die Unsern halten sich tadellos. 3:1 Halb­zeit. 6:2 Endergebnis. Mit frohem Sieg-Heil trennen sich die Spieler.

Montag, 9. Juli 1934, Große Brandprozession
Als der Bischof den Dom verläßt brau­sende Heilrufe – ge­waltige, spontane Begeiste­rung: Volk, Jugend und Kle­rus sind eins! Der Bi­schof segnet, er ist gerührt! – Spontan klingt auf „Heil’gem Kampf sind wir geweiht!“ Aus tausenden Kehlen begeisterter Menschen! Wie ein Schwur. Der Bischof hört ergriffen zu. – Dann schallen wieder die Heilrufe über den weiten Platz. – Banner schwenken – Herzen schlagen hoch in Wogen stürmi­scher Begeisterung für unsern Bischof Cle­mens August. – Der Bischof geht ins Palais – die Menge singt „Fest soll mein Taufbund immer stehn!“ – wie Hammerschläge auf den Amboß der Zeit! Hier steht eine stahlharte Ge­mein­schaft, die Geschichte formt: katho­lisches deutsches Volk! – Der Bi­schof zeigt sich am Fenster oben links über dem Eingangsportal des Palais. Er segnet sein Volk. Rasende Heil­rufe!

Kleve, Dienstag, 14. August 1934
Das Lagerleben kann beginnen. Der Lagerfüh­rer [Karl Leisner] springt vor. Er spricht [zu] den Kerlen von der Fahne und vom Kreuz. Vom hl. Feuer! `In unsern Herzen da soll es bren­nen. „Wir fangen ein neues, herrliches Jungenle­ben an. Deutsche Jungen – Christusjungen! Wir leben im benachbarten Volk unser Deutschtum. Das ist unsere Ehre. Wir leben ein Leben der Got­teskinder in der Gnade, voll Reinheit, Edelmut, Treue und Gefolgschaft für Christus, der unser oberster Lagerherzog ist. Wir fangen an! Heil!” Die Trommel schlägt laut u. hell. Der Sang der Knaben hinein! Jungenleben!

Vechta, Sonntag, 9. Dezember 1934
8.45 Uhr ab zur Josefs­burg. (Vorher dem Prä­fekten [Bernhard Janzen] gedankt mit Lied und Heil, auch den Schwe­stern

Karl Leisner aus Freiburg/Br. am Donnerstag, 3. Dezember 1936, an Heinrich Roth in Münster:
Treu Heil! Mit frohem Adventsgruß (Offb 22,21–22!)
Ihr Karl L.

Münster, Sonntag, 17. April 1938, Osternacht
Ein Ostererlebnis wie nie. Christi Sieg!
Salve festa dies toto venerabilis aevo, qua Deus infer­num vicit et astra tenet.
[Heil dir, festlicher Tag, der für alle Zeit verehrungswürdig ist, an dem Gott die Hölle besiegt und die Sterne anhält.
]

Karl Leisner aus Münster (Priesterseminar) am Lichtmeßabend 1939 an Eli­sabeth Ruby in Radolfzell:
Heil Dir, Elisabeth!

Karl Leisner aus Münster am 25. März 1939 an P. Josef Vermeegen SAC in Limburg:
Meinen herzlichen brüderlichen Glück- und Heilwunsch Dir zu Deinem Weihe- und Freudentage!

Karl Leisner aus Münster (Priesterseminar) am Montag, 27. März 1939, an Willi Leisner in Bingen:
Für Deine brüderlichen Heil– und Segenswünsche, Dein Gebet und Dein feines Bildgeschenk zur [Diakonen-]Weihe sei Dir herzlich Dank gesagt.

Karl Leisner aus Münster am 26. Mai 1939 an stud. ing. Willi Leisner, bei Familie Frommhold in Bingen:
Wünsche Dir einen frohen pfingstli­chen Namenstag! Kraft, Gnade und Heil Dir!

Karl Leisner aus Freiburg/Br. am Samstag, 20. Januar 1940, an seine Familie in Kleve:
Zunächst Dir, lieber Willi, ein donnerndes „Sieg Heil“ und Glückwunsch [zum Abschlußexamen im Januar 1940 als Ingenieur].

Karl Leisner aus Dachau am Sonntag, 4. Mai 1941, an Urban Peiffer in Kleve:
Dir selbst aus treuem Freundesherzen Gruß und Heil! Dein Karl

Karl Leisner aus Dachau, Samstag, 1. Januar 1944, an seine Familie in Kleve:
Allen und Euch vor allen Glückauf 1944! Heil Euch! Euer Karl