Karl Leisner jetzt auch in der Kirche San Bartolomeo auf der Tiberinsel in Rom

kirche_foto_wikipAuf der Tiberinsel in Rom steht eine alte, den christlichen Märtyrern des 20. und 21. Jahrhunderts gewidmete Kirche. Diese Widmung geht zurück auf den sogenannten Polenpapst, Johannes Paul II. Unter anderen sind an einem Altar zum Beispiel Clemens August Graf von Galen und Franz Jägerstätter erwähnt.
Siehe Link zur Kirche San Bartolomeo
Foto Wikipedia Commons

 

Der IKLK hat sich um die Aufnahme des seligen Karl Leisners in den Zyklus der neuzeitlichen Märtyrer in San Bartolomeo bemüht.

Hans-Karl Seeger am 9. Oktober 2016 an den Pfarrer von San Bartolomeo:
Sehr geehrter Herr Pfarrer!
Wir haben per Zufall erfahren, daß sich in Ihrer Kirche seit 2002 eine Gedenkstätte für die Märtyrer des 20. Jahrhunderts befindet. Unter den Bedachten ist der selige Kardinal Clemens August Graf von Galen, der ehemalige Bischof des Bistums Münster. Aus diesem Bistum stammt auch der selige Karl Leisner, der im KZ Dachau von seinem französischen Mithäftling Bischof Gabriel Piguet am 17. Dezember 1944 zum Priester geweiht wurde, am 12. August 1945 starb und am 23. Juni 1996 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen wurde.
Es wäre gut, wenn auch Karl Leisners Name in Ihrer Kirche genannt würde.
Hier ein Link zu einem italienischen Artikel auf unserer Homepage (www.karl-leisner.de):
http://www.karl-leisner.de/italien/
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Karl Seeger

Übersetzung ins Italienische:
Al parroco della parrocchia
San Bartolomeo all’Isola
Roma
Egregio parroco,
per caso abbiamo saputo che dal 2002  nella sua Chiesa si trova un monumento per i martiri del 20°secolo.Tra i  legatari vi è il  beato cardinale Clemens August von Galen, l’ex vescovo di Münster.
A  questa diocesi appartiene anche  il beato Karl Leisner, il quale il 17 dicembre 1944 è stato ordinato sacerdote a Dachau con il suo compagno di prigionia francese ,il vescovo Gabriel Piguet, morto il 12 agosto 1945. Il  23 giugno 1996 veniva beatificato da Papa Giovanni Paolo II.
Sarebbe una buona cosa se il nome del beato  Karl Leisner venisse ricordato nella vostra Chiesa.
Qui trova un link per  un articolo italiano sulla nostra home page (www.karl-leisner.de):
http://www.karl-leisner.de/italien/
Cordiali saluti
Hans-Karl Seeger

Dr. Cesare Zucconi am 11. Oktober 2016 an Hans-Karl Seeger:
Sehr geehrter Herr Seeger,
Rektor Angelo Romano hat mir Ihre Mail weitergeleitet. San Bartolomeo ist seit 2001 die Gedenkstätte der Neuen Märtyer in Rom. Das ist sehr bekannt. Wir kennen natürlich die Geschichte von Karl Leisner, aber ich muss sagen, dass in San Bartolomeo nur die Menschen „erwähnt“ werden, auf deren Namen es eine Reliquie gibt. Falls Ihre Mail bedeutet, dass das Bistum Münster uns eine Reliquie von Karl Leisner geben möchte für die Basilika, dann können wir die Sache weiterbringen. Natürlich können Sie gerne auch die Basilika besuchen, wann Sie möchten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Cesare Zucconi

Als Antwort des IKLK nach Rom ging die Mitteilung, daß Karl Leisners Grab zwecks Entnahme von Reliquien nicht wieder geöffnet wurde, aber Haare von ihm, die nach  seinem Sterben abgeschnitten wurden,  als Reliquie angesehen werden.
In den ersten Januartagen des Jahres 2017 war eine kleine Pilgergruppe aus Billerbeck unter der Leitung von Propst Hans-Bernd Serries in Rom und hatte eine solche Reliquie von Karl Leisner im Gepäck.
Diese wird nun in der Kirche San Bartolomeo einen Platz finden.

 

Foto Diakon Matthias Rump

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Unter Nr. 10 ist Kardinal Clemens August Graf von Galen aufgeführt.

Fotos Pater Jose Jaison CRM

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Propst Hans-Bernd Serries installiert die Reliquie in ein von ihm gestiftetes Reliquiar.

 

 

 

 

 

 

 

Fotos Kantor und Organist Lukas Maschke

Drei Haare von Karl Leisner

Foto Diakon Matthias Rump

Übergabe der Reliquie an Francesca, eine Vertreterin der Gemeinschaft Sant‘ Egidio

 

 

 

 

 

 

Fotos Diakon Matthias Rump

Film zur Übergabe der Reliquie

Aufnahme Diakon Matthias Rump

San Bartolomeo auf der Tiberinsel in Rom ist nach der Kirche Santa Maria in Trastevere die zweite Zentralkirche der von Prof. Dr. Andrea Riccardi[1] gegründeten Gemeinschaft Sant’ Egidio.

[1]    Prof. Dr. Andrea Riccardi (* 16.1.1950 in Rom) – italienischer Historiker – Gründer der als „Öffentlicher Verein von Gläubigen in der Kirche“ von der röm.-kath. Kirche anerkannten Geistlichen Gemeinschaft Sant’ Egidio 1968
Foto Wikipedia Commons

Andrea Riccardi
IL SECOLO DEL MARTIRIO
I CHRISTIANI NEL NOVECENTO
OSCAR STORIA MONDADORI
Milano 2000

Das Jahrhundert des Martyriums
Christen im zwanzigsten Jahrhundert

 

 

 

Auf Seite 217 gibt es einen Hinweis auf Karl Leisner.

Seite127 (1)

Andrea Riccardi erwähnt die Verhaftung des Seligen 1939 und dessen Priesterweihe 1944 im KZ Dachau durch den französischen Bischof und Mithäftling Gabriel Piguet von Clermont.

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Jetzt ruht Karl Leisner mit einem sterblichen Überrest in Rom, lebendigen Leibes war er dort 1936.
Zu Karl Leisners Besuch in Rom 1936 siehe Rundbrief des IKLK Nr. 40 – August 1999: Karl Leisner in Rom Seite 11–34