Karl Leisner und Georg Friedrich Händel

Händel

 

Georg Friedrich Händel (* 23.2.1685 in Halle/Saale, † 14.4.1759 in London) – deutsch-bri­tischer Komponist – Zu seinem Hauptwerk zählen rund 40 Opern und 25 Oratorien, dar­un­ter „Der Messias“ (HWV 56).

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Die Tagespost brachte am 18. Februar 2016 unter der Überschrift „Der Glaube wächst durch Hören. Ein Werk gleich einer Krönungsmesse: Georg Friedrich Händels Oratorium ‚Der Messias’“ eine Besprechung von Barbara Stühlmeyer.
Die Verfasserin erinnert unter anderem an Händels persönliche Situation während der Vertonung des Oratoriums.
„Auf dem Tiefpunkt seines Lebens“ aufgrund zahlreicher Auseinandersetzungen „mit Anfeindungen aus verschiedenen Lagern“ vertonte Georg Friedrich Händel in den Monaten August und September 1741 die Textvorlage des Kunstförderers und Librettisten Charles Jennens.
Anschließend analysiert sie diesen „Tiefpunkt“ in einem „Rückblick auf seine Karriere als Opernkomponist“.

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Karl Leisner war 15 Jahre alt, als er einen Teil des Oratoriums nicht nur hörte, sondern selbst mitsang.

Tagebucheinträge

Kleve, Mittwoch, 30. Juli 1930
Beginn der Sommerferien
Um 8.00 Uhr Messe in der Unter[stadt]kirche. Danach in der Aula [des Gymnasiums] Verfassungsfeier.[1] – Der Chor sang (ich im Baß) 1. das „Halleluja“ [aus dem Oratorium „Messias“] von Hän­del.[2]

[1]   Verfassungsfeier: von Reichspräsident Friedrich Ebert eingeführte, alljährlich wiederkehrende Feierlich­keit zur Erinnerung an die Verabschiedung der Weimarer Reichsverfassung vom 11.8.1919 – In der Schule wurde sie vermutlich jeweils vor Ferienbeginn begangen: 1928 am 11.8.; 1930 am 30.7.; 1932 am 26.7. Nach Adolf Hitlers Ernennung zum Reichskanzler im Januar 1933 fand keine Verfassungsfeier mehr statt.

[2]    Oratorium Messiah – Der Messias (HWV 56)

Münster, Freitag, 6. Dezember 1935
Grad’ komm’ ich aus dem ganz wunderbaren Konzert wieder. Ein Jubeln und Singen und Preisen in mir. Der erste [Verheißung und Geburt des Heilands] und zweite Teil [Passion und Auferstehung Jesu] des Messias von G. Fr. Händel mit dem unsterblichen Halleluja ließ uns den Sieg trotz Not und Schmach, den Gott und Christus uns geschenkt, in einziger gestei­gerter Wucht und Begeisterung er[le]ben.
Beim Halleluja deuchte mir, ähnlich müsse wohl das ewige Jubeln der sin­genden und musizierenden Engel und Heiligen vor des Dreieinigen Gottes Thron sein – und das machte mich so beschwingt und vor Kraft und Sieges­freude mitjauchzen.
Das ist der Sieg, der die Welt überwindet! [vgl. 1 Joh 5,4]
Herr der Herrn, der Götter Gott. – Und Er regiert von nun an auf ewig. Der Herr wird König sein. Halleluja![1] In hinreißendem Schwung der Harmo­nien und Melodien klingen alle Her­zen der „Teilhaber“ mit! Solche Stunden sind mehr wert als dickleibige Apologetikbände, deren Sinn ja auch nicht verkannt werden soll.
Wir alle leben in Gottes Freude. In Ihm und (oder nur) oder auf der Suche in Seiner Liebe.

[1]    39. Chor:
Denn der Herr, Gott der Allmächtige herrschet. Hallelujah! Das Königreich der Welt ist worden das Königreich des Herrn, und seines Christs. Und er wird herrschen ewig und ewig – Herr der Herren, der Götter Gott. Halleluja.

Kleve, Donnerstag, 2. Januar 1936
Auch Klavier [gespielt], das mir richtig Freude macht. (Das Konzert [am 6. Dezember 1935] in Münster, besonders Händels Messias, hat mir neue Liebe und Erkenntnis ins Reich der Frau Musika erschlossen.)