Karl Leisner und Polen

Unter der Überschrift „Glückwünsche aus Kleve an den polnischen Primas“[1] berichtete der ehemalige Pressesprecher des IKLK und Koordinator der deutsch-polnischen Zusammenarbeit mit der Katholischen Polnischen Gemeinde in Kleve Werner Stalder in der Rheinischen Post vom 29. April 2017 über das Jubiläum „600 Jahre Primas in Polen“ in Gnesen.

[1] Seit 2014 ist Wojciech Polak Erzbischof von Gnesen und Primas von Polen.

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Im KZ gab es vielfältige Möglichkeiten, Kontakte zu polnischen Häftlingen zu bekommen. Für Karl Leisner waren es vor allem der spätere Erzbischof Dr. theol. Kazimierz Majdański im KZ Sachsenhausen und Josef Kardinal Beran im KZ Dachau.

Erzbischof Dr. theol. Kazimierz Majdański (* 1.3.1916 in Malgów/PL, † 29.4.2007 in Warschau) – nach dem Abitur Eintritt ins Priesterseminar in Leslau/Włocławek/PL – Verhaftung aller anwe­sen­den Semi­naristen u. Pro­fes­soren durch die Gestapo 7.11.1939 – Er kam am 29.8.1940 ins KZ Sachsen­hausen, wo Karl Leisner als Hilfsschreiber den Theologiestudenten aufnahm, und am 14.12.1940 ins KZ Da­chau. Dort mußte er sich pseudomedizinischen Versuchen unter­zie­hen. Er wurde am 29.4.1945 befreit. – Priesterweihe 29.7.1945 in der polni­schen

Kopie aus den Unterlagen zu Karl Leisners Seligsprechung

Kirche Mariä Him­mel­­fahrt in Paris durch Bischof Karol Radonski von Włocła­wek – zuvor kurzfri­stige Erteilung fehlender Nie­derer Weihen sowie der Subdiakonen- und Diako­nen­weihe – Bischofs­­weihe zum Weih­bischof für das Bistum Włocła­wek 24.3.1963 in Włocławek durch Stefan Kar­dinal Wyszyñski (1901–1981) – Erz­bischof von Stettin-Cammin/PL 1979–1992 – Im Seligsprechungsprozeß 1981 und im Martyrerpro­zeß 1990 für Karl Leisner hat er als Zeuge ausgesagt.

Quelle des Fotos: Wikimedia Commons / gemeinfrei (abgerufen 03.04.2017)

 

Kazimierz Majdański:
Ein starker Ein­druck: Er [Karl Leisner] nahm als Hilfsschreiber die Perso­nalien auf[1], und als er erfuhr, daß er es mit einem Kleriker zu tun habe, stellte er sich selbst als Diakon vor, doch vor allem stellte er sich mit sei­nen Worten und seiner Haltung als Mensch vor. An diesem ersten Tag unseres Auf­enthalts unter Leuten, die toll von Haß und einer Massen­dämo­nie un­terlegen waren, war das sehr viel.[2]

[1] Das Original dieses von Karl Leisner handschriftlich ausgefüllten Personalbo­gens befindet sich im Nachlaß von Erzbischof Kazimierz Majdański, s. Seligsprechungsprozeß: 1566.
[2] Seligsprechungsprozeß: 1557

Schwestern des Karmel Regina Martyrum in Berlin im August 1996 an die Freunde des Klosters:
Eigens erwähnen möchte ich, daß in unserem Klo­ster Erzbischof Kazi­mierz Majdański aus Szczecin (Polen) zu Gast war während des Papst­be­suchs [1996]. Er war ein Leidensgenosse von Karl Leisner im Lager Dachau und war zuvor im KZ Sachsenhausen (unweit von Berlin) von Karl Leisner re­gistriert worden. Erzbischof Majdański schrieb in unser Gäste­buch:
„Ich habe Karl Leisner am ersten Tag in Sachsenhausen kennenge­lernt (29.8.1940), ich konnte ein Zeuge bei seinem Heiligsprechungs­pro­zeß [Seligsprechungsprozeß] sein, und heute konnte ich kommen, um mor­gen an seiner „Seligkeit-Ver­kündigung“ durch Papst Johannes Paul II. teilnehmen zu dürfen.
Gottes Wege sind wunderbar!
Kazimierz Majdański Berlin, 22.6.96“

Dr. Josef Kardinal Beran (* 29.12.1888 in Pilsen/Plzeň/CZ, † 17.5.1969 in Rom, beigesetzt in der Krypta des Petersdomes) – Priesterweihe 10.6.1911 in Rom – Er kam wegen Verkehrs mit rechtsfeindlichen Kreisen am 4.9.1942 ins KZ Dachau und wurde am 29.4.1945 befreit. Er hat Bischof Gabriel Piguet bei der Prie­sterweihe von Karl Leisner assistiert. – Bischofs­weihe zum Erzbischof für das Erz­bi­stum Prag 8.12.1946 – Kar­dinal 1965 – Eröffnung des Selig­spre­chungsprozesses 2.4.1998

Quelle des Fotos: Wikimedia Commons / Autor: Karel Miloslav Hlaváček / CC BY-SA 4.0 (abgerufen 13.04.2017)

 

Siehe Aktuelles vom 24. Januar 2017.

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Schon sehr früh taucht in Karl Leisners Tagebuch ein Bezug zu Polen auf. Am 9. Juni 1929 notierte er:

Kleve, Sonntag, 9. Juni 1929
Ausflug mit dem KBV
Heute fuhren wir um 12.50 Uhr [mit der Eisenbahn] mit dem Katholischen Beamtenverein nach Marienbaum. Von dort gings zu Fuß nach „Villa Reichswald“ bei Labbeck (über den Kai­ser-Otto-Weg), wo zuerst Kaffee getrunken wurde.

Vermutlich wußte er damals noch nicht, daß die Namensgebung des Weges der Geburt von Otto III. im Reichswald geschuldet ist.[1]

[1]  Otto III. (* 980 im Reichswald, † 1002) – Sohn von Otto II. (955–983) u. dessen Frau, der byzantinischen Prinzes­sin Theophanu (960–991) – Auf Grund der auf dem Weg in die kaiserliche Pfalz zu Nijmegen verfrüht einsetzenden Wehen erblickte der Thron­erbe im damals Ketil genannten Kesselwald, einem Teil des heutigen Reichswaldes, das Licht der Welt. Seine Wahl zum deut­schen König erfolgte 983 und seine Krönung zum Kaiser durch Papst Gregor V. (972–999) 996.
Um 999/1000 begab sich Kaiser Otto III. nach Gnesen, um das Grab des 997 von den Pruzzen ermordeten Bischofs Adalbert von Prag und Herzog Boleslaw Chrobry aufzusuchen. Kaiser und Herzog schlossen ein „foedus amicitiae“, ein Freundschaftsbündnis. Otto III. hatte besonderes Interesse an Polen und seine zahlreichen Treffen mit den polnischen Herzögen zeigen bereits intensive „deutsch-polnische Beziehungen“.

* * * * *

In den von Februar 1975 bis Februar 2010 erschienenen Rundbriefen des IKLK finden sich zahlreiche Berichte über Kontakte des IKLK zu Polen.

Zitate aus den Rundbriefen

Sammlung von Dokumenten – Literatur – etc. für den Karl-Leisner-Kreis
Folgende Dokumente wurden aufgefunden:
[…]
d) Personalblatt K. M. [Kazimierz Majdański], geschrieben von Karl Leisner: KZ Museum Kalish/Polen.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 2: 3

Im November 1975 besuchte der ehemalige Dachauer KZ-Häftling und jetzige polnische Weihbischof Majdański das Grab Karl Leisners in der Krypta des Domes zu Xanten und referierte vor dem Vorstand über das Persönlichkeitsbild Karl Leisners und die Priesterweihe in Dachau.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 3: 1

Herr Pfarrer Bornefeld, Wadersloh, hat anläßlich der Eröffnung einer Dachau-Gedenkstätte der polnischen Priester in Kalisch am 19.3.1977 über Karl Leisner und die Vorbereitung seines Informationsprozesses gesprochen.
[…]
Die Priesterkongregation Kleve plant für das Jahr 1980 eine deutsch-polnische Woche anläßlich der 1000-Jahr-Feier Otto III. (980 bei Kleve geboren). An eine Gedenkstunde „Maximilian Kolbe[1] – Karl Leisner“ ist dabei gedacht.[2]

[1] Pater Dr. phil. Dr. theol. Maximilian Maria (Rajmund) Kolbe OFM (* 7.1.1894 in Zduńska Wola bei Lodsch/Łódź/PL, † ermordet 14.8.1941 im KZ Auschwitz/PL) – Eintritt in den Minori­te­n­orden der Franziskaner 4.9.1910 – Priesterweihe 1918 in Rom – Ver­haftung u. Inhaf­tie­rung im KZ Oranienburg September 1940 – Entlassung Dezember 1940 – erneute Ver­haf­tung u. Einweisung ins KZ Auschwitz Februar 1941 – Bei einem Appell vor dem KZ-Kommandanten Karl Fritzsch (1903–1945) im Juli 1941 wurden zehn Männer ausge­son­dert, die als Strafaktion wegen der Flucht eines Gefangenen in den Hunger­bunker einge­schlossen werden sollten. Einer von ihnen, Franz Gajowniczek (* 15.11.1901, † 13.3. 1995), schrie laut auf und erinnerte unter Tränen an seine beiden Söhne. P. Maximilian Kolbe trat hervor und bot sein Leben für das des Familienvaters, was Karl Fritzsch akzep­tierte. P. Maximilian Kolbe hörte man im Hungerbunker noch tagelang singen und beten. Als seine neun Leidensgenossen bereits verhungert waren, P. Maximilian Kolbe aber noch wenige Lebenszeichen von sich gab, verabreichte man ihm schließlich eine Gift­spritze. – Seligsprechung 1971 – Hei­ligsprechung durch Papst Johannes Paul II. in An­we­sen­heit des geretteten Franz Gajowniczek in Rom 1982
[2] Rundbrief des IKLK Nr. 4: 2

An der Romfahrt des IKLK vom 5. – 10. Dezember 1977, bei der Bischof Heinrich Tenhumberg die Articuli über Karl Leisner mit anderen erforderlichen Schriftstücken dem Präfekten der Kongregation für Heiligsprechungen Corrado Kardinal Bafile überrei­chte, nahmen auch Polen teil.[1]

[1] s. Rundbrief des IKLK Nr. 5: 1

Der Akademieabend aller Teilnehmer am 7.12.1977 mit Bischof Tenhumberg aus Münster und dem ehemaligen KZ-Häftling Weihbischof Majdański aus Polen.[1]

[1]  Rundbrief des IKLK Nr. 5: 2

Die Dokumentation ’Christus meine Leidenschaft’ ist z.Zt. noch lieferbar und wird 1979 in zweiter Auflage erscheinen. Sobald die staatliche Erlaubnis vorliegt, wird sie auch in polnischer Sprache gedruckt.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 5: 3

Auch im Berichtsjahr 1977/78 brachten Rundfunk (Radio Vatikan; BRF), Fernsehen (WDR) und in­ternationale Presse (Deutschland, Polen, Italien, Belgien, Jugoslawien) Berichte über Karl Leisner.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 5: 3

Am Samstag – 7.6.1980 – wird in der Kirche Regina Martyrum um 14.00 Uhr der polnische Bischof von Stettin – Dr. Kazimierz Majdański – ein Weggenosse Karl Leisners in den KZ Sachsenhausen und Dachau – für Karl Leisner und alle KZ-Opfer ein Pontifikalamt feiern. [1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 7: 2

Der polnische Bischof Dr. K. Majdański machte am 1.9.1979 – dem 40. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen – eine Wallfahrt an das Grab Karl Leisners. Bei dieser Gelegenheit fei­erte der Bischof im Dom zu Xanten die heilige Eucharistie für die Versöhnung der Völker.[1]

[1]  Rundbrief des IKLK Nr. 7: 3

Zur 1000. Wiederkehr der Geburt Ottos III. im Reichswald bei Kleve finden in Kleve, Gnesen und Aachen Feierlichkeiten statt, die der Versöhnung zwischen dem deutschen und polnischen Volk dienen sollen. Die Jugend lädt am 31.5.1980 zu einer Versöhnungswallfahrt zum Grab Karl Leisners in die Xantener Domkrypta ein, in der auch Erde vom KZ Auschwitz aufbewahrt wird.[1]

[1]  Rundbrief des IKLK Nr. 7: 5

1981 sind folgende Publikationen über Karl Leisner vorgesehen:
Faltblätter in deutscher, englischer, französischer, italienischer, niederländischer und polnischer Sprache. [1]

[1]  Rundbrief des IKLK Nr. 8: 2

Spende Polen
Der IKLK, der aufgrund seiner Satzung im Sinne Karl Leisners zur Völkerverständigung beitragen will, ruft alle Mitglieder freundlich auf, seinen in Not befindlichen Mitgliedern in Polen durch Pa­ketsendungen zu helfen. Die Anschriften der polni­schen Mitglieder sind aus den Mitgliederlisten er­sichtlich. Dringend erwünscht sind: Milchpulver, Reis, Teigwaren, Öl in Büchsen, Zucker, Dauer­wurst, Fleisch in Büchsen etc. Die postalischen Bedingungen sind auf jedem Postamt erhältlich.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 9: 2

Inzwischen sind Faltblätter über Karl Leisner in englischer, französischer, italienischer, niederländischer und polnischer Sprache erschienen.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 9: 3

Da am 10. Oktober 1982 der Pole P. Maximilian Kolbe als erster KZ’ler in Rom heiliggesprochen wird, hielt der Vorstand des IKLK es für sinnvoll, die zum 30.9.1982 abgeschlossenen Prozeßakten für die Seligsprechung des deutschen KZ-Primizianten Karl Leisner in der Woche dieser Heiligsprechung in Rom zu übergeben.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 10: 1

Das Jahr 2000 steht vor der Tür. „Es ist daran gedacht worden, die 2000. Wiederkehr der Geburt Christi in 18 Jahren zum Anlaß zu nehmen, um in der Zeit bis dahin besondere Impulse für Europa zu setzen. In enger Zusammenarbeit zwischen der Polnischen, der Französischen und der Deutschen Bischofskonferenz sollen entsprechende Maßnahmen vorbereitet werden.“ (Osservatore Romano 18.6.82 – Nr. 25).
„Es geht vor allem um die Erneuerung der religiösen und moralischen Werte, auf denen Europa entstanden ist und auf denen die gesellschaftliche Ordnung in jedem Land aufgebaut sein muß, um zur Grundlage des Friedens zu werden.“ (Abschlußkommuniqué über die Begegnung der deutschen Bischöfe mit Vertretern des polnischen Episkopats 6.6.1982 in Auschwitz)[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 11: 1

Seine [Karl Leisners] Priesterweihe in Dachau ist ein kirchenhistorisch europäisch einmaliges Ereignis. Sie fand in Gegenwart von Mitgliedern aus 24 europäischen Nationen statt und ist zugleich ein Versöhnungsakt zwischen Deutschland und Frankreich noch während des Krieges. Sein Primizsegen galt den 24 Nationen im Lager, aber besonders – trotz des Verbotes in den polnischen Baracken[1] – den 1500 polnischen Mitbrüdern.
1945 erlebt Karl Leisner noch im KZ den Zusammenbruch des hitlerischen Europas und appelliert vom Krankenbett aus gleichsam als Vermächtnis:
„Du armes Europa, zurück zu Deinem Herrn Jesus Christus! Dort ist das Schönste, was Du trägst. Zurück zu den frischen Quellen der göttlichen, wahren Kraft!“
Im Angesicht des Todes – am 30. Mai 1945 hatte er bereits die Krankensalbung empfangen – opfert er sein Leben für ein christliches Europa:
„Heiland, laß mich ein wenig Dir dabei Instrumentum sein. Oh, ich flehe Dich an!“ (16.6.1945)
Die europäische Dimension Karl Leisners entspricht den Bemühungen des Hl. Vaters, [des polnischen Papstes Johannes Paul II.], insbesondere den Bemühungen der Deutschen, Polnischen und Französischen Bischofskonferenzen, nämlich die europäische Idee, die Idee für ein christliches Europa, im Hinblick auf die Bedeutung des Jahres 2000 voranzubringen.
Beten und arbeiten wir, daß Karl Leisner – als Schrittmacher für ein christliches Europa – seliggesprochen wird. [2]

[1] Es gab zu der Zeit nur die polnische Baracke 28
[2] Rundbrief des IKLK Nr. 11: 2

Rückblick
Die gut besuchte JHV genehmigte am 6.11.1981 1.000,00 DM für Polenhilfe.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 11: 2

Rompilgerfahrt anläßlich der Aktenübergabe
Nach Abschluß des Seligsprechungsprozesses durch die Diözese am 30.9.1982 in Münster/Westf. werden die Akten am 11./12. Oktober 1982 im Auftrag des Bischofs von Münster durch den polni­schen Bischof K. Majdański, einem Mithäftling KL’s in Sachsenhausen und Dachau, der Kongre­gation für Heiligsprechung übergeben.
40 Rompilger des IKLK werden vom 8.-16. Ok­tober 1982 u.a. die Heiligsprechung des ersten KZ’lers Pater Maximilian Kolbe und die Gedenk­gottesdienste für KL anläßlich der Aktenübergabe erleben.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 11: 3

Auch bitten wir unsere Mitglieder wiederum, unsern Mitgliedern in Polen (siehe Mitgliederli­sten) besonders vor Weihnachten Pakete zu­kommen zu lassen.
Geldspenden für Polenhilfe können auf die Kon­ten des IKLK mit dem Vermerk „Polen­spende“ überwiesen werden.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 11: 4

1. Rückblick
Karl-Leisner-Romfahrt 1982

Die im Rundbrief Nr. 11 angekündigte KL-Romfahrt fand vom 8.-16. Oktober 1982 statt. Nach Abschluß des Seligsprechungsprozesses durch die Diözese Münster am 30.9.1982 wurden die Akten von Vizepostulator Pfr. Kleinen in Begleitung einer Gruppe des IKLK von 40 Pilgern nach Rom gebracht und dort am 12.10.1982 im Auftrag des Bischofs von Münster durch den polnischen Bischof K. Majdański – einen Mithäftling Karl Leisners in Sachsenhausen und Dachau – in der Kongregation für Heiligsprechung feierlich an Kardinal Palazzini übergeben.
Die Pilgergruppe erlebte auch die ergreifende Heiligsprechung des KZ-Priesters Pater Maximilian Kolbe sowie tägliche Gottesdienste im Gedenken an KL in Campo Santo, im Petersdom, in der St. Sebastian-Katakombe und in Subiacco. In allen Ansprachen während dieser Eucharistiefeiern stellten die Priester die europäische Dimension KL’s besonders heraus.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 12: 2

Europa-Tag
Die Stiftspfarre in Kleve – die Heimatpfarre KL’s – veranstaltete am 7.11.1982 einen ‚Europa-Tag’, an dem der Europa-Gedanke durch vier europäische christliche Zeugen aus der NS-Zeit herausgestellt wurde:
–           Titus Brandsma/Niederlande – Maximilian Kolbe/Polen
–           Karl Leisner/Deutschland – Edmond Miche­let/Frankreich
Durch Anbringung einer Gedenktafel soll die Erin­nerung an diese vier Zeugen lebendig gehalten werden.[1]

[1]  Rundbrief des IKLK Nr. 12: 3f.

Polenhilfe 1983
Der IKLK konnte 1982 in Verbindung mit der Stadt Kalkar dem Industriebistum Stettin einen Lebens­mitteltransport zukommen lassen.
Auch im Herbst 1983 soll ein weiterer Lebensmit­teltransport gestartet werden.
Der Aufruf „Polenspende“ im letzten Rundbrief Nr. 11 erbrachte bereits einen Spendenbetrag von 900,-DM. Allen Spendern sowie den Mitgliedern, die auf Anregung des IKLK Pakete nach Polen schick­ten, sei auf diesem Weg Dank gesagt.
Der IKLK, der auch im Sinne KL’s zur Völkerver­ständigung beitragen will (§ 2 Abs. 3 der Satzung) bittet für den „Lebensmitteltransport 1983“ um eine großzügige Spende auf seine Konten:
– Sparkasse Kleve – Kto. Nr. 5028378 (BLZ 324 500 00)
– PSK Essen 2260-431 (BLZ 360 100-45)
Für die Spenden werde Quittungen ausgestellt.
Der Geschäftsführer wird die Sendung dem ehema­ligen KZ-Häftling – Bischof K. Majdański von Stettin – übergeben.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 12: 4f.

1983 erbrachte die Polen-Spenden-Aktion unse­rer Mitglieder die erfreuliche Summe von 10.000,– DM.
Allen Spendern sei auf diesem Wege ganz herzli­chen Dank gesagt – auch im Namen des polnischen Bischofs Majdański – dem am 13. Dezember 1983 der Geschäftsführer und sein Bruder Erich Haas in Stettin die Spenden: Schuhe, Kleidung, Öl und Zucker im Wert von 15.000,– DM übergeben konnten.
Aufgrund der anhaltenden Notlage in Polen hat der Vorstand des IKLK auf seiner Sitzung am 27. Fe­bruar 1984 beschlossen, 1984 im Herbst wiederum einen Spenden-Transport in das Bi­stum Stettin zu starten. Wir dürfen deshalb alle unsere Mitglieder erneut herzlich um eine groß­zügige Polenspende 1984 bitten und legen daher wiederum ein Über­weisungsformular bei.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 13: 3

Der Internationale Karl-Leisner-Kreis hat zur Zeit 483 persönliche und 5168 korporativ ver­bundene Mitglieder. Die stärkste ausländische Gruppe bilden die Polen mit 52 Mitgliedern. Wir bitten recht herzlich um verstärkte Wer­bung neuer Mitglieder.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 13: 4

Während des Katholikentages fand am 6. Juli im ehemaligen KZ Dachau auf Block 26, auf dem Karl Leisner vor 40 Jahren heimlich die Priesterweihe empfangen hatte, eine Eucharistie-Gedenkfeier statt. Es konzelebrierten der polnische Bischof Majdański von Stettin, der französische Bischof Dardel von Clermont, Weihbischof Woeste aus Münster und Weihbischof Stefanek aus Stettin mit den KZ-Priestern Sonnenschein, Scheipers und Augst (+1984). Dieser Gottesdienst an historisch-grausamer Stätte, der auch von vielen Dachauer Bürgern und Geistlichen besucht wurde, hinterließ bei allen Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck. Die Kollekte für das Priesterseminar in Stettin erbrachte spontan 2.000,– DM.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 14: 2

Da die Polenspende 1984 unserer Mitglieder für einen Transport in unser Paten-Bistum Stettin nicht ausreichte, wollen wir 1985 diesen Hilfs­gütertrans­port nachholen. Wie Mitglieder des IKLK aus Po­len uns mitteilten, besteht nach wie vor in be­stimmten Bereichen Not. Wir bitten daher noch einmal herzlich alle Mitglieder um eine großzügige Spende für die Polen-Aktion 1985. Eine Zahl­scheinüberweisung liegt diesem Rundbrief bei.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 14: 5

Zur weltweiten Verbreitung des exemplarischen Lebens Karl Leisners gab der IKLK folgende Schriften heraus: – Informationsblätter in deutscher, englischer, französischer, niederländischer, italienischer, polnischer und spanischer Sprache. Davon wurden mehrere hunderttausend Exemplare verschickt.
[…]
Zwecks Förderung der Völkerverständigung, des Friedens und der Europäischen Einigung im Sinne Karl Leisners wurden bisher drei Hilfstransporte nach Polen im Wert von 100 000 DM vom IKLK durchgeführt. In mehreren Gemeinden und Städten Deutschlands sind in den letzten zehn Jahren Schulen, Heime, Häuser, Straßen, Kindergärten und Jugendgruppen nach Karl Leisner benannt worden. Auch einige Ausstellungen beschäftigen sich mit ihm und seinem geistig-religiösen Erbe.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 15: 2

Im Dezember 1985 führte der IKLK seinen dritten Hilfsgütertransport nach Polen in die Diözese Stet­tin-Kammin durch. Bischof Majdański wurden Waren im Wert von 30.000 DM übergeben. Der Bischof läßt auf diesem Wege allen Spendern recht herzlich Dank sagen. Für das in Bau befindliche Priesterseminar in Stettin konnten 2.000 DM Kol­lektengelder vom Katholikentag München (Kl-Ge­denkgottesdienst in Dachau) und eine Spende von 1.000 DM des IKLK überreicht werden.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 15: 4

1987 beabsichtigt der IKLK wieder einen Hilfs­transport nach Polen durchzuführen. Eine Spende von 300 Paar Schuhen ist bereits einge­gangen. Wenn Sie mithelfen wollen, bitten wir um einen Betrag auf die o.a. Konten des IKLK.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 15: 5

„Auf den Spuren von Maximilian Kolbe im Gei­ste Karl Leisners“ hieß das Motto einer neuntä­gigen vom IKLK getragenen und vom Christo­phorus-Reisedienst/Münster im August 1986 gut organisierten Pilgerfahrt nach Polen. Aus­gangspunkt war das Grab Karl Leisners in Xanten. Erlebnishöhepunkte waren Eucharistie­feier und Predigt des KZ-Bischofs Ignacy Jeż[1] in Kalish; das Treffen mit dem Polen Franciszek Gajowniczek in Niepokalanow am Todestag Kolbes, für den M. Kolbe freiwillig in Ausch­witz in den Tod ging; der Mariä-Himmel­fahrtstag in Tschenstochau mit der Ankunft von 165 000 Pilgern aus ganz Polen und dem Gottesdienst unserer Gruppe vor der Schwarzen Madonna und das tiefgreifende Er­lebnis des ehemaligen KZ Auschwitz, in dem Kolbe und Hunderttausende das Martyrium er­litten.
Die Pilger gewannen die Erkenntnis: Der Pole Maximilian Kolbe und der junge Deutsche Karl Leisner sind – jeder in seiner besonderen Weise – in mehrfacher Hinsicht z. B. durch ihre Maria­nität, ihr radikales Streben nach Heiligkeit so­wie durch die Hingabe ihres Lebens wesens­verwandt. Sie sind auch – jeder in seiner Weise – Wegbereiter für ein neues Europa. Die Pilger machten die Erfahrung, daß Karl Leisner in Po­len kein Unbekannter mehr ist und daß dort täg­lich von Einzelpersonen und in Klöstern für seine Seligsprechung gebetet wird. Wir danken unsern polnischen Mitgliedern und Freunden für ihr Gebet und ihre Arbeit.[2]

[1] Bischof Ignacy (Ignatius) Jeż (*31.7.1914 in Radomysl, † 16.10.2007 in Rom) – Priesterweihe in Kattowitz 20.6.1937 – Er kam am 7.10.1942 ins KZ Dachau und wurde am 29.4.1945 befreit. – Bischofs­weihe zum Weihbischof von Gorzów/Lands­berg in Gorzów 5.6.1960 – Bischof der neuen polnischen Diözese Koszalin/Köslin 28.6.1972 – Papst Benedikt XVI. hat am 17. Oktober 2007 bei der Bekanntgabe neuer Kardinäle mitgeteilt, daß er auch Bischof Ignacy Jeż ernennen wollte.
[2] Rundbrief des IKLK Nr. 16: 2f.

Während seines 3. Heimatbesuches sprach der Papst im Zentrum von Warschau in Gegenwart von über 1 Million Gläubigen den 2. Dachauer KZ-Häftling, den polnischen Weihbischof Dr. Michael Kozal selig. 9 Mitglieder des IKLK, 9 Franzosen und 2 Deutsche konnten diese eindrucksvolle Feier miterleben.

Zum Papstbesuch in Polen erschien in Stettin das beachtenswerte Buch „Bedziecie Moimi świadkami…“ („Ihr sollt meine Zeugen sein…“). Autor ist Bischof K. Majdański von Stettin, der in Oranienburg und Dachau Mit­häftling Karl Leisners war und ihn und den IKLK darin des öfteren erwähnt. Voraussicht­lich wird das Buch demnächst im Verlag Her­der/Fr. in deutscher Sprache erscheinen.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 16: 5

Mitteilungen und Hinweise
Im Dezember 1986 führte der IKLK einen Hilfs­transport für Polen (Schuhe, Papier, Meß­wein, Lebensmittel, Kerzen etc.) nach Stettin, Zakrozym, Towicz und Warschau durch. Mit einem KAB-Hilfstransport aus Goch konnten im April 1987 über 300 Paar neue Schuhe durch den IKLK nach Polen vermittelt werden.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 16: 6

Erstmalig nahmen an dieser JHV 10 französi­sche Mitglieder teil. Als wichtigen Punkt teilte der Vizepostulator eine Anregung aus Polen mit, der Bischof von Münster möge den Selig­sprechungsprozeß Karl Leisners von „Confes­sor“ auf „Martyrer“ in Rom umstellen lassen. Bisher wurden 5 KZ-Häftlinge (Maximilian Kolbe 1982; Titus Brandsma 1985; Edith Stein 1987; Michael Kozal 1987; Marcel Callo 1987) selig- bzw. heiliggesprochen. Sie erhielten alle den Ehrentitel „Martyrer“. Deshalb sollen Bischof Dr. Reinhard Lettmann von Münster die notwendigen Unterlagen zugesandt werden, damit er die Umstellung bzw. die Ergänzung des Prozesses in Rom beantragen kann.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 17: 4

Mitteilungen und Hinweise
Auf Beschluß des Vorstandes und der JHV 1987 wird der IKLK 1988 mit den restlichen ’Polen­geldern’ einen Medikamententransport nach Polen organisieren.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 17: 5

Aus Polen erhielten wir folgende Nachricht: „Wir sind ein Männerorden, kontemplativ und aktiv. Unser Ziel: Apostolat der Göttlichen Vorsehung, Dienst in Krankenhäusern, Altenheimen, Dienst an einsamen und verlassenen Menschen, auch an be­hinderten und taubstummen Menschen. Unser Ziel ist auch ein dauerhaftes Gebet. Wir beten für ster­bende Sünder, für Feinde der Kirche Christi … Unser Motto: Die Liebe lernen durch das Schenken der Liebe und Barmherzigkeit. Ich schreibe diesen Brief, denn wir wollen auch Karl Leisner als unsern Patron haben. Ab heute, dem 14.3.1988 beten wir auf seine Fürbitte hin um Frieden in der Welt, um Sieg des Guten über das Böse. Bitte schicken Sie uns Unterlagen und Informationsmaterial über Le­ben und Tod Karl Leisners.“ (Brief vom 14.3.1988)[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 18: 2

Der Bischof von Münster Dr. R. Lettmann hat in einem Schreiben vom 18.2.1988 an Kardinal Glemp/Warschau die polnische Bischofskonferenz gebeten, sie möge in einer Petition den Hl. Vater um die Seligsprechung Karl Leisners bitten: „… Die Seligsprechung Karl Leisners könnte ein Zeichen sein, auch in schwerer Zeit Christus in der Kirche treu zu bleiben. Sie könnte der Jugendseelsorge neue Impulse geben und zugleich eine weitere Brücke zur Verständigung und Versöhnung unter den Völkern sein.“[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 18: 3

Kardinal Josef Glemp/Warschau teilte im Juni 1988 Bischof R. Lettmann in Münster mit, daß die polnische Bischofskonferenz die Seligsprechung des Priesters Karl Leisners aus der Diözese Münster in Rom unterstützen werde, der „als Deutscher im Konzentrationslager Dachau ein Zeugnis christlichen Lebens gegeben habe.“[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 18: 4

Nachrichten aus Polen
Am 13. März 1988 feierte Bischof K. Majdański in Stettin sein silbernes Bischofsjubiläum. Er kannte Karl Leisner aus seiner Häftlingszeit in den KZ Oranienburg und Dachau und war Zeuge seiner Priesterweihe.
Bei der Festversammlung nach dem Pontifikalamt stellte der Bischof seinen zahlreichen Festgästen Karl Leisner und den IKLK vor. Unser Kreis konnte aus seinem Polenfonds dem Jubilar eine Spende für Notmedikamente überreichen.
In Warschau/Lomianki wurde eine Kontaktstelle des IKLK für Polen eingerichtet. Die Anschrift lautet: Ks. Jarrek Szymczak, ul. Backzyniskiego 6b, PL – 05-150 Lomianki – k W-wy.
Inzwischen hat der IKLK in Polen ca. 60 Mitglie­der, und in zahlreichen polnischen Klöstern ist das Gebet für die Seligsprechung Karl Leisners tägli­ches Anliegen.
Die am 8. Dezember 1982 in Warschau von Br. Miroslaw Kunert neugegründete Ordensfamilie „Brüder der Göttlichen Barmherzigkeit“ hat mit dem IKLK Kontakt aufgenommen und beabsichtigt, Karl Leisner zu ihrem zweiten Patron zu wählen: „Wir versprechen Ihnen unser Gebet für die Selig­sprechung Karl Leisners. Ich schreibe diesen Brief, denn wir wollen ihn als unsern Patron haben.“[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 18: 6

Nachrichten aus Polen
Die polnische Bischofskonferenz hat während ihrer Plenarkonferenz in Jasna Gora am 3. Mai 1988 sich mit der Causa Leisner befaßt. Berichterstatter war Bischof Kazimierz Majdański aus Stettin, der als Diakon mit Karl Leisner in den KZ Sachsenhau­sen und Dachau über 5 Jahre verbracht hat. Er legte für seinen Mithäftling Leisner Zeugnis ab. In einem Brief an Bischof Lettmann von Münster betont Kardinal Glemp, daß die polnischen Bischöfe den 1977 in Rom eingeleiteten Prozeß der Seligspre­chung Leisners, der als „Deutscher im Konzentrati­onslager ein Zeugnis christlichen Lebens“ gegeben habe, in Rom unterstützen werden.
Auf der Jahreshauptversammlung 1988 wurde Alina Skurska als Kontaktperson des IKLK für Polen bestellt und als Beisitzerin in den Vorstand gewählt. Ihre Adresse lautet:
Alina Skurska, ul. Backzyńskiego 6b, PL – 05 – 150 tomianki –k/W-wy
Vom 18.-21. September besuchten Frau Mari­janna Jaczkowska, geb. Frelichowska, und ihr Sohn Zygmunt das Grab Karl Leisners in Xanten, den Wallfahrtsort Kevelaer und die Heimatstadt Kleve. Ihr Bruder Kaplan Stefan Wincenty Frelichowski war von 1940 – 1945 mit Karl Leisner in Sachsen­hausen und Dachau inhaftiert. Ende 1944 stellte sich Frelichowski freiwillig für die Pflege von Ty­phuskranken zur Verfügung. Zwei Monate vor der Befreiung des Lagers – am 23.2.1945 starb Freli­chowski durch Ansteckung und an Lungenentzün­dung. 1963 wurde der Seligsprechungsprozeß für ihn in Rom eröffnet. Von Kleve aus besuchten die polnischen Gäste erstmalig das Lager Dachau.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 19: 7

Nachrichten aus Polen

Bischof Kazimierz Majdański aus Stettin, ein Leidensgenosse Karl Leisners in den KZ Sach­senhausen und Dachau, hat zu dem Buch von Prof. Lejeune „Comme l’or passé au feu – Carl Leisner 1915-1945“ das Vorwort geschrie­ben.

Zu Ehren ihres 1987 in Warschau seliggespro­chenen Weihbischofs Michael Kozal, der 1942 im KZ Dachau verstorben ist, wallfahrteten 22 polnische Bischöfe und zahlreiche ehemalige KZ-Priester im Juni 1989 in die Gedenkstätten Oranienburg und Dachau, in denen Weihbischof Kozal seinen Mitkameraden in schweren Jahren ein heroisches Beispiel vorlebte. Polnische und deutsche Bischöfe (Kardinal Wetter von Mün­chen und Bischof Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz) feierten gemein­sam den Gottesdienst in der „Todesangst-Chri­sti-Kapelle“ von Dachau.[1]

[1]  Rundbrief des IKLK Nr. 20: 8

Bischof Kazimierz Majdański in Kalkar:
„Am 21. u. 22. Okt. 1989 besuchte Bischof Kazimierz Majdański aus Stettin, Mithäftling Karl Leisners, die Stadt Kalkar u. feierte in der Pfarrkirche St. Nikolai ein Pontifikalamt. In seiner Predigt betonte er: „Wir atmen dieselbe christliche Kultur am Nie­derrhein und an der Ostsee. Es ist eine Kultur, die auf dem Wort Gottes aufbaut.“ Die Stadt, die mit dem IKLK verschiedene Transporte in die Diözese Stettin organisiert hatte, bereitete Bischof Majdański einen herzlichen und würdigen Emp­fang.
Die Jahreshauptversammlung 1989 (3.11.1989) wurde eingeleitet mit einer Eucharistiefeier für die lebenden und verstorbenen Mitglieder des IKLK. „Wir sind auf dem Weg, daß junge Menschen nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich, Polen und Großbritannien Karl Leisner in ihren Ländern bekanntmachen“, sagte der Vorsitzende des IKLK zu Beginn der Jahreshauptversammlung. Die Kontaktpersonen berichteten aufschlußreich über ihre Aktivitäten in ihren Ländern.[1]

[1]  Rundbrief des IKLK Nr. 21: 5

Nachrichten aus Polen
Bericht von Alina Skurska auf der Jahreshaupt­versammlung in Kleve, Kontaktperson des IKLK in Polen: „In Polen gibt es bisher 63 Ein­zelmitglieder des IKLK und als Kollektiv-Mit­glied das Kloster Niepokalanow, in dem der Hl. Maximilian Kolbe lebte. Die letzten 4 Rund­briefe Nr. 17 – 20 des IKLK wurden bereits in die polnische Sprache übersetzt. Alle Mitglieder in Polen, sowie viele Interessenten und Kloster­gemeinschaften beten täglich für die Seligspre­chung Karl Leisners.“
Bei seinem Besuch in Kleve am 21. Oktober 1989 berichtete Bischof Majdański aus Stettin, daß er vor einigen Wochen in Bamberg von 2 ihm un­bekannten Damen angesprochen worden sei mit der Bitte, sich für die Seligsprechung Karl Leisners einzusetzen.
Laut Mitteilung vom 10.11.1989 unserer Kon­taktperson Alina Skurska wird z. Zt. das Büch­lein „Mit Christus leben“ – Gedanken für jeden Tag (Tagebuchaufzeichnungen von Karl Leis­ner), herausgegeben von W. Haas, Kevelaer 1979, im Institut für Familie in Lomianki b. Warschau ins Polnische übersetzt.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 21: 7f.

Polen
Unsere polnischen Mitglieder erhalten neuerdings die Rundbriefe des IKLK auch in polnischer Spra­che. Unsere Kontaktperson in Polen – Alina Skurska aus dem Familieninstitut Lomianki bei Warschau – übersetzt sie mit Hilfe des Pallotiner­paters Dr. Anastazy Blawat. Auch 1990 wird Frau Alina an der Jahreshauptversammlung des IKLK in Kleve teilnehmen und Gelegenheit haben, ihre Deutschkenntnisse aufzubessern.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 22: 9

Polen
In Polen gibt es nunmehr, laut Bericht der Kontakt­person Alina Skurska, 71 Einzelmitglieder des IKLK und als Kollektivmitglied die 200 Mönche des Klosters Niepokalanow, in dem der Heilige Pater Maximilian Kolbe gelebt hat.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 23: 7

Polen
„Am 3. August 1991 erhielt Dr. Kazimierz Majdański von Stettin als erster polnischer Bischof durch den deutschen Botschafter in Polen in Stettin das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienst­ordens der BRD.
Bischof Majdański wurde als Theologiestudent 1939 von der Gestapo verhaftet und war von 1939-1945 in den KZ Sachsenhausen und Dachau in­haftiert. In Dachau wurden von SS-Ärzten Phleg­mone-Versuche an ihm vorgenommen.
Trotz seiner furchtbaren Erlebnisse in der Haftzeit zeigte sich Majdański nach dem Kriege besonders den Deutschen gegenüber versöhnungsbereit und knüpfte viele Kontakte. Bischof Majdański ist Gründer des Familieninstituts in Warschau. 1979 wurde er Bischof der 1972 errichteten Diözese Stettin-Kamien und ist Mitglied des päpstlichen Rates für die Familie in Rom.
An der Verleihungsfeier am 3. August in Stettin nahmen drei Mitglieder des Internationalen Karl-Leisner-Kreises teil.
Der polnische Bischof ist dem IKLK besonders verbunden, da ihm Karl Leisner aus seiner Haftzeit in Sachsenhausen und Dachau bekannt und er Zeuge der Priesterweihe und Primiz Leisners war. Für den Seligsprechungsprozeß Karl Leisners hat Majdański bereits zweimal als Zeuge ausgesagt. Im Sinne Karl Leisners verfolgt der IKLK die Versöh­nung der Völker als wichtige Aufgabe.“[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 24: 8

Polen
Unsere Kontaktperson Alina Skurska berichtet:
Im Jahr 1992 ist es uns gelungen, die Novene „Trost in der Krankheit“ in polnischer Sprache zu veröffentlichen. Wir hoffen, daß dieses Büchlein besonders bei Kranken einen guten Anklang findet. Wir vertrauen darauf, daß die Kranken dank der Fürsprache von Karl Leisner neue Kräfte finden mögen.
1991 erschien in Polen das deutsche Buch von Sr. Imma Mack: “Warum ich Azaleen liebe“. Sr. Imma war das Mädchen, das den Priestern im KZ Dachau sehr geholfen und sich auch für die Priesterweihe Karl Leisners eingesetzt hat. Es ist von polnischen Schwestern in Warschau veröffentlicht worden.
Der Artikel „Endlich frei von der verdammten Na­zityrannei“ von Wilh. Haas ist ebenfalls ins Polni­sche übersetzt worden.
Wir bedanken uns beim IKLK für die übersandten Rundbriefe Nr. 24 und 25. Sie sind unseren Mit­gliedern in polnischer Sprache zugeschickt worden.
Die polnischen Mitglieder des Internationalen Karl-Leisner-Kreises beten ständig in der Hoffnung, daß Karl Leisner bald als Märtyrer selig gesprochen wird.
Wir empfehlen Karl die europäische Jugend, ja – die ganze Jugend der Welt, aber auch die polnische Jugend. Die Jugend braucht Karls Vorbild und Fürsprache.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 26: 5

Polen
Der IKLK hat in Polen 79 Mitglieder. Kontaktper­son dort ist: Alina Skurska
Alina verfügt über polnische Karl Leisner-Literatur und ist bereit, diese für polnische Mitglieder in Deutschland, Frankreich und anderen Ländern zur Verfügung zu stellen. Dabei ist besonders auf eine Karl Leisner-Novene in polnischer Sprache hinzu­weisen.
Die Mitglieder aus Lominanki teilen mit: „Wir möchten Ihnen, unseren Schwestern und Brüdern des IKLK, einen schönen Gruß aus Polen senden. Wir fühlen uns ständig mit Ihnen, dank desselben Zieles, das uns einigt, innerlich verbunden. Das geschieht jetzt auch durch die Novene. Wir haben die Novene unseren Mitgliedern geschickt; doch sie wird auch von anderen Menschen gebetet, beson­ders von Kranken, die für die Seligsprechung von Karl Leisner ihre Leiden aufopfern. Wir wollen uns bei Ihnen bedanken, daß wir zusammen mit Ihnen zu derselben Familie gehören dürfen und füreinan­der beten können.“
Pfarrer Skibinski aus Stettin teilt mit, daß seine Pfarrjugend von Karl Leisner begeistert ist.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 27: 7

Polen
Die Rundbriefe Nr. 27, 28 und 29 wurden ins Pol­nische übersetzt und allen Mitgliedern zugeschickt. Zur Zeit wird das Büchlein „Mit Christus leben“ übersetzt. Wir hoffen, daß dank dieses Büchleins die polnischen Leser noch besser die Person Karl Leisner und sein Beispiel erleben können. Eben­falls wird zur Zeit „Karl Leisner – Vorbild für die Jugend Europas“ von René Lejeune übersetzt.
Die Novene „Trost in der Krankheit“ war schon früher übersetzt worden und bringt Früchte und Hoffnung für viele Kranke.[1]

[1]  Rundbrief des IKLK Nr. 30: 11

Polen
Zum fünfzigsten Jahrestag der Priesterweihe von Karl Leisner hat unser Mitglied Mieszyslaw Szym­czak in der katholischen Tageszeitung „Stowis“ eine Abhandlung mit dem Titel „Priesterweihe im 26. Barackenlager“ geschrieben. In derselben Zeitung erschien ein Artikel unter dem Titel „Priester einer heiligen Messe – Gottes Diener Karl Leisner“ von Jan Jasniak.
Die Rundbriefe 30 und 31 des IKLK sind ins Pol­nische übersetzt worden.
Alle polnischen Mitglieder des IKLK beten be­ständig um die Seligsprechung Karl Leisners.
Alucia Skurska[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 32: 17

Der Papst verkündete am 12. Januar 1996 die bevorstehende Seligsprechung von Karl Leisner
Aus einem Bericht von Werner Stalder
Zu der Papstaudienz am 12. Januar 1996 waren etwa 40 Personen versammelt. Anwesend waren einige Kardinäle und Erzbischöfe, darunter der Pro-Präfekt der für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren zuständigen Kongregation, der italienische Erzbischof Alberto Bovone. Die größte Gruppe der Teilnehmer waren Ordensleute, Patres und Schwestern, die in der Funktion des Postulators einen der zwölf Fälle betreut haben, deren Abschluß in einer Audienz verkündet wird. Für die „Causa Leisner“ waren gekommen der Postulator, der Karmelit Pater Redemptus Valabek, der römische Anwalt bei der Kongregation und sogenannte „auswärtige Mitarbeiter“ der Causa, Dott. Andrea Ambrosi, sowie Monsignore Martin Hülskamp, bis vor kurzem Mitarbeiter im Päpstlichen Staatssekretariat und in der letzten Phase des Verfahrens Vizepostulator, der nunmehr das Bistum Münster vertreten konnte. Die Audienz wurde vom Papst mit einem kurzen Gebet zum Heiligen Geist eröffnet. Im Anschluß daran verlasen der Sekretär der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren, der polnische Erzbischof Edward Nowak, sowie der Untersekretär dieses Dikasteriums, Msgr. Michele di Ruberto die Dekrete über die zwölf zum Abschluß gebrachten Fälle. An vierter Stelle verlas Erzbischof Nowak den in Latein verfaßten Text, der die münstersche Causa Karl Leisner betraf. Gegenstand des gesamten Seligsprechungsverfahrens und somit auch dieses abschließenden Dekretes war die Frage „an constet de martyrio Servi Dei Caroli Leisner, sacerdotis saecularis dioecesis Monasteriensis“. Das Dekret zeichnet auf einer knappen Druckseite das Leben und Wirken Karl Leisners nach.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 33: 5

Sr. Michaela Banasiak, Polen:
Liebe Frau Haas! Heute habe ich in der Vatikan­sendung gehört: im Juni in Berlin Seligsprechung Karl Leisners. Es ist eine große Freude für die Familie und für alle Freunde. Ich werde versuchen, nach Berlin zu fahren.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 33: 35

Erzbischof Kazimierz Majdanski, Polen
„Liebe Frau Elisabeth (Haas)! Vergelt ́s Gott für die päpstliche Ankündigung der Seligsprechung! „Der hl. Wilhelm“ (Wilhelm Haas) freut sich im Himmel – wir auf Erden.”[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 33: 37

Berlin als Ort der Seligsprechung von Karl Leisner
Das Berliner Olympiastadion
[…]
1939 hatte Hitler mit dem Einfall der Soldaten in Polen einen folgenreichen Krieg begonnen. 1996 stand ein Papst aus Polen über dem Marathontor im Olympiastadion in Berlin und sprach in einem geeinten Deutschland Martyrer, die dem national-sozialistischen System Widerstand geleistet hatten, selig. Ohne diesen polnischen Papst und Gorbatschow wäre die große Wende in Europa kaum erfolgt, und ohne Bundeskanzler Helmut Kohl nicht die Wende in Deutschland.
Hans-Karl Seeger[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 34: 15f.

Polen
Dieses Jahr wurde für die Mitglieder des IKLK ei­ne Zeit besonderer Dankbarkeit für die Seligspre­chung. Wir haben in dieser Zeit die Hilfe und Für­sprache Karl Leisners erfahren. Wir danken für den, der in Zeiten der Todeskultur sich zu Christus bekannt hat und durch seinen Martyrertod ein Zei­chen des Glaubens zu Christus gegeben hat, in einer Zeit, da „viele andere auf Abwege geraten sind und entweder aus Oportunismus oder aus Angst Irrtümer begangen haben” (Johannes Paul II.).
Zwei besondere Augenblicke im Leben Karl Leis­ners erregen unsere Aufmerksamkeit: Der Emp­fang der Priesterweihe und die erste Eucharistiefei­er im KZ Dachau unter großer Gefahr; und dann seine Lebenswahl. In vollem Ernst stellte er sich die Frage: Ehe und Familie oder Priesterweihe.
Im Zusammenhang mit dem Papstbesiuch in Deutschland und der Seligsprechung erschienen in der polnischen Katholischen Presse viele interes­sante Veröffentlichungen:
„Europa, komm zu Christus zurück!” von Mieczys­law Szymezak in „Slowo”.
„Der Papst am Brandenburger Tor” von Zdzislaw Szuba in „Slowo”.
„Der Heilige Vater und die Deutschlandreise” in „Slowo”.
„Vor dem Deutschlandbesuch” in „Gosé Nied­zielry”
„Die Heiligkeit unter Haß” von Pr. Maciej Kubiak in „Przewodnik Katolieki”.
„Johanes Paul II. in Deutschland” in „Przewodnik Katolieki”.
„In Würde Rettung” von Wojeiech Pieciak in „Tygodnik Powszechny”
„Johannes Paul II. in Deutschland in der vereinig­ten Stadt” von Jozefa Hennelowa in „Tygodnik Powszechny”.
„Johannes Paul II. bei unseren Nachbarn” von Jozefa Hennelowa in „Tygodnik Powszechny”.
„Der Heilige Vater in Deutschland – Die Naziblut­zeugenseligsprechung” von Pr. Boleslaw Gumie­niuk in „Niedziela”.
„Der Heilige Vater Johannes Paul II. in Deutsch­land ” Ansprachen und Homilien in der Spezial­ausgabe „Niedziela”.
„Wer bringt die Wahrheitsansprüche in Erfül­lung?” von Bozena Wojtkiewicz in „Kosciol nad Odra i Baltykiem”.
„Die Menschenwürde ist untrennbar” in „Kosciol nad Odra i Baltykiem”.
„Apostolische Deutschlandreisen von Papst Johan­nes Paul II.” in „L´Osservatore Romano”
„Dachauer Martyrer Nr. 22356 zu den Heiligen ge­rechnet” in „Rycerz Niepokalanej”
Die Krankennovene um die Fürsprache des seligen Karl Leisner ist eine Hilfe beim Aufopfern der Lei­den. Das führt noch mehr zu Christus.
Der 12. August 1996, der erste liturgische Gedenk­tag für Karl Leisner nach seiner Seligspechung in Berlin, war ein Tag des Dankes.
Viele Teile des Rundbriefes Nr. 33 wurden im Rahmen der Vorbereitung auf die Seligsprechung ins Polnische übersetzt und den Mitgliedern des IKLK in Polen zugesandt.
Alucia Skurska[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 34: 56

ZEUGNISSE DES VERTRAUENS ZU KARL LEISNER
Meiner moralischen Verantwortung für den Inhalt bewußt, will ich, J.K., folgendes Bekenntnis ablegen: Meine Schwester erkrankte an einer Geschwulst des Dünndarmes. Indem sie sich schon in einem sehr schweren Zustand befand, wurde sie in einem Krankenhaus in Kalifornien untergebracht. Ihr Organismus war schon äußerst erschöpft, so, daß sie keine Nahrung mehr vertragen konnte. Am 20. April 1995 hatte man ihr während einer Operation eine Krebsgeschwulst herausgenommen, und meine Schwester ist wieder völlig gesund. Die ganze Zeit, in der meine Schwester Schmerzliches erlebte und man trotz der modernen Technik keine genaue Diagnose feststellen konnte, habe ich zusammen mit meiner Frau mich nach dem Willen Gottes gerichtet und auf die Fürsprache von Karl Leisner um die Heilung meiner Schwester gebetet. Wir haben mit dieser Intention eine Novene gehalten.
Nachdem die Durchlässigkeit des Darmes wiederhergestellt wurde und der Organismus meiner Schwester die Nahrung aufs neue aufzunehmen begann, waren wir überzeugt, daß wir die glückliche Heilung der Fürbitte von Karl Leisner zu verdanken haben. Wir bitten ihn auch weiter in unseren verschiedenen ernstlichen Angelegenheiten.
J. u. B. K., Polen[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 34: 61

ZEUGNISSE DES VERTRAUENS ZU KARL LEISNER
Ich habe an einer der polnischen Universitäten die Germanistik beendet und möchte Karl Leisner für seine Fürsprache, mit der er mich während meiner Studienzeit umgab, meinen Dank aussprechen.
Als vor ein paar Jahren mein Onkel, der Kapuziner, der mit Karl Leisner in Dachau war, mir den Vorschlag machte, dem Karl-Leisner-Kreis beizutreten, dachte ich, daß es sich gut schickt. Ich studierte doch Karl Leisners Muttersprache und er wird mir bestimmt in meinem Studieren behilflich sein. Und wirklich habe ich gebetet und oft seine Hilfe erfahren. Einige Prüfungen bereiteten mir Schwierigkeiten, ich rief Karl Leisners Hilfe und es glückte alles. Viel Sorgen hatte ich mit dem Schreiben an meiner Magisterarbeit: schwieriges Thema, wenig Materialien, die Lage war hoffnungslos. Das Gebet zu meinem Patron aus Dachau hat getan, daß meine Magisterarbeit sehr gut ausgefallen ist.
Von ganzem Herzen danke ich Karl Leisner für die bisherige Obhut, möchte mit ihm in Verbundenheit bleiben.
K.M. Polen
[…]
Ich möchte Ihnen mitteilen, daß durch die Fürsprache des seligen Karl Leisner Gott mich im Gebet erhört hat. Ich habe neun Tage in einer persönlichen Angelegenheit zu Gott gebetet: „Gott, unser Vater, Du hast unserem Bruder Karl …“ In diesem Gebet erwärmt sich mein Herz, weil es so schön und mitreißend ist. Ein Bild des seligen Karl Leisner mit diesem Gebet und einem kurzen Lebenslauf habe ich in der katholischen Kirche der polnischen Mission auf einem Tisch vorgefunden, die zum Mitnehmen hingelegt wurden… Ich habe diesen Seligen innig in mein Herz geschlossen. Auf den ersten Blick könnte ich ihn mit dem heiligen Maximilian Kolbe vergleichen. Ich meine, daß der selige Karl Leisner ein wunderbarer Patron und ein Vorbild zum Nachahmen für die heutige Jugend ist.
S. St. Polen/Hamburg

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 35: 54f.

Polen
1. Ich bedanke mich sehr für die Einladung zur Präsidiumssitzung und Mitgliederversammlung des IKLK. Leider konnte ich wegen erheblicher Gründe nicht daran teilnehmen.
2. Das Jahr 1997 als das auf die Seligsprechung Karl Leisners folgende war ein Jahr besonderer Dankbarkeit. Die Seligsprechung war ein außeror­dentliches Ereignis, und alles, was danach er­schien, war eine wertvolle Lektüre für viele bis heute. Vor kurzem wurde die Broschüre „Karl Leisner – Vorbild für die Jugend Europas“ von Professor René Lejeune übersetzt.
3. Es vergrößert sich der Personenkreis, der die Krankennovene hält. Der Gottesdienst hilft vielen kranken und alten Menschen, ihre Leiden Gott zu opfern und ständig im Gebet zu verharren. Die Gebete werden von den Kranken in Warschauer – Posener und Stettiner Krankenhäusern benutzt. Sie helfen auch jungen Menschen, die unter dem Druck des heutigen Lebens stehen und ohne Hoff­nung leben.
4. Das Interesse am seligen Karl Leisner wurde in Polen auch mit Hilfe des Internets geweckt und verbreitet. Der selige Karl Leisner, der Priester und Märtyrer, der bis zum Ende vertraute und ganz bewußt sein Leben opferte, setzt viele Jugendliche in Erstaunen.
5. Der 12. August 1997 – der liturgische Gedenk­tag des seligen Karl Leisner – wurde ein Tag des einzigartigen Gebetes zu ihm. Er, für den das Martyrium die Folge seines Lebens auf dem Weg zu Christus wurde, ist Fürsprecher und Zeu­ge in den so wichtigen Problemen unserer heuti­gen Welt.
Bei der Anrufung Karl Leisners beten wir Mitglie­der und Freunde des IKLK um die Fürsprache des Seligen, damit er dank seines Martyriums für viele Jugendliche zum Lebenszeugen und Lebensvorbild werde.
Alina Skurska[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 38: 76

Polen
Liebe Freunde des IKLK!
Leider kann ich an der Sitzung nicht teilnehmen.
Dieses Jahr war für die Mitglieder und die Freunde des Karl-Leisner-Kreises ein weiteres Jahr der Dankbarkeit über die Seligsprechung des Martyrers.
Der 12. August 1998 wurde zu einem Gebetstag zum seligen Karl Leisner. Vor allem die von ihm begeisterte Jugend möchte seine Novene in Privathäuser, Pfarreien, Bibliotheken und Krankenhäuser verbreiten.
Wir freuen uns sehr über die 1998 in polnischer Sprache herausgegebenen Betrachtungen für jeden Tag unter dem Titel „Gespräche mit Gott“ von Franzisco F. Carvajal.
Das von Schwester Imma Mack geschriebene Buch „Warum ich Azaleen liebe“ ist ins Polnische übersetzt worden und findet viele Leser. Auch umfangreiche Passagen der Rundbriefe Nr. 37 und 38 wurden ins Polnische übersetzt.
Alina Skurska[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 39: 144f.

 

 

Polen
Auszüge aus dem Jahresbericht über die Tätigkeit des IKLK in Polen:
Da ich selbst leider bei der Präsidiumssitzung nicht anwesend sein kann, grüße ich Sie alle im Namen des gesamten Karl-Leisner-Kreises in Polen.
Die Übersetzung des Büchleins „Mit Christus le­ben. Gedanken für jeden Tag“ ist in Arbeit. Außer­dem werden große Teile der Rundbriefe Nr. 39 und 40 ins Polnische übersetzt.
Die Novene „Trost in Krankheit“ wird von Kran­kenhäusern, Pfarreien, Bibliotheken und Privathäu­sern in Warschau, Stettin und Posen benutzt.
Den 12.8.1999 haben wir als Gebetstag begangen.
Mit den besten Segenswünschen verbleibe ich im Namen der polnischen Freunde, Ihre
Alina Skurska[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 41: 26f.

Polen
Liebe Freunde des IKLK!
Ich bedanke mich für die Einladung zur Jahres­hauptversammlung des Internationalen Karl-Leis­ner-Kreises. Lei­der kann ich an dieser Versamm­lung nicht teilneh­men. Mein Kommen wird durch die Vorlesungen für die Studenten des Fernstudi­ums verhindert, die gerade in derselben Zeit ihre Sit­zung haben. Alle Mitglieder des IKLK in Polen senden allen herzli­che Grüße.
Ständig – während des Rosenkranzes an die Barm­herzigkeit Gottes – bleiben wir im Gebet mit Karl Leisner und auch allen Märtyrern aus dem KZ Da­chau verbunden.
Ich möchte Ihnen Mitteilung machen, daß die stän­dig von Kranken abgehaltene Novene um die Für­spra­che des seligen Karl Leisner zur Hilfe beim Lei­den wurde. Die Gebete werden von Kranken in Warschauer, Stetti­ner und Posener Krankenhäu­sern, Pfarren, Privat­häusern und Bibliotheken be­nutzt.
Es ist festzustellen, daß sich hier seit fünf Jah­ren die Verehrung der Märtyrer von Dachau ver­breitet. Es gibt das ständige Gebet um die Märty­rerheilig­sprechung, unter ihnen auch der Priester Karl Leis­ner. Man veröffentlicht auch gelegentlich in Zeit­schriften darüber. Die Vergrößerung dieser Vereh­rung steigerte sich vor allem Dank des Kreu­zes, das aus Dachau hierher gebracht wurde. Am 29. April 1996, kurz vor dem Anfang des Dank­gottesdienst für die Lagerbefreiung in Dachau und für die Entste­hung des Instituts für Familienstudien hier in Lomi­anki, neben Warschau, wurde ganz unerwar­tet von der deutschen Jugend, die als Pilger nach Ausch­witz kam, die Gabe vom Dachauer Karmel ge­bracht. Diese Gabe ist das Welterlöser­bild aus der „Todes Angst Christi Kapelle“, auf dem der Welt­erlöser mit der eisernen, gestreiften Häft­lingsklei­dung bekleidet wurde. Im 25. Jubilä­umsjahr des Instituts für Familien­studien wurde Christus vom Kreuz aus Dachau am Vordergiebel des Instituts angebracht.
Lau­fend werden aus den sehr interessanten Rundbriefen Teile übersetzt.
Wir richten an das ganze Präsidium des IKLK und an alle heutigen Sitzungsteilnehmer Grüße aus. Wir wün­schen eine erfolgreiche Beratung. Im Na­men der IKLK-Mitglieder in Polen.
Alina Skurska[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 45: 112f.

Polen
Liebe Freunde des IKLK!
Ich bedanke mich für die Einladung zur Jahres­hauptversammlung des IKLK. Leider kann ich an der diesjährigen Sitzung nicht teilnehmen. Es kam in diesem Jahr nichts Besonderes vor.
1. Jedes Jahr, auch dieses Jahr, wurde für die Mit­glieder und die IKLK-Freunde zu einem Jahr be­sonderer Dankbarkeit für das außerordentliche Ereignis der Seligsprechung des Martyrers und des Lebenszeugen Karl Leisner.
2. Der 12. August wurde als Tag des liturgischen Gedenkens an den Gepriesenen zum Gebetstag zu Karl Leisner. Wir beten auch an diesem Tag um Karl Leisners Heiligsprechung.
3. Ständig – während des Rosenkranzes um die Barmherzigkeit Gottes – bleiben wir im Gebet zu Karl Leisner, auch zu allen Martyrern aus dem KZ Dachau.
4. Ich möchte mitteilen, daß die ständig von Kran­ken gehaltene Novene um die Fürsprache des Seli­gen Karl Leisner zur Hilfe beim Leiden und zur Hilfe, es Gott zu opfern, wurde. Die Gebete wer­den von Kranken in Warschauer, Stettiner und Posener Krankenhäusern, Pfarrern, Privathäusern und Bi­blio­theken benutzt.
5. Die letzten erschienen Rundbriefe sind leider nur in Teilen übersetzt worden. Ständig bleiben wir im Gebet zu Karl Leisner, und zu allen Martyrern aus dem KZ Dachau. Ich begrüße das ganze Präsidium des IKLK, alle Mitglieder der heutigen Sitzung, und wünsche, daß die Beratung fruchtbar wird.
Im Namen der IKLK-Mitglieder in Polen
Alina Skurska[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 47: 75f.

Polen
Liebe Freunde des IKLK!
Alle Mitglieder und Freunde (gibt es immer mehr) des IKLK in Polen senden allen in der Jahreshaupt­versammlung herzliche Grüße.
Wir bleiben im Gebet zu Karl Leisner verbun­den – besonders während des Rosenkranzes um die Barmherzigkeit Gottes; wir beten auch zu allen Märtyrern aus dem KZ Dachau. Beim letzten Be­such in Dachau entzündeten wir Lichter am Block 26 und in der Todesangst‑Christi‑Kapelle. Weiter­hin gibt es durch die Novene um die Fürsprache des seligen Karl Leisner große Hilfe beim Leiden.
Die sehr interessanten Rundbriefe des IKLK sind in Teilen übersetzt worden. Wir bleiben stets im Gebet verbunden um die Heiligsprechung Karl Leisners.
Alina Skurska[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 49: 89

Polen
Liebe Freunde des IKLK!
Alle Mitglieder des IKLK in Polen senden allen anderen Mitgliedern herzliche Grüße. Ständig – während des Rosenkranzes um die Barmherzigkeit Gottes – bleiben wir im Gebet zu Karl Leisner, aber auch mit allen Märtyrern aus dem KZ Dachau ver­bunden.
Die ständig von Kranken gehaltene Novene um die Fürsprache des Seligen Karl Leisner ist eine Hilfe beim Leiden und es Gott aufzuopfern. Die Gebete werden von Kranken in Warschauer, Stetti­ner und Posener Krankenhäusern, Pfarren, Privat­häusern und Bibliotheken benutzt.
Wir bleiben stets im Gebet um Heiligsprechung Karl Leisners.
Die katholische Informationsagentur hatte eine eingehende Information bekannt gegeben über das 60jährige Jubiläum der Priesterweihe des einzigen Priesters, der im Konzentrationslager Dachau ge­weiht wurde. Die Agentur informierte auch, daβ Bischöfe aus Deutschland, Frankreich, Polen und den Niederlanden am 19. Dezember 2004 in Da­chau eine Messe lesen werden, zur Ehre des Seligen Karl Leisner, der im Jahre 1996 vom Papst Johan­nes Paul II. selig gesprochen wurde.
Ich hatte auch persönlich eine Möglichkeit, in dieser Meinung in der Todesangst-Christi-Kapelle, die sich auf dem Gelände des ehemaligen Lagers befindet, zu beten; es wurde mir auch die Möglich­keit gegeben, bei den Karmelitinnen in Dachau zu weilen.
Im Namen der Karl-Leisner-Kreis-Mitglieder und Freunde in Polen
Alina Skurska[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 50: 234

Predigt von Bischof Ignacy Jeż am 19. Dezember 2004 in der Kirche Heilig Kreuz in Dachau-Ost anläßlich des 60. Jahrestages von Karl Leisners Priesterweihe im KZ Dachau
Bischof em. Ignacy Jeż
Ein paar Tage nach der Befreiung des Konzentrati­onslagers Dachau durch die Amerikaner, am 3. Mai 1945, während der Messe, die am Appellplatz gefei­ert wurde, hat der polnische Prediger gesagt: „Hier haben sich heute alle meine Träume erfüllt. Wie­vielmal habe ich während der stundenlangen Ap­pelle, an welchen wir immer wieder gezählt waren, geträumt – hier einmal die heilige Messe zu halten, hier einmal eine Predigt an die Häftlinge zu haben. Heute haben sich für mich hier alle meine Träume erfüllt. – So etwas konnte auch der heute selige Karl Leisner am zweiten Weihnachtstag im Jahre 1944 sagen: „Wievielmal habe ich im Lager geträumt, Priester zu werden, um doch wenigstens einmal die heilige Messe zu feiern“. Und doch haben sich alle seine Träume erfüllt! Am dritten Adventssonntag des Jah­res 1944 – allen Voraussehens zuwider – wurde er in der Lagerkapelle zum Priester geweiht, und am zweiten Weihnachtsfeiertag konnte er doch die ein­zige Messe seines Lebens feiern. Fast ein Wunder, und es war doch möglich!
„Der Glaube ist ein festes Vertrauen auf das, was man hofft“ – sagt der Brief an die Hebräer (11,1) und der heilige Paulus im Brief an die Römer hat vom Abraham geschrieben: „Gegen alle Hoffnung hat er voll Hoffnung geglaubt“ (4,18) und im nächsten Kapitel: „Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen“ (5,5). Alle diese Worte der heiligen Schrift haben sich im Leben Karl Leisners verwirklicht, sowie auch diese, die er im Te Deum immer wieder zum Schluss gesungen hat „Herr, auf Dich hoffen wir allein, lass uns nicht verloren sein“. – Karl Leis­ner war, trotz der Krankheit, ein Vorbild der Hoff­nung für alle Häftlinge im Lager. Heute ist er für uns ein Vorbild, wie man mit derselben Hoffnung in die weiteren Tage unseres Lebens gehen kann, weil groß ist unser Gott und groß ist seine Barmherzigkeit. [1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 51: 19f.

Auszug aus dem Bericht über die „Weltkonferenz für Frieden, Solidarität und Entwicklung“ von März bis Mai 2005 in Santiago de Compostela
Das „mut-machendste“ Ergebnis des Kongresses in Bezug auf Karl Leisner war wohl die Äußerung des jungen polnischen Studenten Piotr Bielski aus Łodz: „Schade, daß ich diesen Menschen nicht kennengelernt habe.“ [1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 51: 91

Auszug aus dem Bericht „Karl Leisner auf dem Jakobsweg vom Bourbonnais in die Auvergne“
In der Kirche von Orcival begegneten wir noch einmal Mgr Piguet. Eine Steinplatte mit folgender Inschrift erinnert dort an seine Dankwallfahrt von 1945:
„Diözese von Clermont – 15. August 1945 – Die aus Deutschland heimgekehrten Gefangenen, Häftlinge und Deportierten haben unter der Füh­rung seiner Exzellenz Mgr Piguet in einer un­vergeßlichen Wallfahrt Unserer Lieben Frau von Orcival für ihre Heimkehr gedankt. In Erinne­rung an die in der Gefangenschaft für ein brü­derliches, blühendes und glückliches Frankreich Gestorbenen.”
Anläßlich der 60-Jahrfeier dieses Ereignisses sagte der ehemalige polnische KZ-Häftling Bischof Jeż in seiner Predigt im September 2005 in Orcival:
„Es ist gut, solche Gedenktage zu feiern, denn wir dürfen diese Ereignisse, bei denen die Men­schen soviel Heldentum, Kraft und Mut gezeigt haben und bereit waren, alles für ihre Ideale und ihre höchsten Werte zu opfern, nicht vergessen. Es gibt keine größere Liebe als die, sein Leben hinzu­geben für seine Freunde (Joh 15,13). Wir dürfen dieje­nigen, die vor 60 Jahren ihr Leben für ihren Glau­ben und für ihre Liebe zum Vaterland geopfert haben nicht vergessen. Wir müssen von ihnen das­selbe lernen, aber nicht indem wir Blut vergießen oder unser Leben hingeben, sondern durch eine gute, solide, tägliche Arbeit und durch ein ehrliches Leben, indem wir unseren gewählten Idealen und den höchsten Werten dienen. […] Auf daß sich unsere Zeitgenossen immer an die vergangenen Ereignisse erinnern und diese Erinnerung nie erlö­sche!“[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 52: 36

Polen
Wir haben in diesem Jahr das 60-jährige Jubiläum der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau gefeiert. Über diese Feier hat auch die katholische Informationsagentur berichtet. Ich selbst hatte die Möglichkeit, in der Todes­angst-Christi-Kapelle, die sich auf dem Gelände des ehe­maligen Lagers befindet, zu beten. Es wurde mir auch die Möglich­keit gegeben, bei der Karmelitin­nen in Dachau zu weilen.
Der 12. August war dem liturgischen Andenken an den Gepriesenen gewidmet und wurde zum Ge­betstag zu Karl Leisner. Wir blieben auch an diesem Tage im Gebet um Karl Leisners Heilig­sprechung. Ständig blieben wir während des Rosenkranzes um die Barm­herzigkeit Gottes im Gebet zu Karl Leis­ner und auch zu allen Märtyrern aus dem KZ Da­chau.
Alina Skurska[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 52: 39

Als Alina Skurska ihre Aufgabe als Kontaktperson in Polen nicht mehr ausüben konnte, schrieb Werner Stalder folgenden Brief:

H. Herrn
Pfarrer Dr. Gregor Puchalski
Sehr geehrter Herr Pfarrer,
ich schreibe Ihnen in meiner Eigenschaft als Pressesprecher des Internationalen Karl-Leisner-Kreises in Kleve.
Auf der letzten Präsidiumssitzung wurde der Wunsch geäußert, den Kontakt zu Polen neu zu beleben, da unsere bisherige Kontaktperson Alina Skurska aus beruflichen und privaten Gründen nicht mehr die Zeit hat, sich zu melden.
Auf Empfehlung von Herrn Wladyslaw Pisarek möchte ich freundlich anfragen, ob Sie bereit wären, eventuelle Aufgaben einer Kontaktperson des Internationalen Karl-Leisner-Kreises in Polen zu übernehmen, da Sie die Heimat des Seligen Karl Leisner kennen.
Wir suchen eine Anlaufstelle, um zum Beispiel Schriftgut zu verteilen, zur Verbreitung von Informationen über Karl Leisner beizutragen, eventuelle Übersetzungen zu organisieren und Veröffentlichungen bezüglich Korrektur an den Internationalen Karl-Leisner-Kreis weiterzuleiten.
Da so viele polnische Priester mit Karl Leisner im KZ Dachau waren, ist es ganz wichtig, das Andenken des Märtyrers.und Glaubenszeugen gerade auch in Ihrem Vaterland zu bewahren und zu fördern.
Ich möchte Ihnen empfehlen, sich mit Frau Alina Skurska, ul. .K.K. Baczynskiego 7, PL – 05-150 Lomianki k /Warszawy – Telefax 0048-22-7513526 in Verbindung zu setzen und anzufragen, was Sie Ihnen in Bezug auf Karl Leisner übergeben kann.
Ferner könnten Sie mit Herrn Pfarrer Dr. Manfred Deselaers,.Zentrum für Dialog und Gebet in Oswiecim, Kontakt aufnehmen, ob er in seinem Zentrum etwas für die Verbreitung von Karl Leisner in Polen tun kann. Die Adresse ist: Pfarrer Dr. Manfred Deselaers, Zentrum für Dialog und Gebet, Oswiecim, PL 32-602 Oswiecim,.ul. M. Kolbego 1, Tel. +48 (0-33) 843-10-00, oder.841-13-12,.e-mail:.manfred@centrum-dialogu.oswiecim.pl
Es gibt auch noch einen jungen Kaplan, der schon viel von Karl Leisner gehört hat und der vielleicht an der Verbreitung der Lebensbilder in polnischer Sprache mitwirken könnte.
Seine Anschrift: Marcin Cabay, ul.Francisz Kanska 4a, PL 64-500 Szamotuly, Handy 0048-692 143 587 e-mail: xmarc@o2.pl.. Ich war auf der Primiz in Posen und er war zu Besuch bei mir.
Lieber Herr Pfarrer, ich würde mich sehr freuen, wenn Sie diese Aufgabe im Sinne der Völkerverständigung zwischen Deutschland und Polen übernehmen würden und danke Ihnen dafür im voraus.
Bitte teilen Sie Ihren Beschluss dem Präsidenten des Internationalen Karl-Leisner-Kreises, Herrn Pfarrer Hans-Karl Seeger, Lange Str. 13, D-48727 Billerbeck, Telefon 02543-7711 Telefax 02543-7721.e-mail: Hans-Karl.Seeger@t-online.de mit.
Herzliche, liebe Grüße aus der Heimat des Seligen Karl Leisner
Werner Stalder
Pressesprecher des Internationalen Karl-Leisner-Kreises
Draisstr. 4
D-47559 Kranenburg-Nütterden
Telef. 02826-5375
e-mail: wernerstalder@gmx.de

Polen
Erzbischof Kazimierz Majdański ist tot

Erzbischof Kazimierz Majdański in der Todesangst-Christi-Kapelle auf dem Gelände des ehemaligen KZ Dachau Quelle des Fotos: Karl-Leisner-Archiv

 

Am 29. April 2007, dem 62. Jahrestag seiner Be­freiung aus dem KZ Dachau, starb Erzbischof Kazimierz Majdański in Lomianki k/Warszawy. Er wurde am 1. März 1916 in Malgów/Polen geboren. Nach dem Abitur trat er in das Priester­seminar von Leslau/Włocławek ein. Am 7. No­vember 1939 wurden dort alle anwesenden Seminaristen und Pro­fes­soren von der Gestapo verhaftet. Er selbst wurde in der Woh­nung seines Professors Ste­fan Wyszyński, des spä­teren Primas von Polen, festge­nommen. Dieser hatte ihm, als er Włocławek ver­lassen hatte, seine Wohnung über­lassen. Kazimierz Majdański kam zunächst in das Ge­fängnis von Włocławek, an­schließend in ein In­ternie­rungslager und am 29. August 1940 als Häftling Nr. 29.955 ins Kon­zen­trati­onslager Sachsenhausen-Oranienburg. Dort begegnete er Karl Leisner.

Vom KZ Sachsenhausen kam Kazimierz Majdański am 14. Dezember 1940 als Häftling Nr. 22.829 ins KZ Da­chau. Dort mußte er sich pseudomedizini­schen Versuchen unter­zie­hen.
Nach seiner Befreiung aus dem KZ Dachau durch die Amerikaner empfing er am 29. Juli 1945 in der polnischen Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Paris durch Bischof Karol Radonski von Włocławek die Priesterweihe.
1949 promovierte er in Fribourg (Schweiz) zum Dr. theol. und kehrte dann nach Polen zurück. Dort war er zu­nächst Vikar in Włocławek, später Profes­sor und Vize-Regens am Priesterseminar und an­schlie­ßend Chefredakteur der ältesten polnischen theologi­schen Zeitschrift „Ateneum Kapłańskie“.
Am 19. November 1962 erfolgte seine Ernen­nung zum Titularbischof von Zorolo und Weih­bischof von Włocławek. Die Bi­schofsweihe erteilte ihm am 24. März 1963 in Włocławek Ste­fan Kardi­nal Wyszyński. Kazimierz Majdański nahm an den Arbeitssitzungen des Zweiten Vatikanischen Kon­zils (1962–1965) teil.
Die polnischen KZ-Priester hatten kurz vor der Befrei­ung dem heiligen Josef, dem Be­schützer der Heiligen Familie, ver­spro­chen, sich be­sonders in der Famili­enpastoral zu enga­gieren. Aus diesem Grund grün­dete Kazimierz Majdański unter schwie­rigen Umstän­den ein akademi­sches In­stitut für Familienwissen­schaf­ten in War­schau, welches am 29. April 1975, dem 30. Jahrestag seiner Be­freiung aus dem KZ Da­chau, offiziell vom Staat anerkannt wurde. Erst 18 Jahre später, am 29. April 1993 erfolgte die Anerkennung durch die Kirche.
1979 er­nannte Papst Johannes Paul II. Kazimierz Majdański zum Diöze­sanbi­schof der 1972 von Papst Paul VI. neu er­richteten Di­özese Szczecin-Kamień (Stettin-Cammin). Von 1979 bis 1981 war er zunächst Leiter des Päpstlichen Fami­lien-Komitees und dann des Päpstli­chen Fami­li­enrates in Rom.
Am 3. August 1991 ver­lieh ihm die Bundes­re­publik Deutschland die höchste bis dahin an ei­nen Polen vergebene Aus­zeichnung, das Große Ver­dienst­kreuz mit Stern des Verdienst­or­dens der Bun­desre­publik Deutschland. Vermutlich war seine Begegnung mit Karl Leisner im KZ Sachsenhau­sen die Keimzelle dafür, daß er zu einem der ersten und profiliertesten Brückenbauer der deutsch-polni­schen Beziehungen in der Nachkriegszeit wurde.
Am 24. März 1992 entband ihn Papst Johannes Paul II. aus Alters­gründen auf seine eigene Bitte hin von seinen Pflichten als Bi­schof seiner Diözese, er­hob die Diözese zur Erzdi­özese und ver­lieh ihm den per­sönlichen Titel ei­nes Erzbischofs. Am 26. April 1992 wandte er sich mit folgenden Worten an Erzbischof Kazimierz Majdański:
Die göttliche Vorsehung braucht Menschen. Unter ihnen hat Deine Person, lieber Kazimierz, einen besonderen Platz. Denn welch eine Be­deutung hatte auf dem Bischofsstuhl von Stettin jener ehemalige Häftling aus Dachau, an dem die verbrecherischen Experimente durchgeführt wurden.
Seit seiner Emeritierung widmete sich Kazimierz Majdański ganz dem In­stitut für Familienwissen­schaft, dessen wissen­schaftli­chen Rat er leitete. 1992 wurde er Dr. h. c. der von ihm mitbe­grün­deten Uni­versität von Stet­tin.
Hans-Karl Seeger[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 53: 61–63

Polen
Zum Tod von Bischof Ignacy Jeż

Bischof Ignacy Jeż wurde am 31. Juli 1914 in Radomysl Wielki, Bezirk Meilec, in der Diözese Tarnów geboren. Seine Priesterweihe empfing er am 20. Juni 1937 in Kattowitz. Er kam am 7. Oktober 1942 ins KZ Dachau und wurde am 29. April 1945 befreit. Zum Weihbischof von Gorzów/Lands­berg ernannt empfing er die Bischofs­weihe am 5. Juni 1960 durch Kardinal­primas Ste­fan Wyszyński in Gorzów. Am 28. Juni 1972 wurde er Bischof der neuen polnischen Diözese Koszalin-Kołobrzeg/ Köslin-Kolberg. Er lebte ab 1. Februar 1992 als Emeritus in Kosza­lin. Am 16. Oktober 2007, genau 29 Jahre nachdem Karol Wojtiła im Vatikan zum ersten polnischen Papst der Geschichte gewählt worden war, starb er plötzlich nach einem Schwächeanfall in Rom. Papst Benedikt XVI. hatte ihn zum Kardinal ernennen wollen.

Quelle des Fotos: Karl-Leisner-Archiv

Papst Benedikt XVI.:
Es war mein Wunsch, unter den Letztgenannten auch den betagten Bischof von Koszalin-Kołobrzeg in Polen, Ignacy Jeż, zum Kardinal zu erheben, der gestern plötzlich verstorben ist. Ihm gilt unser Gebet.[1]
Bischof Jeż war einer der Wegbereiter der deutsch-polnischen Freundschaft. Er war der erste polnische Bischof, der mit dem Würzburger Kirchenjour­nalisten Helmut Holzapfel, der seinerseits ein unermüdlicher Wegbereiter deutsch-polnischer Verständigung war, einen deutschen Priester als Ehrendomherrn in das Kapitel des wieder bzw. neu gegründeten Bistums Koszalin berief. Bischof Jeż war Ehrendomherr in Paderborn und Würzburg.
Er war beteiligt an der Verfassung des denkwürdigen Briefes der polnischen Bischöfe an die deutschen Amtsbrüder zum Ende des II. Vatikanischen Konzils, dessen Kernsatz lautet: „Wir gewähren Vergebung und bitten um Vergebung“.
Wegen seines Einsatzes für die Verständigung zwischen Polen und Deutschland erhielt er 2005 das Bundesverdienstkreuz.
Die Deutsche Tagespost schrieb anläßlich seines Todes:
Karl Kardinal Lehmann würdigte Bischof Jeż als einen Garanten des Völker verbindenden Dialogs. „Sein Lebensweg war geprägt vom Mut zum Widerstand. […] Nicht nur die Kirche, unser ganzes Land verdankt Ignacy Jeż mehr, als Worte zu sagen vermögen.“[2]
Bischof Ignacy Jeż hat sich immer wieder an seinen Mithäftling Karl Leisner erinnert, obwohl er ihn nicht persönlich erlebt hat.
Als junger Kaplan lag Ignacy Jeż während Karl Leisners Priesterweihe mit Typhus im Revier, wurde aber nach eigenen Angaben später auf ihn aufmerksam.
Im Martyrerprozeß hat er am 26. September 1991 über Karl Leisner ausgesagt:
Ich habe den Diener Gottes nicht persönlich gekannt, sondern nur vieles von ihm gehört. […]
Viele Priester auf dem polnischen Block 28 wußten von der Priesterweihe des DG – viele haben das fast für unmöglich gehalten, aber als das Wirklichkeit wurde, haben sich alle gefreut und es fast als ein Wunder an­gesehen.[3]
Bischof Ignacy Jeż hat ein Buch über seine Zeit im KZ Dachau geschrieben: „Licht und Dunkel, preiset den Herrn! Erin­nerungen eines polnischen Bischofs an die Zeit im KZ Dachau, Würzburg 1994“. Zur deutschen Ausgabe verfaßte Papst Johannes Paul II. ein Geleitwort.
2007 erschien eine erweiterte Auflage mit einem Kapitel über Karl Leisner. Es beinhaltet die bemerkenswerte Ansprache, die Bischof Jeż am 19. Dezember 2004 in Dachau anläßlich des 60. Jahrestages der Priesterweihe von Karl Leisner gehalten hat[4].[5]

[1]  L’Osservatore Romano vom 19.10.2007; 3
[2]  Deutsche Tagespost vom 18.10.2007: 4
[3]  Martyrerprozeß S. 467f.
[4]  s. Rundbrief des IKLK Nr. 51: 19f.
[5]  Rundbrief des IKLK Nr. 54: 54f.

Polen

Dr Grzegorz Puchalski als neue Kontaktperson
In Polen kümmert sich unsere neue Kontaktperson, Dr Grzegorz Puchalski, Regens des Priesterseminars in Elblag, um die Übersetzung der Karl Leisner-Biographie „Seeger, Hans-Karl, Karl Leisner – Visionär eines geeinten Europas“. Dr. Puchalski, hat bereits einen Besuch in Kleve gemacht und möchte vor allem den Seminaristen in Polen Karl Leisner vor Augen führen.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 55: 44

 

 

Karl Leisner-Biograpie in polnischer Übersetzung
Für März 2010 ist das Erscheinen der polnischen Übersetzung von „Hans-Karl Seeger, Karl Leisner – Visionär eines geeinten Europas, Eine TOPOS PLUS Biographie, Bd. 563, ISBN 3-7867-8563-5“ geplant.[1]

[1] Rundbrief des IKLK Nr. 56: 195

Polen
Karl Leisner – Brückenbauer der Versöhnung
Gedenkgottesdienst „70 Jahre Beginn des Zweiten Weltkriegs“ am 30. August 2009 mit Georg Kardi­nal Sterzinsky in der Berliner Sankt-Hedwigs-Kathedrale. An der Messe der Bischofs­kon­ferenzen von Polen und Deutschland nahmen auch Bundes­präsident Horst Köhler und der polnische Bot­schafter Marek Prawda teil.
Zur Eröffnung sprach Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg, die Predigt hielt Bischof Wiktor Skwore aus Tarnów, das Schlußwort sprach Erzbischof Kazimierz Nycz aus Warschau.
Erzbischof Kazimierz Nycz:
1) Wir sind am Ende der heiligen Messe in der Berliner „Sankt-Hedwigs-Kathedrale“ ange­langt, am Vortag des siebzigsten Jahrestages des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs. Zur glei­chen Zeit hat in Warschau ein Gottesdienst in der „Kathedrale zum heiligen Johannes dem Täufer“ stattgefunden. Gemeinsam gebetet dort haben Menschen, die am Zweiten Weltkrieg teilgenommen haben, so wie auch Vertreter des kulturellen und wissenschaftlichen Lebens, die Bewohnerinnen und Bewohner Warschaus und auch Vertreter von Regierung und Parlament. Berlin und Warschau hat auf diese Weise das Gebet für alle Kriegsopfer vereint, dann auch um Versöhnung und gegenseitige Vergebung im Geiste der Wahrheit und der Liebe, in christ­li­chem Erbarmen. Hier und dort hat uns das Opfer von Jesus Christus vereint: Er, der einzige Retter des Menschen.
2) Berlin ist die Stadt, von der aus der Krieg den europäischen Kontinent überflutet hat, und Warschau jene, die seine Gewalt, Gesetzlosig­keit und Grausamkeit erfahren hat. Heute bitten die beiden Hauptstädte der Nachbarländer um Gottes Erbarmen. Daß wir als Nachbarn in der Familie der europäischen Länder immer neu nach Wegen der Versöhnung auf Freundschaft und Geschwisterlichkeit hin suchen!
3) Der Krieg ist das Debakel des authentischen Humanismus und die Katastrophe der gesamten Menschheit. Er löst im Menschen das unter­schwellige Böse aus, mit der Verachtung Gottes und des Mitmenschen. Da tritt der Mensch – im Hass gegen Gott und im Kampf mit seinem heiligen Gesetz – seinen Mitmenschen mit Füßen, seine Würde und Gerechtigkeit, seine Wahrheit und Liebe. Heute finden wir uns in der Wahrheit wieder, um unser Gebet zu Gott zu er­heben, um Versöhnung zwischen deutschen und polnischen Katholiken, zwischen Polen und Deutschen. Wir wissen darum, daß wir Ver­söh­nung nur bauen können auf der Grundlage der Werte im Evangelium, auf der Basis von Wahr­heit und Liebe. Diese gestalten eine echte Ge­meinschaft des Geistes und der Geschwister­lichkeit unter den Menschen und zwischen den Völkern Papst Benedikt XVI. hat uns dies in seiner sozialen Enzyklika „Caritas in veritate“ aufgezeigt.
Beim weiteren Bauen und Einrichten unseres europäischen Hauses müssen wir uns an der Wahrheit und der Liebe orientieren. Diese beiden bilden das solide Fundament, auf dem Europa steht; sein geistiges Potential war und bleibt Jesus Christus.
4) Ich darf nun mit dem Zeugnis im Wort und Leben zweier wichtiger Menschen schließen einer ist Deutscher, der andere Pole.
Karl Leisner, in Dachau von einem franzö­si­schen Bischof, einem Mithäftling, zum Priester geweiht, wurde hier in Berlin im Juni 1996 von Papst Johannes Paul II. seligge­sprochen. In einem seiner Briefe aus dem Gefängnis schreibt er: „O du armes Europa, kehre zu deinem Herrn Jesus Christus zurück! Dort ist die Quelle der schönsten Werte, die du entfaltest. Kehre zur frischen Quelle der wahren göttlichen Kraft zurück!“[1]
Wenige Jahre vor ihm war Ignacy Jeż, sein Mit­häftling und Zeuge seiner Priesterweihe in Dachau, Priester geworden. Der spätere Bischof von Gorzów und Koszalin hat kurz vor seinem Tod von Papst Benedikt XVI. noch die Kardi­nals­­würde erhalten. Er, der in den Kriegsjahren von Deutschen so viel an Leid erfuhr, hat sein ganzes Leben hindurch Brücken der Versöh­nung zwischen unseren Völkern und Kirchen gebaut. Ich durfte sein Nachfolger werden in Koszalin. Er erinnerte an die schweren Jahre des Krieges und des Lagers, verkündete in Liebe die schwierige Wahrheit und wußte dabei immer zu vergeben. Des Öfteren erzählte er mir, wie nach der Befreiung des Lagers durch die Amerikaner deutsche Wächter hingerichtet wurden. „Bis zum heutigen Tag schäme ich mich, daß ich mich an der Erschießung unserer Peiniger freute.“ Dieses Bekenntnis zu menschlichen Emotionen sind Ausdruck von Größe. Ein Karl Leisner und Ignacy Jeż verstanden es, Brücken der Versöhnung zu bauen. Mit Sicherheit tun sie das weiterhin, von der anderen Seite des Lebens her. Solche Menschen sind gefragt. Wir können auch zu ihnen gehören.[2]

[1] Karl Leisner schrieb am 16.6.1945, nachdem er das Buch von Martin Hürlimann, Europa: Bilder seiner Land­schaft und Kultur, Zürich 1943, betrachtet hatte, im Waldsanatorium Planegg in sein Tagebuch:
Du ar­mes Eu­ropa, zurück zu Dei­nem Herrn Jesus Chri­stus! (Dort ist Deine Quelle für das Schönste, was Du trägst.) Zurück zu den fri­schen Quellen an göttli­ch wah­rer Kraft!!
[2] Rundbrief des IKLK Nr. 56: 213f.

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Ereignisse im Zusammenhang mit Polen

Besuch in Warschau
Eine Reisegruppe aus Kleve war der Einladung von Józef Kardinal Glemp, em. Erzbischof von Warschau, gefolgt.

Siehe Aktuelles vom 12. November 2011.

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In der Wasserburg Rindern bei Kleve war vom 12. bis 20. März 2011 die Ausstellung „Pontifex – Brückenbauer – Johannes Paul II. in Deutschland“. Der frühere Pressesprecher des IKLK berichtet darüber in seinem Buch „Mein ‚gestaldertes’ Leben“:
Eine außergewöhnliche Wanderausstellung anlässlich des 30. Jahrestages des ersten Besuches von Papst Johannes Paul II. in Deutschland kam nach Kleve. Sie war vom 12. bis 20. März 2011 in der Wasserburg in Rindern zu sehen. Als diese Ausstellung geplant wurde, konnte noch keiner ahnen, dass der polnische Papst am 1. Mai 2011 durch seinen Nachfolger, Papst Benedikt XVI., in Rom selig gesprochen wurde. Dadurch erhielt die Ausstellung unter dem Titel „Pontifex – Brückenbauer – Johannes Paul II. in Deutschland“ eine aktuelle Bedeutung. Die drei Deutschlandbesuche 1980, 1987 und 1996 wurden auf rund 50 Ausstellungswänden dokumentiert. Organisator war die Delegatur der Deutschen Bischofskonferenz für die polnischsprachige Seelsorge in Deutschland. In Rindern lag die Durchführung in den Händen der polnischen Gemeinde in Kleve und des Bundes der Polen in Deutschland, vertreten durch den Vizepräsidenten Wladyslaw Pisarek. Ferner waren das Katholische Bildungszentrum, Wasserburg Rindern, und ich in meiner Eigenschaft als ehemaliger Pressesprecher des Internationalen Karl-Leisner-Kreises beteiligt. Bei der Eröffnung der Ausstellung am 12. März in Anwesenheit des Regionalbischofs für den Niederrhein, Weihbischof Wilfried Theising, und des em. Erzbischofs von Gnesen und Senior-Primas von Polen, Henryk Muszynski, durfte ich die Eröffnungsrede halten. Dabei berichtete ich über meine zahlreichen Begegnungen mit Papst Johannes-Paul II.[1]

[1]  Werner Stalder: Mein „gestaldertes“ Leben. 77 bewegende Jahre, Billerbeck 2016: 193f.

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Weitere Berichte zu „Karl Leisner und Polen“

Aktuelles vom 23. Mai 2012 – Hinweise auf Karl Leisner und seine Freunde kommen aus Polen

Aktuelles vom 1. Juli 2015 – Ausstellung zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau und zu Karl Leisner im Priesterseminar von Elbingen/Elblag in Polen

Aktuelles vom 19. Oktober 2015 – Łagiewniki in Polen: Karl Leisner in der Heilig-Kreuz-Kapelle

Aktuelles vom 28. August 2016 – Polen: Karl Leisner als Seliger

Aktuelles vom 30. Oktober 2016 – Jesus Christus als „König von Polen“

Aktuelles vom 3. Dezember 2016 – Karl Leisner in: „Pelikan … in Deine Hände – performance“

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Veröffentlichungen in Polen

Kleinen, Heinrich
Trost in der Krankheit. Neun-Tage-Andacht mit der Bitte um die Fürsprache des Dieners Gottes Karl Leisner, Kleve-Kellen 1981

Übersetzung ins Polnische:
Pocieszenie w chorobie [Trost in der Krankheit], Łomianki 1992

Seeger, Hans-Karl
Karl Leisner. Visionär eines geeinten Europas, Kevelaer 2006, 22012
Übersetzung ins Polnische:
BŁOGOSŁAWIONY KARL LEISNER, Wizjoner zjednoczonej Europy, Kraków 2010

In Polen gedruckte Veröffentlichungen des IKLK

Pies, Otto
Stephanus heute. Karl Leisner. Prie­ster und Opfer, Kevelaer 1 u. 21950,31951, 41953, 51958, 61962
7. Auflage 2008 kommentiert von Hans-Karl Seeger

Seeger, Hans-Karl, Gabriele Latzel und Christa Bockholt (Hg.)
Otto Pies und Karl Leisner. Freundschaft in der Hölle des KZ Dachau, Sprockhövel/Dommers­hausen 2007

 

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Bischof em. Dr. Josef Homeyer, Hildesheim
Der lange Weg der Versöhnung

Versöhnung