Ohne Bischof Josef Martin Nathan gäbe es keine „Dachauer Madonna“

NathanWeihbischof Joseph Martin Nathan (* 11.11.1867 in Stolzmütz/Tłustomosty/PL, † 30.1.1947 in Troppau/Opava/CZ) – Priester­weihe 23.6.1891 in Breslau/Wrocław/PL – letzter Generalvikar von Branitz/Moravské Bránice/CZ 1924 – Bischofs­weihe zum Weih­bischof für das Erzbistum Olmütz u. Titularbischof von Arycanda/TR 17.4.1943 – Ausweisung aus Branitz 21.12.1946

Gedenktafel in Branitz
Quelle des Fotos: Wikimedia Commons / Urheber: Mos810 / CC BY-SA 3.0 (abgerufen 20.07.2015)

TheologischesDie „Katholische Monatsschrift THEOLOGISCHES Mai/Juni 2015 brachte in den Spalten 303 bis 310 einen Artikel zu Bischof Josef Martin Nathan. Ohne dessen Zutun gäbe es vermutlich keine „Dachauer Madonna“.

Artikel (mit Genehmigung von Prof. Dr. Manfred Hauke):

Nathan

 

Josef Barton[1] aus Branitz im Februar 1962 an P. Josef Fischer SAC[2]:
Karl Schrammel[3] lag sehr viel daran, uns über Dachau und das Leben dort auf dem laufenden zu erhalten. Jedenfalls war es nach Eintreten der Er­leichterungen, […,] daß Karl [Schrammel] schrieb, der Bischof [Joseph Martin Nathan] möchte für den nächsten Maimonat eine Mari­enstatue und Levitengewänder schicken. Der Bischof gab mir den Auftrag, […], eine Statue zu besorgen. […] Da traf ich nach einigen Ta­gen den späteren Pro­vinzial der Salvatorianer, P. Dominikus Hoffmeister [SDS[4]], dem ich von mei­nem vergeblichen Su­chen erzählte. Immer hilfs­bereit, erklärte er sofort, er hätte eine wunder­schöne, holzge­schnitzte Statue von einem Bres­lauer Künstler [E. Hoep­ker]; er würde sie gerne zur Verfügung stel­len, aber sich das Ei­gentumsrecht vorbehalten. Sie wurde in meine Woh­nung nach Jägerndorf gebracht.[5]

[1] Schönstattpriester Josef Barton (* 19.9.1912 in Wag­stadt/Bílovec/CZ, † 31.12.1981) – Prie­sterweihe 5.7.1937 in Olmütz/Olomouc/CZ – nach der Vertreibung aus Ol­mütz zunächst Spiritual am Priesterseminar in König­stein im Taunus – später Mitarbeiter in Schönstatt – zuletzt Pfarrer im Erzbi­stum Frei­burg
[2] Pater Josef Simon Fischer SAC, Deckname im KZ: Simon (* 5.12.1904 in Eberbach im Rheingau, † 13.6.1978 in Koblenz-Pfaf­fendorf) – Eintritt ins Noviziat der norddeutschen Pallottiner 1923 – Priesterweihe 2.7.1929 in Limburg – Einlieferung ins KZ Dachau 6.6.1941. Dort war er enger Mit­ar­bei­ter von P. Joseph Kentenich SAC. Am 29.4.1945 wurde er befreit. 1966 trat er dem Säkularinstitut der Schönstatt­patres bei.
[3] Karl Schrammel (* 22.9.1907 in Friedek/Frýdek/CZ, † er­schossen ? 5.2.1945 im KZ Bu­chen­wald) – Priesterweihe 13.3.1932 – Geistlicher Di­rektor des Erz­bi­schöf­lichen Knaben­se­minars in Freudenthal (Erzbistum Olmütz/Olomouc/CZ) 1.5.1939 – Dort wurde er am 7.7.1941 ver­haf­tet, weil er das Seminar an die Wehrmacht vermietet hatte, am 16.11.1941 kam er ins KZ Da­chau und wurde wegen Schwarz­post strafweise am 4.12.1944 ins KZ Buchenwald überstellt. Er hat sich an der ersten Schönstattgruppe im KZ Dachau beteiligt.
[4] Pater Dominikus Hoffmeister SDS (* 17.11.1906 in Bredenborn/Kreis Höxter, † 24.12. 1978 in Neuwerk) – Eintritt bei den Salvatorianern 18.4.1925 – Erste Profeß 25.3.1930 – Prie­sterweihe 29.6.1934 in Passau – Provin­zial der Nord­deutschen Provinz der Salvatori­a­ner 1953–1959 u. 1968–1972
[5] Fischer, Josef: Dokumentation über den Gründer Schönstatts [P. Joseph Kentenich SAC] und die Schönstattgemeinschaften im KZ Dachau 1941–1945, 3 Bde. (Typoskript um 1964, Kopie; Original im Priesterhaus Berg Moriah, Simmern Ww.) Bd. III: 1f.

Ausführungen zu „Unsere Liebe Frau von Dachau“ und deren Bedeutung für die KZ-Häftlinge in:  Seeger, Hans-Karl / Latzel, Gabriele (Hgg.): Karl Leisner. Tagebücher und Briefe – Eine Lebens-Chronik, Kevelaer: Butzon & Bercker 2014: Bd. 3: 2157-2164

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