XOX in Kleve zu Karl Leisners Zeit und heute

1908 gründeten Arius Rutgers van der Loeff (1885–1969) aus Nijmegen/NL und H. van Duisberg die Keksfabrik XOX-Biskuitfabrik GmbH. Der Buchstabe X im Namen symbolisiert Wind­müh­lenflügel, das O vermutlich die Sonne oder ein Getreidekorn. Sitz der Fabrik war von 1910 bis zum 15. Juli 1977 Kleve-Kellen.
1997 gründeten elf Klever Theaterfreunde in dem unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Fabrikgebäude das 600 m² große XOX-Theater mit rund 100 Sitzplätzen und einem Foyer. Es ist das einzige Theater in der Region mit einem eigenen Ensemble.

Quelle des Fotos: Wikimedia Commons / Autor: Karin Laakes / CC BY-SA 3.0 (abgerufen 15.03.2017)

Unter der Überschrift XOX: Bezauberndes Puppentheater“ berichtete die Rheinische Post vom 22. April 2017 von Gastspielen im XOX-Theater. Den Anfang macht am 28. und 29. April das niederländische Marionetten-Theater Cartouche mit dem Stück Sonate à quatre mains“.

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Sowohl die Umwandlung des ehemaligen Fabrikgebäudes in ein Theater als auch vor allem das diesjährige Eröffnungsprogramm zu dessen 20-jährigem Bestehen hätten Karl Leisner gewiß sehr gefallen; denn er selbst war nicht nur ein leidenschaftlicher Puppenspieler, sondern hatte auch eine besondere Beziehung zur XOX-Biskuitfabrik: Sein Klassenkamerad Friedhelm Hansen[1] leitete später die Fabrik und seine Schwester Paula machte dort 1939 ein vierwöchiges Praktikum.

 

Willi Leisner am Freitag, 28. April 1939 im Jungmannskalender:
14.42 Uhr [von Bingerbrück] mit dem D-Zug heimgefahren [Köln an 16.59 Uhr, Köln ab D-Zug 17.13 Uhr] – 18.40 Uhr Kleve an. Um 19.00 Uhr zu Haus – unerwartet! – Tante Corry [Paanakker] ist da! Bei XOX-Plätzchen erzählt Paula von ihrem Fabrikdienst bei der XOX – 22.30 Uhr Falle

[1] Friedhelm Wilhelm Hansen, genannt Männe, (* 30.7.1915, katholisch getauft, † ?) – Er kam Ostern 1925 in die Sexta des Gymnasiums in Kleve, mußte die Klasse wiederholen und war somit in Willi Leisners Klasse. Er hat an der Eifelfahrt 1928 teil­genommen. Da er aus der Untertertia r nicht in die Obertertia versetzt wurde, verließ er am 18.4.1929 die Schule. Später leitete er die XOX-Biskuitfabrik in Kleve-Kellen.