Kermisdahl in Kleve

Kermisdahl um 1900 bei Kleve

Kermisdahl (Kermesdaal)

Flüßchen (Altrheinarm) in Kleve – Teil des Gewässersystems Wetering-Kermisdahl-Spoykanal – Im Zufluß aus Richtung Qualburg heißt es Wetering, in seiner Verlängerung zum Rhein Spoykanal.

 

Quelle des Fotos: Wikimedia Commons / gemeinfrei (abgerufen 05.05.2017)

 

 

Es ist dem Wasser eigen, im Fluß zu sein. Die Niederrheiner können ein Lied davon singen. Durch Strömungsänderungen entstanden der Alte Rhein oder Altrhein und der Rhein. Durch den Wasserfluß verändern sich auch die Landschaft und das Erdreich, das dem Wasser ein Bett gibt. Wenn das Erdreich sich bewegt, hat das unter Umständen schwerwiegende Folgen.

Unter der Überschrift „Erdrutsch am Kermisdahl – Dramatische Szenen an der Wasserkaskade: 400 Kubikmeter Erde lösten sich und legten offenbar eine Granate frei. Nach mehrstündigen Untersuchungen entpuppte sich das Geschoss als ein Holzstumpf. Heute wird der Hang untersucht.“ berichtete Julia Lörcks in der Rheinischen Post vom 5. Mai 2017 über die Beinahe-Katastrophe.

Link zum Artikel

Siehe auch Link zum Kleveblog vom 4. Mai 2017.

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Obwohl die Niers naheliegender und ungefährlicher für die Freizeitgestaltung in bezug auf Zelten und Baden war, so war doch auch der große von Schiffen befahrene Rhein ein wichtiger Fluß für Karl Leisner und seine Jungen. Er diente sogar hier und da zum Baden mangels guter Waschgelegenheit zu Hause.

Siehe:
Aktuelles vom 6. Januar 2014 – „Karl Leisner und der Rhein“

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Auch der Alte Rhein hatte seinen Reiz für die Jungen. Der Altrheinarm bei Kleve floß entlang der Ortschaften Griethausen, Brienen, Ward­hau­sen, Samorth, Schenkenschanz, Düffelward, Kekken u. Bimmen bei Millin­gen/NL in den Rhein. Der Teil bei Kleve heißt Kermisdahl.

Tagebucheinträge

Kleve, Samstag, 30. Juni 1928
Abends wurde die Kahnfahrt [auf dem Kermisdahl] des KKV [Katholischen Kaufmännischen Vereins] mit Feuer­werk besichtigt.

Siehe folgende Links zu „Bootfahren auf dem Kermisdahl“:
Link zu „Bötchen fahren auf dem Kermisdahl in Kleve”

Link zu „Bötchen fahren bei Scho in Kleve”

Link zu „Boots-Station am Kermisdahl in Kleve”

Die Weihnachts- und Winterzeit 1928
Der Rhein fror zu. Wir konnten schön auf dem Kermis­dahl Schlitt­schuh-Laufen und ro­deln ([am] Aussichtsturm).

1933

 

 

Zwei Zeitungsfotos: „Das Treibeis vor Emmerich“ und „Winterfreuden auf dem Kermisdahl“

 

 

 

 

Als Karl Leisner 1937 zum Arbeitsdienst mußte, klebte er in sein Tagebuch das Lied „Min Kleef – Mein Kleve“. Dort heißt es in der ersten Strophe:

Woor den Schwanentoorn kiekt wied in´t Land
Hoog över Hüs en Steeg,
En et Kermesdaal as selver Band
Trekt döör et saftig Leeg;
Woor die alde Geevels raage
Spets en Törntjes draage:
Door steet min Eldershüs,
In Kleef, door höör ek tüß!
Übersetzung:
Wo der Schwanenturm weit ins Land schaut,
hoch über Haus und Steg,
und der Kermisdahl als Silberband
durch die saftige Niederung zieht,
wo die alten Giebel ragen,
Spitzen und Türmchen tragen:
da steht mein Elternhaus,
in Kleve, da bin ich zu Haus.

Unter der Überschrift „360-Grad-Spaziergang – Die Lieblingsplätze der Klever (4): Entlang des Kermisdahl“ berichtete Harald Kunde, Direktor des Museums Kurhaus Kleve, in der Rheinischen Post vom 14. April 2017 über seine „Lieblings-Runde” in Kleve.

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