Xanten und Europa

Karl Leisner, Niederrheiner und ganz Europäer[1], wäre gewiß sehr erfreut, daß beginnend mit dem heutigen Europatag[2] bis zum 14. Mai 2017 in Xanten eine Europawoche mit dem Thema „Europa-aktive Kommune“ stattfindet.

Unter der Überschrift „Eine Woche lang geht es in Xanten um Europa“ berichtete Heinz Kühnen in der Rheinischen Post vom 4. Mai 2017 über die in Xanten stattfindenden Aktionen.

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[1] Ganz Niederrheiner – ganz Europäer. In: Kalender für das Klever Land 1995, Kleve 1994: 47

Kalender (1)

 

[2] An zwei Tagen im Monat Mai wird in jedem Jahr ein Europatag begangen. Während man am 5. Mai der Gründung des Europarates 1949 gedenkt, erinnert der 9. Mai an die sogenannte Schumann-Erklärung von 1950, die „Grundsteinlegung“ für die heutige Europäische Union.

Auf Initiative von Erzbischof Hippolyte Simon von Clermont im französischen Zentralmassiv, Nachfolger von Karl Leisners Weihebischof Gabriel Piguet, fand am 4. Advent, dem 19. Dezember 2004, anläßlich des 60. Jahrestages der Priesterweihe von Karl Leisner im KZ Dachau in der Kirche Heilig Kreuz in Dachau-Ost ein festlicher Got­tesdienst mit acht Bischö­fen aus vier Nationen und Hunderten von Pilgern, darunter circa 300 Franzosen, statt.

vorne von links: KZ-Priester Jean Kammerer († 2013) und Hermann Scheipers († 2016), Bischöfe Franz Dietl, Benoît Rivière, Engelbert Siebler, Hippolyte Simon, Friedrich Kardinal Wetter, Ignacy Jeż (er sollte 2007 Kardinal werden, starb aber einen Tag vor der Ernennung), Adrianus van Luyn und Reinhard Lettmann († 2013), Diakon Peter Pfister

 

Es war Erzbischof Hippolyte Simon ein großes Anliegen, die Priesterweihe, die vor 60 Jahren geheim bleiben mußte, öffent­lich zu würdigen und so Karl Leisner und allen Inhaftierten das zurückzugeben, was man ihnen damals geraubt hatte.
Angesichts der aktuellen Situation in der Europäischen Union ist es angebracht, sich an folgende Worte aus der damaligen Ansprache von Erzbischof em. (2016) Hippolyte Simon zu erinnern:
„Wenn wir heute das außeror­dentliche Pri­vileg genießen, eine Zeit des Friedens und der Versöh­nung in Europa zu erleben, so verdanken wir dies den Menschen, die in den Lagern die Kraft für gegenseitiges Verzeihen und Versöhnen gefun­den ha­ben. In dem Augenblick, als der französi­sche Bischof Mgr Piguet dem deutschen Diakon Karl Leisner in Anwesenheit von Priestern aus ganz Europa die Hände auf­legte, wurde der Keim für ein versöhn­tes Europa gelegt.”

Quelle der Fotos: Karl-Leisner-Archiv