Das neue Präsidium des IKLK

 

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v. l. Sekretär Stephan Rintelen, Vizepräsidentin Monika Kaiser-Haas, Schatzmeister Ferdinand Peusen und Präsident Benedikt Elshoff. 

 

Mit einem Gottesdienst im Xantener Dom hat der Internationale Karl Leisner Kreis (IKLK) am Sonntag der einzigen Priesterweihe in einem Kon­zentrationslager der Nationalsozialisten gedacht. Der aus dem Bistum Münster stammende Diakon Karl Leisner (1915 bis 1945) war vor 65 Jahren, am dritten Adventssonntag, im KZ Dachau zum Prie­ster geweiht worden.

„Victor in vinculis – Sieger in Fesseln“. An die Inschrift des Bischofsstabs des französi­schen Bischofs Gabriel Piguet, der als Mithäftling den schwer­kranken Dia­kon am 17. Dezember 1944 zum Priester weihte, erinnerte der Präsident des IKLK in seiner Predigt. Wie kann ein Opfer zugleich ein Sieger sein, fragte Pfarrer Hans-Karl Seeger, der seit 16 Jahren dem Kreis vorsteht. Dieses Parado­xon verglich Seeger mit dem Kreuztod Jesu: Die Auferstehung habe die Niederlage in einen Sieg über alle Mächte des Todes verwandelt. „Sieger in Fesseln – von Jesus bis zu den Widerstandskämp­fern: Sie waren als Gefange­ne freier als ihre Wär­ter“, so Seeger.

Bei der anschließenden Mitgliederversammlung legte Hans-Karl Seeger sein Amt als Präsident nieder. Er wolle Platz machen für eine jüngere Generation, begründete der 73-Jährige seine Ent­scheidung. Aus der „zweiten Reihe“ werde er aber noch weiter wirken und seine „Lebensaufgabe“, die Veröffentlichung von Leisners Tagebüchern, ver­wirklichen.

Der Xantener Propst Alfred Manthey dankte Seeger für seine Dienste, ohne die das „Gedenken an Karl Leisner nicht so weit in unsere Zeit hinein­getragen worden wäre“. Das Scheiden des Präsi­denten sei eine „Wegmarke“, so Manthey: „Ist der Kreis nur noch ein historischer Verein oder lebt das weiter, was Leisner heute als Priester verkörpern würde?“

Für das lebendige Zeugnis will Benedikt Elshoff sich einsetzen. Die Versammlung wählte den Pfar­rer von Heilig Geist Kalkar zu Seegers Nachfolger. Mit dem 42-Jährigen und seiner Stellvertreterin Monika Kaiser-Haas vollzieht sich ein Generatio­nenwechsel an der Spitze des IKLK. „Wir wollen in Zukunft stärker die Menschen und Gruppen zu­sammenführen, die etwas mit Karl Leisner verbin­den“, so Elshoff. Auf Vorschlag des neuen Präsidi­ums wurde Altpräsident Seeger zum Ehrenmitglied des Kreises ernannt.

Auch Kordi Altgassen und Werner Stalder legen ihre Ämter nieder. Stalder traf als IKLK-Sprecher mehrfach den Papst. Für seine Verdienste wurde er 1999 von Johannes Paul II. mit dem Orden „Pro Ecclesia et Pontifice“ geehrt.[1] 




[1]     Text und Foto Tim Kempen.