Karl Leisner und Joseph Haydn

HAYDN

 

 

Joseph Haydn (* 31.3.1731 in Rohrau/A, † 31.5.1809 in Wien) – Kompo­nist – Zu sei­nen berühmtesten Werken zählt „Die Schöpfung“.

Foto Wikimedia Commons

 

 

Die Tagespost brachte am 16. Januar 2016 unter der Überschrift „Ein Oratorium am Puls der Zeit – Haydns ‚Schöpfung’ zwischen Publikumserfolg und theologischer Kritik“ eine Besprechung von Barbara Stühlmeyer. Die Verfasserin erwähnt unter anderem den großartigen Erfolg sowohl der nicht öffentlichen Erstaufführung am 8. März 1799 als auch der Aufführung für die breitere Öffentlichkeit am 19. März 1799 sowie Haydns grandiosen finanziellen Erfolg mit diesem Oratorium.

Link zum Artikel in der Tagespost

Karl Leisner war 15 Jahre alt, als er einen Teil des Oratoriums nicht nur hörte, sondern selbst mitsang.

Kleve, Mittwoch, 30. Juli 1930
Beginn der Sommerferien
Um 8.00 Uhr Messe in der Unter[stadt]kirche. Danach in der Aula [des Gymnasiums] Verfassungsfeier[1]. – Der Chor sang (ich im Baß) 1. das „Halleluja“ [aus dem Oratorium „Messias“] von [Georg Friedrich] Hän­del, 2. „Die Himmel erzählen“ (aus der „Schöpfung“) von Haydn und 3. das einstimmige Lied „Du bist das Land, wo von den Hän­gen“ [von Adolf Frey], das Hanns Schwarz selbst komponiert hat. Die Festrede hielt „Jumbo“ (Studienrat Hie­gemann). Inhalt der Rede war: Freude über die Befreiung des Rheinlan­des [am 30.6.1930], schließlich dann über die Reichs­farben (Arti­kel 3 der Verfas­sung[2]) – Schreck­lich langweilig!
Ich saß im Chor hinter dem großen Ofen und machte Unsinn. Um 10.00 Uhr war die Feier zu Ende.

[1]        Verfassungsfeier: von Reichspräsident Friedrich Ebert eingeführte, alljährlich wiederkehrende Feierlich­keit zur Erinnerung an die Verabschiedung der Weimarer Reichsverfassung vom 11.8.1919 – In der Schule wurde sie vermutlich jeweils vor Ferienbeginn begangen: 1928 am 11.8.; 1930 am 30.7.; 1932 am 26.7. Nach Adolf Hitlers Ernennung zum Reichskanzler im Januar 1933 fand keine Verfassungsfeier mehr statt.
In der Zeitschrift „Der Jungführer“ erschien der Artikel „Eine Verfassungsfeier der Jung­män­ner“. Neben Vorschlägen für Lieder und Texte schrieb ein gewisser Franz Nies­kens:
Das Jahr 1918 brachte die schmerzliche und ungeheure Wirklichkeit des verlorenen Krieges. Die staatliche Autorität war geschwunden. Das Chaos stand vor der Tür. Die alten Mächte standen an der Erfüllung ihrer Ge­schichte. Sie mußten abtreten. Aus den immer jungen Kräften des Volkes er­neuerte sich der staatliche Wille. Die Revolution zerschlug die Monarchie. Die Republik trat in den Lauf der Zeit. In langem Ringen   begann das Volk sich aufzuraffen und rief nach Ruhe und Ordnung. Das deutsche Volk wählte seine Nationalversammlung. Im Februar 1919 trat diese in Weimar zusam­men. In mühsamer, langer Arbeit schuf sie die neue Verfassung des Volkes. Hin und her ging der Kampf. Am 31.7.1919 wurde das Werk von Weimar von der Nationa­lver­sammlung beschlossen. Am 11.8.1919 unterzeich­neten der Reichspräsident und das gesamte Mini­sterium dieses Werk. Am sel­ben Tag wurde die neue Verfassung des deutschen Volkes verkündet. Seit diesem Tage erhalten Jahr für Jahr die schulentlasse­nen jungen Deut­schen den Text der Reichsverfassung mit auf den Weg. Das junge Deutschland sollte heute seine Verfassung kennen. Davon sind wir noch weit entfernt (Jungführer 1929: 86).

[2]    Verfassung des Deutschen Reiches vom 11.8.1919:
Artikel 3: Die Reichsfarben sind schwarz-rot-gold. Die Handelsflagge ist Schwarz-Weiß-Rot mit den Reichsfarben in der oberen inneren Ecke.