Karl Leisners Weihebischof Gabriel Piguet hat einen vierten Nachfolger

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Am Sonntag, dem 27. November 2016, um 15.00 Uhr wird Bischof Dr. theol. François Kalist[1] als Erzbischof von Clermont in der Kathedrale Notre-Dame-de-l’Assomption (Mariä Himmelfahrt) von Clermont-Ferrand eingeführt. Sein Wahlspruch lautet:
„Que tous soient un – Alle sollen eins sein“ (Joh 17,21).
Der IKLK wünscht ihm Glück und Segen für sein Amt und eine Begeisterung für Karl Leisner, wie sein unmittelbarer Vorgänger sie hatte.

[1]    François Michel Pierre Kalist (* 30. Oktober 1958 in Bourges/Cher/F) – Studium an der Gregoriana in Rom, am Séminaire des Carmes (Priesterseminar) in Paris u. am Institut Catholique in Paris – Priesterweihe 21.12.1986 in Bourges – Kaplan in Vierzon 1987-1999 – Lehrbeauftragter am Priesterseminar von Orléans 1990-1991 – Theologieprofessor u. Studiendirektor am Seminar von Orléans 1991-2000 – Bischöflicher Kaplan 2002-2009 – Ernennung zum Bischof von Limoges 25.3.2009 – Bischofsweihe 17.5.2009 – Ernennung zum Erzbischof von Clermont 20.9.2016 – Amtseinführung 27.11.2016

Die Zeremonie wird direkt vom Sender RCF Clermont übertragen.
Link zur Homepage der Diözese Clermont

Bischof François Kalist ist der vierte Nachfolger von Karl Leisners Weihebischof Gabriel Piguet (1933–1952) nach den Bischöfen Pierre-Abel-Louis Chappot de la Chanonie (1953–1974), Jean Louis Joseph Dardel (1974–1995) und Erzbischof Hippolyte Simon (1996–2016).

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Bischof Gabriel Piguet weihte Karl Leisner am 17. Dezember 1944, dem Sonntag Gaudete, im KZ Dachau zum Priester.

 

 

 

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Laut Auskunft von Generalvikar Bernard Lochet vom 8. November 2016 muß Bischof Pierre-Abel-Louis Chappot de la Chanonie, der direkte Nachfolger von Bischof Gabriel Piguet, um Karl Leisners Priesterweihe im KZ gewußt haben. Vermutlich ging er damit aber auf Grund der noch stark von den Erfahrungen des Krieges geprägten Zeit sehr vorsichtig um; denn man sah dieses Phänomen lange Zeit als „kleine Tat“ an. Da es für die Einwohner von Clermont alles recht unklar war, schwieg man viel über das Ganze. Bernard Lochet versteht dies auch als eine Anfrage an die eigene französische Geschichte und wird der Sache nachgehen.

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Anläßlich des 50. Jahrestages von Karl Leisners Priesterweihe kam Bischof Jean Dardel am Gaudetesonntag 1994 nach Xanten und feierte im Dom mit einer großen Gemeinde ein Pontifikalamt. Der Gottesdienst endete mit einem Gebet an Karl Leisners Grab in der Krypta.

 

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pict0032Erzbischof Hippolyte Simon folgte einer Einladung des IKLK anläßlich des 50. Todestages von Mgr Piguet und kam zum Sonntag Gaudete 2002 mit einer französischen Pilgergruppe an den Niederrhein. Er feierte nicht nur den Gottesdienst im Xantener Dom, sondern nahm mit der Gruppe auch an der anschließenden Mitgliederversammlung des IKLK teil. Dort äußerte er den Wunsch, 2004 anläßlich des 60. Jahrestages der Priesterweihe von Karl Leisner eine europäische Wallfahrt nach Dachau zu machen und dort mit den Nachfolgern der damals „beteiligten“ Bischöfe von Münster, München und Freising und Clermont am Freitag, dem 17. Dezember 2004, auf dem Gelände des ehemaligen KZ Dachau einen Gottesdienst zu feiern. Dieser Wunsch ging in Erfüllung. Außerdem sorgte er dafür, daß auch zum 70. Jahrestag 2014 ein feierliches Pontifikalamt mit den drei Nachfolgebischöfen in Dachau gefeiert wurde.

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Dachau 2004

 

 

 

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Dachau 2014

 

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Das nebenstehende Bronzerelief mit der Darstellung der Priesterweihe von Karl Leisner fertigte der Bildhauer Dieter von Levetzow, geboren 1925, als Geschenk für die Kathedrale Notre-Dame-de-l’Assomption von Clermont-Ferrand. Die Einweihung des Reliefs erfolgte im Rahmen einer Pilgerfahrt von Deutschen und Franzosen am 12. Mai 2006 in der Kapelle der Grablege der Bischöfe von Clermont durch Erzbischof Hippolyte Simon.

Fotos Gabriele Latzel und IKLK-Archiv