100 Jahre „Mensch, ärgere Dich nicht“ und Karl Leisner

Das 1910 erstmals erschienene und ab 1914 in Serie produzierte Spiel gilt als populärstes Gesellschaftsspiel Deutschlands. Obwohl Karl Leisner es in seinen Tagebüchern nicht eigens erwähnt, gehörte es laut Auskunft seiner Schwester Elisabeth Haas zu den gängigen Gesellschaftsspielen in der Familie.

Karl Leisner schrieb am 4. Mai 1935, in sein Tagebuch:
In Aachen: Der Lehrer schimpft wieder mal ganz erbärmlich. Ein Junge zeigt auf: „Was willst du?“ – „Oh, Herr Lehrer, lassen Sie uns nur in Ruhe.“
Ein zweiter Fall in Aachen: „JS [Jungschar] ist tot!“ – „Ha, Herr Lehrer, wir leben noch!“ – „Na, was macht ihr denn in der JS.“ – „Wir haben unsere Heimabende.“ „Und auf den Heimabenden, da schlaft ihr. – Schlaft nur ruhig weiter!“ – „Ne, Herr Lehrer, wir spielen!“ – „Was spielt ihr denn?“ (erregt) – „Mensch, ärgere dich nicht.“ Prächtig!

13. Juni 1937 im Arbeitsdienst
Zum Pa­stor [Bernhard Purk]. – Zeitung gelesen über uns „Piccar­diepio­niere“.[1] – Bis 22.15 Uhr dann c. [cum – mit] Pastor Purk, seiner Haushälte­rin und deren zwei Freun­dinnen „Mensch, ärgere Dich nicht“ gespielt. – Dann los in die stille Mondnacht. Hinterm Hoogsteder Lager rechts ab ins Moor.
[1]
Karl Leisner leistete einen Teil seines Arbeitsdienstes am Piccardie-Coevorden-Kanal bei Georgsdorf im Emsland ab.

Das Ziel des Spieles besteht darin, die vier eigenen Spielfiguren von den Startfeldern auf die Zielfelder (oft „Häuschen“ genannt) zu ziehen. Über die Anzahl der zu ziehenden Felder pro Runde entscheidet ein Würfel. Es wird reihum gewürfelt und gesetzt. […] Seinen […] Namen verdankt das Spiel der Besonderheit, daß unter bestimmten Bedingungen Spielfiguren anderer Mitspieler zum Startfeld zurückgeschickt werden, was für den betroffenen Spieler ärgerlich ist (URL http://de.wikipedia.org/wiki/Mensch_%C3% A4rgere_Dich_nicht).

Die Münstersche Zeitung gab folgenden Tip:

2014_04_14_ärgere dich nicht_Zeitung