Karl Leisner im Museum RELíGIO und in der Stadt Telgte

IMG_1513Im Rahmen der Eröffnung des letzten Teiles der Wegstrecke der „Wege der Jakobspilger von Bielefeld nach Wesel“ am 8. Mai 2015 in Telgte zeigt das Museum RELíGIO seit dem 19. April bis zum 6. September 2015 die Sonderausstellung „Pilgerwelten“.

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Während der Ausstellung wird der Besucher mehrfach auf Karl Leisner aufmerksam, so z. B. im Herdfeuerraum des Museums. Dort haben Jakobspilger u. a. mit Schlaf- und Rucksäcken sowie Pilgerlektüre und Erinnerungsstücken eine für die Ausstellung eingerichtete zeitgenössische Pilgerherberge mitgestaltet.

Schlafraum in der Pilgerherberge

Schlafraum in der Pilgerherberge

Lektüre für das Pilgern auf den im Herbst 1987 vom Europarat zur ersten Kulturstraße Europas erklärten Wegen der Jakobspilger

Lektüre für das Pilgern auf den im Herbst 1987 vom Europarat zur ersten Kulturstraße Europas erklärten Wegen der Jakobspilger

Eine solche Muschel, geschmückt mit der Medaille der Xantener Großen Viktortracht 1991, trugen die angehenden Abiturienten, die Karl Leisner nach dessen Seligsprechung während ihrer Studienfahrt Ende September 1996 auf dem Pilgerweg in Galicien und in Santiago de Compostela bekannt gemacht haben.

Eine solche Muschel, geschmückt mit der Medaille der Xantener Großen Viktortracht 1991, trugen die angehenden Abiturienten, die Karl Leisner nach dessen Seligsprechung während ihrer Studienfahrt Ende September 1996 auf dem Pilgerweg in Galicien und in Santiago de Compostela bekannt gemacht haben.

„Utensilien“ verschiedener Pilgerunternehmungen: Sticker vom Weltjugendtag in Madrid (August 2010), Foto von Karl Leisner auf der Flandernfahrt (August 1935) und eine Anfang der 1990er Jahre noch unentbehrliche Telefonkarte

„Utensilien“ verschiedener Pilgerunternehmungen: Sticker vom Weltjugendtag in Madrid (August 2010), Foto von Karl Leisner auf der Flandernfahrt (August 1935) und eine Anfang der 1990er Jahre noch unentbehrliche Telefonkarte

Im Informationsregal des RELíGIO hat der Leporello zu Karl Leisner seinen Platz direkt neben den Flyern des StiftsMuseums Xanten.

Im Informationsregal des RELíGIO hat der Leporello zu Karl Leisner seinen Platz direkt neben den Flyern des StiftsMuseums Xanten.

„SELIGER KARL LEISNER – Weggefährte auf den Wegen der Jakobspilger“ lautet der Titel einer Dokumentation, die im Neubau des RELíGIO Haus 1 ausliegt und darüber informiert, wo sich auf den Wegen der Jakobspilger in Europa Verbindungen zu Karl Leisner entdecken lassen.

„SELIGER KARL LEISNER – Weggefährte auf den Wegen der Jakobspilger“ lautet der Titel einer Dokumentation, die im Neubau des RELíGIO Haus 1 ausliegt und darüber informiert, wo sich auf den Wegen der Jakobspilger in Europa Verbindungen zu Karl Leisner entdecken lassen.

Mancher Besucher nimmt sich Zeit zur Lektüre.

Mancher Besucher nimmt sich Zeit zur Lektüre.

Link zur Dokumentation

Auf dem Büchertisch im Museum, im Schaufenster der Buchhandlung LesArt und an den Stempelstellen für die Pilgerausweise im Touristenbüro sowie in der Propsteikirche St. Clemens liegt der IKLK-Rundbrief-Nr. 42 „Wie Parzival will ich sein“ zur Ansicht aus mit dem Vermerk: „Dieser geistliche Pilgerführer ist gegen eine Spende für das REFUGIO Karl Leisner in Hospital de Órbigo (Provinz Leon) an der Kasse des Museums RELíGIO Haus 1 erhältlich“.

Büchertisch im Museum

Büchertisch im Museum

Schaufenster der Buchhandlung LesArt

Schaufenster der Buchhandlung LesArt

Stempelstelle in St. Clemens

Stempelstelle in St. Clemens

Die offizielle Eröffnung des Pilgerweges erfolgte am 8. Mai 2015 mit einer Pilgerwanderung zur Propsteikirche St. Clemens. Zahlreiche Pilger von nah und fern nahmen daran teil. Eine Gruppe war bereits in der ca. 20 km entfernten, ebenfalls am Pilgerweg gelegenen Reiterstadt Warendorf gestartet. Kurz vor Telgte traf die Gruppe an einem der ältesten Bildstöcke (1693) der Stadt auf die weiteren Pilger. Nach einer kurzen geschichtlichen Einführung und einem spirituellen Impuls machten sich die Pilger bei herrlichem Sonnenschein entlang wunderbar blühender Apfelbäume und weit ins Land strahlender Rapsfelder auf den Weg nach Telgte. Dort erwarteten zahlreiche weitere Pilger und eine angenehme Erfrischung in Form von Mineralwasser die Gruppe am sogenannten Emsbogen. Mit dem Durchschneiden des blauen Eröffnungsbandes wurde das letzte Teilstück des von Bielefeld nach Wesel führenden Weges offiziell eingeweiht. An die 200 Menschen zogen, begleitet vom mittelalterlichen Gesang des „Ensemble Custos“, zur Propsteikirche St. Clemens. Dort fand unter Leitung von Propst Michael Langenfeld und Pfarrerin Sabine Elbert sowie der Mitwirkung des Propsteichores und des „Ensemble Custos“ eine feierliche ökumenische Andacht statt. Nach Gruß- und Dankesworten der Vertreter der einzelnen Institutionen gab Ulrike Steinkrüger, Projektleiterin und Herausgeberin des Pilgerführers, anhand einer Projektion von Fotos aus dem Führer eine ausführliche Einführung in die Wegstrecke von Bielefeld nach Wesel, ehe man sich auf dem Kirchplatz zum fröhlichen Beisammensein bei einem von der Stadt Telgte liebevoll vorbereiteten Pilgerfest traf.
Der Pilgerweg von Telgte über Münster nach Wesel entspricht in entgegengesetzter Richtung fast exakt der Strecke von Karl Leisners Spielfahrt mit der Jugendgruppe Kleve vom 11. August bis zum 2. September 1930.

Fahrtenbericht von Ferdinand Falkenstein:
Spielfahrt der Jugendgruppe Kleve 1930
Emme­richAnholtIsselburgMa­rienthalRaesfeldBor­kenCoes­feld-LoburgNottulnBillerbeckMünsterTelgte

Mit selbstgefertigten Plakaten luden die Jungen in den einzelnen Orten zur Vorführung ihrer Kasperstücke ein.

Karl Leisner in seinem Tagebuch:

Kleve, Montag, 28. Juli 1930
Um 18.00 Uhr Zusammenkunft über Spielfahrt [11.8.–2.9.1930]. Ergebnis: Die Jüngeren gehen nicht mit, weil es nicht 1. wegen der Unkosten, 2. we­gen Lästigkeit, geht. – Als Ersatz sollen sie mit Theo [Derksen] oder Föns [van Thiel] zur [Burg] Isenburg fahren. […] Finanzfragen zwecks Anschaf­fung des [Leiter-]Wagens erledigt. – Singen. Um 20.40 Uhr zu Hause. – Dort ge­futtert und dann Tee gebraut […]. Um 21.40 Uhr, als Papa und Mama im Bett waren, angefangen, Plakate für die Spiel­fahrt zu malen.

Kasper

 

Wie das Plakat ungefähr (!!) aussah

 

 

Bis 23.45 Uhr hatte ich dreieinhalb fertig. Dann war ich zu müde und konnte mich trotz des „Teegeschlürfs“ nicht mehr wach halten. Sofort sank ich in tiefen Schlaf mit dem Vorsatz, morgen früh früh wach zu werden.

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Link zum Filmbericht des WDR vom 8. Mai 2015

Link zum Filmbericht des WDR vom 13. Juli 2015

Impressionen von der Eröffnung des Pilgerweges

Start am Bildstock

Start am Bildstock

Erfrischung am Emsbogen

Erfrischung am Emsbogen

offizielle Einweihung des Weges (v. l.) Wolfgang Pieper (Bürgermeister der Stadt Telgte), Dr. Olaf Gericke (Landrat des Kreises Warendorf), Matthias Löb (LWL-Direktor), Dr. Aurelia Dickers (Vorsitzende der Altertumskommission für Westfalen), Ulrike Steinkrüger (Projektleiterin)

offizielle Einweihung des Weges
(v. l.) Wolfgang Pieper (Bürgermeister der Stadt Telgte), Dr. Olaf Gericke (Landrat des Kreises Warendorf), Matthias Löb (LWL-Direktor), Dr. Aurelia Dickers (Vorsitzende der Altertumskommission für Westfalen), Ulrike Steinkrüger (Projektleiterin)

auf dem Weg zur Propsteikirche

auf dem Weg zur Propsteikirche

Pilgergemeinde in St. Clemens

Pilgergemeinde in St. Clemens

Pfarrerin Sabine Elbert

Pfarrerin Sabine Elbert

Propst Michael Langenfeld

Propst Michael Langenfeld

Propsteichor

Propsteichor

Apostel Jakobus in St. Clemens

Apostel Jakobus in St. Clemens

Projektleiterin Ulrike Steinkrüger

Projektleiterin Ulrike Steinkrüger

Pilgerimbiß

Pilgerimbiß

Rita Maria Meyer, Jakobsfreunde Münster

Rita Maria Meyer, Jakobsfreunde Münster

Mitglieder der Deutschen Sankt Jakobusgesellschaft (DSJG)

Mitglieder der Deutschen Sankt Jakobusgesellschaft (DSJG)

Erinnerungsfoto u. a. mit den Hauptverantwortlichen für das vollendete Projekt vor der Propsteikirche St. Clemens

Erinnerungsfoto u. a. mit den Hauptverantwortlichen für das vollendete Projekt vor der Propsteikirche St. Clemens

Ein Foto an fast gleicher Stelle mit Karl Leisner als Diözesanjungscharführer entstand am

Sonntag, 9. Juni 1935, Pfingsten
Diözesantage mit Treffen der Orts- und Bezirksjungscharführer in Telgte

PfingstenPfingsten 1935 Treffen der Bezirksjungscharführer in Telgte mit Karl Leisner als Diözesanjungscharführer
obere Reihe v. l.: 2. Josef Köckemann, 4. Hans Schlömer, 5. Wilhelm Wissing, 7. Karl Leisner, links vor Karl Leisner Heinrich Roth[1]

[1] Prälat Heinrich Roth (* 12.8.1899 in Oberhausen-Osterfeld, † 23.4.1972) – Eintritt ins Collegium Borromaeum in Münster Februar 1919 – Priesterweihe 22.12.1923 in Münster – Mitglied des Reichsvorstandes des KJMVD 1932–1934 – Diöze­sanpräses des KJMVD 9.4.1934 – Domvikar 8.6.1934 – Wohnung 1936 Münster, Aegidiistr. 48 – Diöze­sanju­gend­­seelsorger 1937/1938 – Rektor im Josefshaus in Münster 1941 – Spiritual im Priester­seminar in Mün­ster 3.10.1949 – Generalassistent der Marien­schwestern von Schön­statt 1959

Eine kleine Gruppe von Pilgern folgte den Spuren Karl Leisners auf dem aus Telgte hinausführenden Pilgerweg bis zum Abzweig zum Karl Leisner-Weg. Am Pilgerweg liegt das Knickenberghaus, heute ein Treffpunkt für Senioren, früher ein Teil des nach dem Krieg ausgebrannten Knickenbergschen Institutes. Dort unterrichtete Ludwig Vinnenberg, der Vater von Karl Leisners Religionslehrer und Mentor Walter Vinnenberg. Auf seinen Fahrten übernachtete Karl Leisner mit seiner Jugendgruppe ab und zu in dem der Schule angegliederten Internat. So z. B. auf der Westfalenfahrt.

Karl Leisner in seinem Tagebuch:

Westfalenfahrt

Freitag, 3. August bis Samstag, 18. August 1928
Teilnehmer: 1. Dr. Walter Vinnenberg, 2. teilweise Hermann van de Sandt, 3. Föns van Thiel, 4. Theo Derksen (nur Buldern) 5./6. Peter und Willi Drießen, 7. Jan Ansems, 8. Karl Tilders, 9./10. Hermann und Jupp Mies, 11. Peter Bause, 12. Frido Wais, 14. Jupp Kersten, 15. Willi Lenders (wurde nach der Fahrt herausgeworfen), 17. Albin Leß­nick (nur in Münster und auf der Rück­fahrt).[1] Auf der Fahrt wurden fol­gende Städte und Stätten be­sucht:

  1. Wesel, 3.8. von 10.00 bis 13.00 Uhr
  2. Bundestag [der rheinischen-westfälischen Mitglieder des Jungkreuz­bun­des] in Buldern 3.8. abends bis 5.8. vormittags
  3. Telgte (Knickenbergsches Institut) in der Nacht vom 5.8. zum 6.8 ge­pennt und am Morgen des 6.8. dort gefuttert
  4. Zeltlager [der Quickborn-Jungenschaft] zwischen Telgte in Westfa­len und Westbevern an der Ems auf der Wiese des Schulze-Hobeling
  5. Münster in Westfalen

[1]     Nr. 13. und 16. sind nicht besetzt.

Sonntag, 5. August 1928
Vom Bahnhof Buldern fuh­ren wir nach Telgte. Dort schliefen [wir] (duce auctore [auf Veranlassung unse­res Führers Walter Vinnenberg]) im Knickenbergschen Insti­tut. Am nächsten Tag begann das Telgter Zelt­lager […].

Knickenberghaus

Knickenberghaus

IMG_1766

Diese Pilgerinnen begaben sich am 9. Mai 2015, einen Tag nach der Eröffnung, auf den Weg von Münster nach Wesel. Ein Bericht, angereichert mit Notizen aus Karl Leisners Tagebuch, folgt zu einem anderen Termin.

Diese Pilgerinnen begaben sich am 9. Mai 2015, einen Tag nach der Eröffnung, auf den Weg von Münster nach Wesel. Ein Bericht, angereichert mit Notizen aus Karl Leisners Tagebuch, folgt zu einem anderen Termin.

Fotos Gabriele Latzel und IKLK-Archiv

Link zu „Telgte: Karl-Leisner-Weg“