Jesus Christus als „König von Polen“

KircheKapelle

Die Heilig-Kreuz-Kapelle in Krakau-Łagiewniki befindet sich neben vier anderen Kapellen unterhalb der 2002 von Papst Johannes Paul II. bei seinem zweiten Besuch in Łagiewniki eingeweihten Basilika der Barmherzigkeit Gottes. Da sich Gläubige aus Deutschland an der Ausstattung beteiligten, wird sie auch „Die Deutsche Kapelle“ genannt. Joachim Kardinal Meisner weihte sie 2011 ein.

Simeon_Leisner

 

Der Düsseldorfer Künstler Bert Gerresheim hat einen Kreuzweg für die Kapelle geschaffen und in der V. Station Simon von Cyrene in der Gestalt des Seligen Karl Leisner dargestellt.

Siehe Link zur Basilika in Łagiewniki

 

 

 

„Christ in der Gegenwart“ vom 23. Oktober 2016 berichtete auf Seite 466 unter der Überschrift „Christus, König nicht nur für Polen“, die polnische Bischofskonferenz habe es abgelehnt, den Titel Jesus Christus als „König der Polen“ anzuerkennen. „Bei einem solchen Titel handle es sich um eine ‚Verkleinerung’ der kosmisch universalen Würde Christi. […] Allerdings wollen die Bischöfe am Samstag vor dem diesjährigen Christkönigsfest zum Abschluss des Kirchenjahres sowie des 1050-jährigen Gedenkens der Taufe Polens einen ‚Jubiläumsakt der Anerkennung von Jesus Christus als König und Herrn’ feiern, im Heiligtum der Barmherzigkeit Gottes in Krakau-Łagiewniki.“

Diesen ‚Jubiläumsakt“ hätte Karl Leisner gewiß gern mitgefeiert. Daß Jesus als „König des Weltalls“ verehrt werden sollte, hat er im Gefängnis in Freiburg zum Ausdruck gebracht, indem er am 13. November 1939 in sein Brevier neben den Text des Liedes „Wir sind nur Gast auf Erden“ von Georg Thurmair schrieb: Chi-Ro REX REGUM [Christus König der Könige]. Vermutlich wollte er ausdrücken, daß für ihn persönlich Christus mit seinem Reich der wahre Führer war.
Georg Thurmair hat dieses Lied 1935 vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund als Kampflied gegen die „Tausendjährigen“ konzipiert, nachdem Adolf Hitler am 1. September 1933 offiziell verkündet hatte, der von ihm geführte Staat sei ein „Drittes Reich“, das „tausend Jahre“ dauern werde. Die Begriffe „Tausendjähriges Reich“ und „Drittes Reich“, wie sie die Nationalsozialisten verwendeten, griffen die „Symbole apokalyptischer Geschichtsspekulation für die Endphase der Geschichte auf“ (Klaus Vondung, * 1941).
Das „Tausendjährige Reich“ dauerte 12 Jahre, Gottes Reich erwarten wir mit Zuversicht.

Siehe auch Link zu „Wir sind nur Gast auf Erden“

Fotos Christa Bockholt