Reinhold Friedrichs – Blockvater im KZ Dachau auch für Karl Leisner (41)

Friedrichs_Totenbild

 

Reinhold Friedrichs‘ bedeutsame Priesterpersönlichkeit vor allem im KZ Dachau manifestiert sich in seinen eigenen Berichten sowie in Mitteilungen von Zeitzeugen, insbesondere in zahlreichen Zeugnissen von überlebenden KZ-Häftlingen.

 

 

 

 

Brief von Edmond Michelet[1] an Reinhold Friedrichs

[1]  Michelet_Foto  Edmond Michelet (* 8.10.1899 in Paris, † 9.10.1970 in Brive-la-Gaillarde/Corrèze/F) – Er kam 1940 durch die Widerstandsbewegung zur politi­schen Arbeit. Als Obmann der Frei­heits­bewe­gung wurde er vom Vichy-Regime verfolgt, verhaftet und 1943 ins KZ Dachau ge­bracht. Dort war er Vertrauens­mann der französischen Häftlinge. Nach seiner Befreiung aus dem KZ am 29.4.1945 bekleidete er verschiedene Ministerposten. So war er u. a. Justiz­minister ab 8.1.1959 und vom 20.6.1969 bis zu seinem Tod Kul­tur­minister. 1988 wurde ein Antrag zur Einleitung eines Seligsprechungsverfah­rens gestellt, das am 16.9.2006 in Brive-la-Gaillarde eröffnet wurde.

Michelet-1

 

JUSTIZMINISTERIUM                                                                    Paris, den 25. Juli 1960
Der Justizminister
Lieber Herr Domkapitular,
entschuldigen Sie bitte, daß ich erst mit einiger Verspätung auf Ihren Brief vom 7. Juli antworte, um Ihnen mit Freude mitzuteilen, daß ich am kommenden 5. August[1] bei Ihnen sein werde.
Ich beabsichtige, Ihnen zwischenzeitlich den Text der sehr kurzen Ansprache, die in DACHAU zu halten, sie mich gebeten haben, zukommen zu lassen.
Ich bekunde Ihnen, lieber Herr Domkapitular, erneut meine sehr herzliche Sympathie
Michelet
Edmond Michelet

Reinh. Friedrichs
Domkapitular
Krumme Straße 46
MÜNSTER/WESTFALEN.
(Deutschland)

[1]  Der Eucharistische Kongreß vom 31. Juli bis 7. August 1960 in München war auch für die KZ-Priester ein Anlaß, sich zu treffen.

Siehe Link mit Informationen zum Eucharistischen Kongreß.

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Abschluß der „Reinhold Friedrichs-Serie“

 

Außer dem Briefverkehr zwischen den ehemaligen KZ-Priestern untereinander gab es auch mehrere Treffen. Im Bistum Münster, aus dem zahlreiche Priester im KZ Dachau inhaftiert waren (s. Link), war Josef Reukes der erste, der zu einem Treffen zu Pfingsten vom 11. bis 13. Juni 1946 nach Gronau einlud.

Vor den „Stimmen von Dachau“, deren erste Nummer am 1. Januar 1947 erschien, gab es zwei Ausgaben von Rundbriefen aus Gronau.

Folgendes Exemplar des Rundbriefes Nr. 1 ging vermutlich an Reinhold Friedrichs. Die Formulierungen „Lagersuppe“, „An die Arbeit!“ oder „Mützen ab!“ in den Rundbriefen zeugen von der noch lebhaften Erinnerung an die Zeit im KZ-Dachau.

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An Josef Neunzig habe ich die Einladung auch geschickt.

Gib mir, bitte, zu meiner Nachkontrolle – damit keiner vergessen bleibt – die Namen und Anschriften unserer Dachauer Priester aus der Diözese Münster baldigst an.

d. O. [der Obige]

Pfingsten
von Πεντηκοστή ημέρα pentekostē hēmera (griech.) = der fünfzigste Tag – Ursprünglich gab es eine 50tägige Oster­feier, die mit dem Pfingstsonntag schloß. Im 4. Jh. schwand das Verständnis für diese Ganzheit, und par­allel zu Ostern wurde Pfingsten ein eigenes Fest als Tauftermin mit einer Vigil und Oktav. Als Folge davon wurde es nicht mehr als Herrenfest angesehen, son­dern als Fest des Heili­gen Geistes. Papst Paul VI. setzte mit seinem Apo­sto­lischen Schrei­ben vom 14.2.1969 den neuen Römischen Kalen­der in Kraft, und so schließt das Osterfest wieder mit dem Pfingstsonntag, an dem auch die Oster­kerze aus dem Altar­raum entfernt und zum Tauf­brunnen gebracht wird.
In Deutschland gibt es den Pfingstmontag litur­gisch heute noch als Zugeständ­nis, weil er staatli­cher Feiertag ist. Vom Verständnis der Pfingstoktav her nennt Karl Leis­ner auch den Dienstag nach Pfingsten Pfingstdienstag.

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Gruppenbild der 20 KZ-Priester aus der Diözese Münster in Gronau. Sie fühlten sich sehr geehrt, einen Domkapitular (Reinhold Friedrichs 1. R. Mitte) unter sich zu haben. Kein anderer Priesterhäftling war so kurz nach der Befreiung aus dem KZ von seinem Bischof befördert worden.
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Ehrw[ürden] Bruder Raphael Tijhuis, Nijmegen (Holland) Karmelitenkloster.

Gruppenbild von der 1. Zusammenkunft der Dachauer Priester.

Gronau Westf.

Pfingsten 1945 [1946]

gewidmet von J. Reukes, Pfarrer

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Auf dem Pfingsttreffen 1946 gedachten die 20 KZ-Priester auch ihrer im KZ Dachau verstorbenen Mitbrüder, zu denen sie auch Karl Leisner zählten. Auf einem vermutlich anläßlich dieser Zusammenkunft in Gronau gedruckten Gedenkbildchen steht folgender Text:

Zum frommen Gedenken an die im Konzentrationslager Dachau verstorbenen Geistlichen aus der Diözese Münster.
Pater Elpidius Markötter OFM † 28.6.1942
Pater Werner Barkholt SJ † 18.7.1942
Pater August Benninghaus SJ † 20.7.1942
Kaplan Bernhard Poether † 5.8.1942
Geistl. Studienrat Gerhard Storm † 23.8.1942
Pater Theodor Hartz (Salesianer) † 23.8.1942
Pfarrdechant Josef Lodde † 27.2.1943
Pater Albert Maring SJ † 7.4.1943
Bruder Johannes Goebels † 17.3.1944
Dechant August Wessing † 4.3.1945
Neupriester Karl Leisner † 12.8.1945

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Rundbrief Nr. 2. vom 5. September 1946

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Am 1. Juni 1962 beging Reinhold Friedrichs sein Goldenes Priesterjubiläum. Bei dem KZ-Priester-Treffen vom 20. bis 24. August 1962 in Münster entstand das folgende Foto (1. R. v. l. NN, Weihbischof Joseph Buchkremer, Reinhold Friedrichs).

Friedrichs_Jubiäum (1)

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Reinhold Friedrichs wurde auf dem Zentralfriedhof in Münster beerdigt. 1973 benannte die Stadt Münster ihm zu Ehren eine Straße in der Aaseestadt mit dem Vermerk „Reinhold Friedrichs (1886-1964), Domkapitular in Münster, 1941-45 Blockältester im Priester-KZ Dachau“.


Quelle der Fotos: Gabriele Latzel

Glossar zum Abschluß der „Reinhold Friedrichs-Serie“

Adams, Josef
Josef Adams (* 19.7.1902 in Mainz, † 7.8.1966) – Prie­sterweihe 20.3.1926 in Mainz – Er kam wegen Beein­flus­sung der Jugend im anti­na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Sinne am 15.7.1943 ins KZ Dachau und wurde am 4.4.1945 entlassen.

Barth, Karl
Karl Barth (* 15.7.1899 in Oppenheim, † ?) – Priesterweihe am ? – Er kam wegen Her­aus­stel­lung des Alten Tes­ta­ments in Pre­dig­ten am 15.7.1943 ins KZ Dachau und wurde am 4.4.1945 entlassen.

Brantzen, Hans
Hans Brantzen (* 22.10.1912 Kyllburg, † 18. Oktober 1979 in Mainz, beigesetzt in St. Johannes Evangelist in Mainz) – Priesterweihe am ? – Er kam wegen Jugend­seel­sorge am 7.11.1941 ins KZ Dachau und wurde am 28.3.1945 entlassen.

Buchkremer, Joseph
Weihbischof Joseph Buchkremer (* 4.10.1899 in Aachen, † 24.8.1986 ebd.) – Priesterweihe 10.8.1923 in Köln – Er kam wegen Jugendseelsorge am 27.3.1942 ins KZ Dachau und wurde am 4.4.1945 ent­lassen. – Bischofsweihe zum Weihbischof für das Bistum Aachen 21.12.1961

Dirnberger, Andreas
Andreas Dirnberger (* 21.4.1904, † ?) – Priesterweihe am ? – Er kam am 31.3.1941 ins KZ Dachau und wurde auf dem Evakuierungs­marsch vom 26.4.1945 befreit.

Grafenberger, Alois Paul
Alois Paul Grafenberger (* 1.9.1901, † ?) – Priesterweihe am ? – Er kam wegen Ver­le­sen des „Mölders-Briefes“ am 9.10.1942 ins KZ Dachau und wurde am 5.4.1945 entlassen.

Ketzlick, Bernhard
Pater Bernhard Ketzlick MSC (* 16.10.1907 in Hannover, † 26.2.1951 in Eisenschmitt/Eifel) – Eintritt bei den Herz-Jesu-Missionaren 13.5.1930 in Vussem/Eifel – Profeß 14.5.1931 in Vussem – Priesterweihe 14.3.1937 in Paderborn – Er kam wegen Unterminierung der inneren Front durch Predigten am 30.1.1942 ins KZ Dachau und wurde am 6.4.1945 entlassen.

Lütsches, Peter
Peter Lütsches (* 7.11.1898 in Oedt, † 31.10.1959 in Düsseldorf) – deutscher Politiker (CDU) – Mitglied der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) 1945–1950 u. Leiter der Verbandszeitung des VVN – Von 1950 bis 1953 war er Mitglied und Bundesvorsitzender des CDU-orientierten Bundes der Verfolgten des Naziregimes (BVN).

Maashänser, Gerhard
Gerhard Maashänser (* 23.5.1907 in Lü­nen, † 29.11.1957) – Priesterweihe 24.3.1928 in Paderborn – Er kam im September 1937 ins KZ Buchenwald, wurde am 20.4.1939 entlas­sen, kam am 12.6.1942 ins KZ Dachau, war dort Pfleger auf der Versuchsstation und wurde auf dem Evakuierungsmarsch vom 26.4.1945 befreit.

Montwe, Hugo
Pater Hugo (Leonhard) Montwe OFMCap (* 31.5.1887 in Aachen, † 7.1.1952 in Bad Mer­gentheim) – Eintritt in den Kapuzineror­den 17.9.1908 – Prie­sterweihe 4.8.1914 – Guardian in Dieburg – Er kam am 18.4.1941 ins KZ Dachau und wurde am 9.4.1945 ent­lassen.

Ott, Adam
Prälat Adam Ott (* 23.8.1892 in Dieburg, † 10.9.1978 ebd.) – Priester­weihe 24.12.1914 in Mainz – Er kam am 24.10.1941 wegen zersetzender Äuße­rung in der Predigt ins KZ Dachau und wurde am 29.3.1945 entlassen. Er hat Bischof Gabriel Piguet bei Karl Leisners Priesterweihe assistiert. Von ihm stammt das Gebet zu unserer Lieben Frau von Dachau.

Dachauer Madonna

s. Link zu „Gebet zu Maria“

 

 

 

 

 

 

 

Rehling, Engelbert
Pater Engelbert Rehling OMI (* 29.6.1906 in Düpe bei Steinfeld, † 25.11.1976 in Aachen) – Eintritt bei den Oblaten – Ewige Pro­feß 1.5.1931 in Hünfeld – Priesterweihe 9.4.1933 in Hünfeld – Er kam wegen pazifistischer Äußerungen am 26.12.1941 ins KZ Dachau und entfloh auf dem Evakuierungs­marsch vom 26.4.1945. 1946 lebte er im Missionskonvikt in Borken. Vom 1.8.1947 bis Ende Juni 1949 war er als Volksmissionar auf dem Rochusberg in Bingen tätig. Ab 1.12.1958 war er Krankenhausseelsorger im Aachener Luisen­hospi­tal und wohnte im Oblatenkloster Aachen/Salvatorberg. 1959 wurde seine Versetzung in das Kloster rechts­kräftig. Dort wirkte er wieder als Volksmissionar. Im Seligsprechungsprozeß für Karl Leisner hat er 1977 als Zeuge ausgesagt.

Reukes, Joseph
Joseph Reukes (* 22.5.1889 in Borken, † 31.12.1961 in Gronau) – Eintritt ins Collegium Borromaeum in Münster Ostern 1911 – Priester­weihe 29.5.1915 in Münster – Er kam wegen Gebetes für die Juden am 10.10.1941 ins KZ Da­chau und wurde auf dem Evaku­ie­rungsmarsch vom 26.4.1945 befreit, anschließend war er Pfarrer in Gronau.

Rodach, Benedikt
Benedikt Rodach (* 2.5.1910 in Mainz, † ?) – Priesterweihe am ? – Er kam wegen Jugendseelsorge und einer Neujahrspredigt am 7.6.1941 ins KZ Mauthausen, am 11.8.1941 ins KZ Dachau und wurde am 9.4.1945 ent­lassen.

Rooyackers, Lambert
Lambert Rooyackers (* 14.4.1905 in Veghel/NL, † 14.2.1980 in ’s-Hertogenbosch/NL) – Priesterweihe 14.6.1930 – Er kam wegen eines Artikels im Kirchenblatt über P. Friedrich Muckermann SJ am 16.12.1940 ins KZ Sachsenhausen, am 14.10.1942 ins KZ Dachau und wurde am 29.4.1945 befreit.

Sauer, Evarist
Pater Evarist (Jakob) Sauer OFMCap (* 7.5.1905 in Düsseldorf, † 1960) – Eintritt in den Kapuzineror­den am ? – Prie­sterweihe am ? – Er kam wegen Predigten am 18.4.1941 ins KZ Dachau und wurde am 9.4.1945 ent­lassen.

Schaafs, Jacobus Johannes
Jacobus Johannes Schaafs (* 19.5.1881 in Aalten/NL, † ?) – Priesterweihe am ? – Er kam wegen Weigerung, für gefallene holländische Nationalsozialisten feierliche Ämter zu halten, am 25.5.1944 ins KZ Dachau und wurde am 29.4.1945 befreit.

Schneider, Richard
Geistlicher Rat Richard Alois Schneider, im KZ Capo Maus genannt, (* 5.1.1893 in Hund­heim, † 6.9.1987 in Buchen) – Priesterweihe 12.6.1921 in Freiburg/St. Peter – Er kam we­gen Warnung vor dem Eintritt in die SS am 22.11.1940 ins KZ Dachau und wurde am 29.3.1945 entlassen. Im Seligsprechungsprozeß für Karl Leisner hat er 1982 als Zeuge aus­ge­sagt.

 

Vermutlich ist mit der „kleinen Broschüre“ in Rundbrief Nr. 2 dieses Heft gemeint:
Schneider, Richard
Dachau – Eine Antwort auf Fragen von Jedermann
Mannheim o.J.

 

 

Sonnenschein, Johannes
Johannes (Hans) Sonnenschein (* 30.5.1912 in Bocholt, † 31.8.2003 in Ahaus) – Eintritt ins Col­legium Borromaeum in Münster 1.5.1931 – Priesterweihe 19.12.1936 in Münster – Kaplan in Ahlen St. Josef 29.2.1940 – dort Ver­haftung 8.3.1942 – Er kam über die Gefäng­nisse in Ahlen und Münster wegen Jugendseelsorge und Verbreitung des Möldersbriefes am 29.5.1942 ins KZ Da­chau und dort am 30.5.1942 auf den Zugangsblock, wo er Karl Leisner traf. Am 9.4.1945 wurde er ent­lassen. – Kaplan in Emsdetten Herz Jesu 1946–1951 – Pfar­rer in Borghorst St. Nikomedes 1958–1970 – Dechant im Dekanat Borghorst 1959 – Pfarrer in Dülmen (Merfeld) St. Antonius 1970–1991 (als Pfarrer em. Pfarrverwalter 1987) – Pfar­rer em. in Ahaus 1991 – Im Seligsprechungsprozeß 1981 und im Martyrerpro­zeß 1990 für Karl Leisner hat er als Zeuge ausgesagt.

Stammschröer, Hermann
Hermann Stammschröer (* 7.2.1890 in Wadersloh, † 7.10.1957) – Eintritt ins Collegium Borromaeum in Münster Ostern 1909 – Priesterweihe 15.8.1913 in Mün­ster – Er kam wegen Predigt gegen Klosteraufhebungen am 10.10.1941 ins KZ Dachau und wurde am 10.4.1945 entlassen. – Pfarrdechant in Beckum St. Stephanus 1946–1951 – anschließend Pfarrdechant i. R. ebd.

Stimmen von Dachau
Bald nach der Befreiung aus dem KZ Dachau sam­melte u. a. Caritasdirektor Hans Carls die Akten über Leben und Sterben von Dachaupriestern und begann mit der Herausgabe der „Stimmen von Dachau“, einer Zeitschrift, in der er die Schicksale seiner Confratres in Dachau schilderte.
Heinrich Auer aus Freiburg am 24.9.1946 an Reinhold Friedrichs in Münster:
Wie Du Dich erinnerst, hatte man Hans Carls bei unserem Zusammentreffen in Lüdinghausen gebeten, ein Mitteilungsblatt für die geistlichen KZ-Häftlinge heraus­zuge­ben, und ich habe ihm schon mehrfach einiges Material dazu übersandt.
Josef Neunzig:
Bald sammelte er [Hans Carls] auch die Akten über Leben und Sterben mancher dieser [Dachau-]Priester. Dann begann er mit der Herausgabe der „Stimmen von Dachau“, ei­ner Zeitschrift, in der er die Schicksale seiner Confratres in Dachau schilderte (Neun­zig, J. 1996: 16f.).
Die erste Nummer erschien am 1.1.1947, die letzte von ihm redigierte Nummer am 31.12.1948. Von Hans Carls übernahm von 1955 bis Juli 1965 Josef Neunzig diese Aufgabe. Vom 13.9.1965 bis Frühjahr 1977 (Rundbrief Nr. 14) lag die Verantwortung bei Heinz Römer. Er gestaltete die „Stimmen von Dachau“ nicht mehr als Zeitschrift, sondern als Rundbrief: „gewissermaßen eine schriftliche Unterhaltung“. Man nannte sie dann auch Römerbriefe.

Teulings, Josef
Dekan Dr. Jozef Teulings (* 27.9.1894 in ’s-Hertogenbosch/NL, † 21.4.1965) – Priester­weihe 1919 – Er kam als Feind Deutschlands und des Nationalsozialismus am 2.10.1942 ins KZ Dachau und wurde am 29.4.1945 befreit.

Tijhuis, Raphael
Bruder Raphael (Rafael, Bernardus Antonius) Tijhuis OCarm (* 10.10.1913 in Rijssen/NL, † 5.6.1981 in Mainz, beigesetzt in Zenderen/NL) – Eintritt bei den Karmeliten 1932 in Boxmeer/NL – Profeß 30.8.1933 – ab 1933 wohnhaft in Mainz – Er kam am 25.7.1940 ins Gefängnis, am 13.3.1942 ins KZ Dachau und wurde am 29.4.1945 befreit. Er gestaltete zu Karl Leisners Priester­weihe die Weihe­ur­kunde, ein Primizbild und eine Glückwunschkarte. Ab 1947 lebte er in Rom, ab 1956 in ’s-Hertogenbosch/NL und ab 1980 in Mainz. Im Selig­sprechungs­prozeß für Karl Leisner hat er 1977 als Zeuge ausgesagt.

van Gestel, Petrus
Pater Dr. Petrus van Gestel SJ (* 10.7.1897 in Woensel/NL, † 6.10.1972 in Rom) – Ein­tritt in die Gesellschaft Jesu 26.9.1916 – Priesterweihe 15.8.1928 – Letzte Ge­lübde 2.2.1934 – Er kam am 27.3.1942 wegen Verbreitung bi­schöflicher Schreiben und Predig­ten ins KZ Dachau und wurde am 29.4.1945 befreit. – Rektor des Jesui­ten­kolle­giums in Maastricht/NL – deutscher Assistent des Generals in Rom 1946–1965

Werhahn, Hermann Joseph
s. Aktuelles vom 10. Juli 2015 – Die KZ-Priester Hermann-Joseph Werhahn und Karl Leisner

Winter, Joseph
Joseph Winter (* 1.3.1894 in Ebersheim, † 15.10.1971 in Bensheim) – Priesterweihe am ? – Er kam wegen Jungenseelsorge am 23.10.1943 ins KZ Dachau und wurde am 9.4.1945 entlassen.

Nicht ausgewiesene Fotos und Briefe IKLK-Archiv