Rezensionen zur Lebens-Chronik zu Karl Leisner

leisner_tagebuecher_MFA_0160m„Das übersichtlich und ansprechend gemachte Werk sollte daher in keiner Schulbibliothek oder öffentlichen Bücherei fehlen.“

So endet die Rezension in den „Münchner Kirchennachrichten“.

Foto Joachim Albrecht / medienflotte.de

 

 

Die Zeitzeugen werden von Jahr zu Jahr weniger. Darum ist es heute mehr denn je wichtig, Dokumente, Berichte, Briefe usw. aus der Zeit der Hitlerdiktatur zusammenzutragen, aufzubereiten und den nachwachsenden Generationen zugänglich zu machen.
Karl Leisner, der 1996 seliggesprochen wurde, hat von seinem 13. Lebensjahr an – das war 1928 – mehr oder weniger intensiv Tagebuch geführt, als Schüler, Student, beim Reichsarbeitsdienst und – nach seiner Verhaftung 1939 wegen „Wehrkraftzersetzung“ – selbst im KZ. Er starb im August 1945 im Alter von 30 Jahren an den Folgen der Haft. – Leisners Leben verlief in vielerlei Weise außergewöhnlich, und doch spiegelt sich in ihm der Alltag der damaligen Zeit wider: Bereits als Abiturient wurde Karl Leisner zum obersten Jugendleiter im Bistum Münster berufen. Theologiestudium mit allen Angefochtenheiten, die z.B. die Frage nach dem Zölibat für einen jungen Mann mit sich bringen können. Intellektuelle, aber auch ganz praktische Auseinandersetzung mit der NS-Ideologie, die ihm bei einem Ferienaufenthalt in Rom gar eine Papstaudienz privatissime einbrachten. Die Verhaftung und die Schikanen in verschiedenen NS-Gefängnissen und KZs. Seine geheime Priesterweihe in Dachau, die einzige, die je in einem KZ stattgefunden hat.
Hans-Karl Seeger und Gabriele Latzel haben in fünf Bänden akribisch alles zusammengetragen, was sich zu Karl Leisner finden lässt. Entstanden ist ein beeindruckender Fundus an Zeitzeugnissen und Hintergrundinformationen. Dieses Werk wird niemand von vorne bis hinten durchlesen. Dafür ist es auch nicht gedacht. Es ist vielmehr ein wirklich hilf- und lehrreiches Werkzeug, um Teile des Alltags in Hitlerdeutschland aus erster Hand kennenzulernen. Das übersichtlich und ansprechend gemachte Werk sollte daher in keiner Schulbibliothek oder öffentlichen Bücherei fehlen. (Andreas Weiß)

Seeger, Hans-Karl und Latzel, Gabriele (Hg.)
Karl Leisner. Tagebücher und Briefe. Eine Lebens-Chronik
Kevelaer (Butzon & Bercker) 2014
ISBN 978-3-7666-1881-8

Quelle:
Link zu den Münchner Kirchennachrichten

* * * * *

Buchrezension aus den Niederlanden

leisner_tagebuecher_MFA_0160m

Der aktuelle IKLK-Rundbrief zum 12. August 2015 aus den Niederlanden bringt ebenfalls eine Rezension zur Lebens-Chronik von Karl Leisner.

Foto Joachim Albrecht / medienflotte.de

 

 

Dagboeken en brieven van Karl Leisner gepubliceerd – 5 banden, 4.394 pagina’s
Karl begon een dagboek bij te houden om zichzelf wat meer discipline bij te brengen! Hij was inmiddels door kapelaan Vinnenberg aangesteld tot jeugdleider van de Katholieke Jungschar. Hij wilde deze tot een nodig alternatief maken voor de Hitlerjugend. Dus moest hij zelf het goede voorbeeld geven. Een dagboek zou daarbij kunnen helpen.
Karl begon dit dagboek op 5 april 1928 en eindigde het op 25 juli 1945, drie weken voor zijn overlijden op 12 augustus. Tijdens de periode in gevangenschap kon hij natuurlijk geen dagboek bijhouden, maar hij pakt dit twee dagen na zijn bevrijding weer op. Tussen zijn activiteiten door was Karl een trouw briefschrijver. Deze dagboeken en brieven bevatten naast verslagen van activiteiten ook heel wat notities over zijn persoonlijk leven, over zijn geestelijke groei en strijd en over zijn vastberaden liefde voor Christus.
Hans-Karl Seeger, priester en voormalig voorzitter van de IKLK, en Frau Gabriele Latzel hebben een reuzenarbeid verricht door deze dagboeken en brieven uit te geven en van ontelbare voetnoten te voorzien. Elk opvallend woord, elke speciale opmerking, elke persoon die genoemd wordt, krijgt een uitleg, zodat we binnengevoerd worden in de leefwereld van Karl. Herr Seeger zegt, dat hij door deze ‘levenskroniek’ Karls leven beter kent, dan zijn eigen leven!
In de geschiedenis van de hagiografie bestaat er geen werk dat hierop lijkt. Natuurlijk is deze uitgave er niet om achter elkaar door te lezen. De vijf banden zijn een indrukwekkend tijdsdocument van een jonge- man die ervan droomde om een evangeliserend priester te worden, maar door de nazi-overheersing martelaar werd.
Karl Leisner – Tagebücher und Briefe is te verkrijgen via o.a. www.amazon.de, 139 euro excl. porto.

Übersetzung:

Tagebücher und Briefe von Karl Leisner veröffentlicht – 5 Bände, 4.394 Seiten
Karl begann einTagebuch zu führen, um sich selbst etwas mehr Disziplin beizubringen. Er war inzwischen durch Kaplan Vinnenberg zum Jugendleiter in der Katholischen Jungschar ernannt worden. Diese wollte er zu einer notwendigen Alternative zur Hitlerjugend machen. So mußte er mit gutem Beispiel vorangehen. Ein Tagebuch könnte dabei helfen.
Karl begann dieses Tagebuch am 5. April 1928 und beendete es am 25. Juli 1945, drei Wochen vor seinem Tod am 12. August. Während der Zeit in Gefangenschaft konnte er natürlich kein Tagebuch führen, aber er nimmt dieses zwei Tage vor seiner Befreiung wieder auf. Zwischen seinen Aktivitäten war Karl ein treuer Briefschreiber.
Diese Tagebücher und Briefe enthalten neben Berichten und Aktivitäten auch viele Notizen über sein persönliches Leben, über sein spirituelles Wachstum, seinen Kampf und seine zielstrebige Liebe zu Christus.
Hans-Karl Seeger, Priester und ehemaliger Präsident des IKLK, und Frau Gabriele Latzel haben sich eine riesige Arbeit gemacht, um diese Tagebücher und Briefe herauszugeben, versehen mit unzählbaren Fußnoten. Jedes auffällige Wort, jeder Hinweis und jede erwähnte Person wird erklärt, sodaß wir hineingeführt werden in die Lebenswelt von Karl. Herr Seeger sagt, daß er durch diese “Lebens-Chronik” Karls Leben besser kennt als sein eigenes Leben.
In der Geschichte der Hagiographie gibt es kein Werk, das hiermit Ähnlichkeit hat. Natürlich ist diese Ausgabe nicht dazu gedacht, sie an einem Stück durchzulesen. Die fünf Bände sind ein beeindruckendes Dokument über einen jungen Mann, der davon träumte, ein evangelisierender Priester zu werden, aber durch die Nazi-Herrschaft-zum Märtyrer wurde.
Karl Leisner-Tagebücher und Briefe sind erhältlich über www.amazon.de, 139 Euro zzgl. Porto erhältlich.

IKLK-Rundbrief zum 12. August 2015 aus den Niederlanden

Rondzendbrief-2