Wo Karl Leisner 1928 zu Gast war, befindet sich heute die Rurtalsperre

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der Paulushof 1928

 

 

Die Eifelfahrt 1928 war Karl Leisners erste größere Fahrt mit der Jungkreuzbundgruppe St. Wer­ner. Nach einem Besuch in Aachen kamen sie u. a. nach Paulushof.

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Gruppe St. Werner mit Religionslehrer Dr. Walter Vinnenberg

 

 

 

Als Schriftführer verfaßte Karl Leisner eine kurze Notiz in der Gruppenchronik:
Freitag, 6. April 1928, Karfreitag
Von Aachen am andern Morgen nach Mon­schau, von dort zu Fuß im­mer an der Rur ent­lang nach Paulushof; dort in der Scheune geschlafen.

Samstag, 7. April 1928, Karsamstag
Morgens, also Kar­samstagmorgen, zur Urfttalsperre.

Das Schreiben der Gruppenchronik veranlaßte Karl Leisner, selbst ein Tagebuch zu führen. Dort beschreibt er die Fahrt wesentlich ausführlicher:
Aachen, Freitag, 6. April 1928, Karfreitag
23.5.1928 eingeschrieben:
Karfreitagmorgen, den 6.4.1928, standen wir um 7.30 Uhr auf, tranken Kakao und aßen.
[…]
Nun gings weiter den Berg herauf und herunter. Bei Dedenborn und Einruhr, wo wir ein Schwarzbrot kauften und vertimmelten, über die Urft (wo Steine im Fluß lagen) nach Paulushof. Dort fragten wir bei einem Bauern namens Josef Leister um Koch- und Schlafgelegenheit. Diese wurde freundlich ge­neh­migt. Sofort wurde der [Horden-]Pott abge­schnallt, die Sachen abgela­den und gekocht. Wäh­rend die andern kochten, saßen wir auf der Brücke und sangen Lieder. Endlich hieß es essen kom­men. Nach dem Gebet wurden Nudeln (zum Freimar­kenkleben)[1] und Pflau­men geges­sen. Nach dem Abend­ge­bet gings in die Klappe (gegen 21.30 Uhr). Nachts schliefen wir gut. Nur froren wir ein bißchen.

[1]    Wenn die Nudeln verkocht waren, eignete sich die entstandene Masse als Klebe­mittel. Freimarken/Briefmarken waren allerdings gummiert.

Paulushof, Samstag, 7. April 1928, Karsamstag
Morgens (Karsamstag, den 7.4.1928) wurde Maggisuppe und Pfefferminz­tee, den ich mitkochte, gegessen und getrunken. Nach dem gings über einen hohen Berg zur Urfttal­sperre. (Wir waren auch auf der Sperrmauer.) Dieses ist ein gewaltiges Bau­werk und hat einen gewaltigen Wasserspiegel. Von hier gings durch den Wald bei einem Försterhaus vorbei, vor dem wir Li­monade tranken, nach dem Klo­ster Mariawald.

Bauer Josef Leister aus Hövel (* 3.10.1879, † 23.4.1961) bewohnte mit seiner auf Paulushof geborenen Frau Anna Maria Leister, geb. Müller (* 17.4.1876, † 13.2.1953) den „linken Flügel Paulushof, 1. Neubau ,Neu-Paulushof, im Rurtal’ gegenüber der Brücke bis 1934“[1]. Es handelt sich um die von Karl Leisner erwähnte Brücke. Josef Leister betrieb dort auch einen Gasthof (Pension), bis der gesamte Ort wegen des Baus der Rurtalsperre Schwammenaul unter Wasser gesetzt wurde. 1937 erfolgte der Bau des ‚„Neu-Paulushof’ auf halber Höhe bis 1959“[2], danach nochmals wegen Flutung Neubau oberhalb der Straße.

[1]    siehe Stammbaum

[2]    siehe Stammbaum

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Josef Leister

 

 

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Kurort Paulushof bei Ruhrberg/Eifel [mit der von Karl Leisner erwähnten Brücke]. Restaurant und Pension Leister

 

 

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Paulushof bei Ruhrberg/Eifel, welcher durch den grossen Talsperrenbau Schwammenauel (Vortalsperrenbau Paulushof) verschwindet

 

Heute führt den Namen Paulushof das „Hotel Paulushof, Seeufer 10, 52152 Simmerath – Rurberg am Rursee“, dessen Betriebsleiter Michael Barberic dank Josef Leisters Enkelin Elfriede Henn dem IKLK die Fotos, den Stammbaum der Bewohner des früheren Paulushofes und weitere Informationen zu Paulushof übermittelte.

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Quelle „Dorfchronik ANNO 2004 Rurberg-Woffelsbach“. Herausgegeben vom Verein für Heimat und Dorfgeschichte Rurberg-Woffelsbach e.V.

Der Paulushof heute

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