Zum Tod von Jeannine Warcollier

IMG_1145

 

In der Nacht vom 16. auf den 17. April 2016 vollendete unser französisches Mitglied Jeannine Warcollier im Alter von 92 Jahren ihren irdischen Pilgerweg.

 

 

Als Generalsekretärin der 1950 gegründeten und damit weltweit ältesten Jakobusgesellschaft, der Société Française des Amis de Saint Jacques de Compostelle in Paris, gehört sie zum „Urgestein“ der europäischen Jakobusvereinigungen. Sie erfüllte ihre Aufgabe seit 1960 „begeistert und unermüdlich“ und „hat dem Apostel und den Pilgern bis zu ihrem Ende gedient“.

Gabriele Latzel:
Besonders am Herzen lagen ihr die Förderung der deutsch-französischen Freundschaft und der europäische Gedanke. Von daher rührte auch ihr Interesse an Karl Leisner, vor allem nachdem sie Pfingsten 1999 während eines kleinen internationalen Pilgertreffens, verbunden mit einer Wanderung auf dem Jakobus-Karl Leisner-Weg vom Gymnasium St. Michael in Ahlen zur Jakobuskirche in Ennigerloh, Näheres über ihn erfahren hatte.
Seitdem erhielt ich als Beauftragte für Auslandskontakte des IKLK immer wieder Einladungen zu Veranstaltungen der französischen Gesellschaft und die Möglichkeit, den Vertretern der europäischen Jakobusvereinigungen Karl Leisner vorzustellen, beziehungsweise ihn durch entsprechendes Informationsmaterial bekannt zu machen. So zum Beispiel 2001 in Reims (Marme) beim 50jährigen Jubiläum der Gesellschaft (s. Link zum Rundbrief des IKLK Nr. 45: 82–84).
Bei den Recherchen zum Rundbrief über Bischof Gabriel Piguet im Januar 2002 in Clermont-Ferrand gab es durch Vermittlung von Jeannine Warcollier unter anderem ein Gespräch mit dem Landeskonservator für die Region Auvergne Humbert Jacomet von der französischen St. Jakobusgesellschaft.
Zum Sonntag Gaudete 2002 nahm Jeannine Warcollier an der Fahrt einer Pilgergruppe aus Clermont-Ferrand mit Erzbischof Hippolyte Simon nach Xanten und Kevelaer teil, und im Mai 2006 reiste sie extra aus Paris an, um an den Abschlußfeierlichkeiten der ganz im Sinne der deutsch-französischen Freundschaft stehenden Pilgerwanderung auf dem neu erschlossenen Jakobsweg von Le Veurdre im Bourbonnais nach Clermont-Ferrand in der Auvergne teilzunehmen (s. Link zum Rundbrief des IKLK Nr. 52: 27–37).
Im Rahmen des „Internationalen Colloquiums – Jakobswege Mythos oder Wirklichkeit?“ im Dezember 2006 in Paris ermöglichte sie unter anderem ein Wiedersehen mit zahlreichen Freunden des hl. Jakobus und des sel. Karl Leisner aus ganz Europa (s. Link zum Rundbrief des IKLK Nr. 53: 55–57).
Zwischenzeitlich gab es auch immer wieder gemeinsame Begegnungen im Rahmen von Veranstaltungen der Erzbruderschaft des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela. Mich persönlich verbindet eine über 25jährige Freundschaft mit Jeannine Warcollier.
Leider konnte ich ihrer letzten Einladung zu einer Veranstaltung der französischen Gesellschaft vom 15. bis zum 17. April 2016 in Le Puy-en-Velay (Haute-Loire) nicht nachkommen. Von Adeline Rucquoi, der Präsidentin der französischen Gesellschaft, erfuhr ich, daß auch Jeannine Warcollier selbst nicht daran teilgenommen hat; denn sie wollte ihre Kräften schonen für einen Vortrag im spanischen Estella am 5. Mai 2016. Da sie sich nicht wohl fühlte, ließ sie sich Mitte April im Krankenhaus untersuchen und ist dort in der Nacht von Samstag zum Sonntag, dem 17. April 2016, friedlich eingeschlafen.
Jeannine Warcollier, geboren am 26. Januar 1924 in Reims, hat den Portico de la Gloria durchschritten. Die Trauerfeier findet am 4. Mai 2016, um 10.00 Uhr in der Kirche Saint-Jacques-du-Haut-Pas in Paris statt. Anschließend erfolgt die Überführung ihres Leichnams nach Chalons-en-Champagne (Marne), wo sie neben ihren Eltern beigesetzt wird.
Der IKLK bewahrt Jeannine Warcollier ein dankbares Gedenken und wird sie mit ihrem unermüdlichen Engagement für die Völkerverständigung in lebhafter Erinnerung behalten.

IMG_1375IMG_1376

IMG_1374

 

Erinnerungstafeln an den Jakobsweg über Tours und Poitiers (Via Turonensis), an die ehemalige Pilgerherberge und die Geschichte der Kirche Saint-Jacques-du-Haut-Pas an den Außenmauern der Kirche in Paris.

 

 

Fotos Gabriele Latzel