Ardennenoffensive 1944

 

US-amerikanische Soldaten des 290. Reg. kämpfen bei Neuschnee in der Nähe von Amonines, Belgien

Quelle des Fotos: Wikimedia Commons / gemeinfrei (abgerufen 11.03.2017)

 

Ardennenoffensive vom 16. bis 27. Dezember 1944
Aufgrund des unaufhaltsamen alliierten Vormarsches in Frankreich erarbeitete die deut­sche Führung ab Spätsommer 1944 Pläne zu einer entlastenden Gegenoffensive im Westen. Wie beim deutschen Vorstoß durch die Ardennen im Mai 1940 sollte der Angriffsschwerpunkt er­neut durch das dicht bewaldete Gebirge führen, in dem sich nur relativ schwache ameri­kani­sche Truppenkontingente befanden. In einer letzten Kraftan­strengung unter Ausnut­zung sämtli­cher Reserven wollte Adolf Hitler mit einem Stoßkeil durch die Ardennen bre­chen und nach Überquerung der Maas Brüssel und Antwerpen ein­nehmen, wo der alliierte Nachschub abge­wickelt wurde. Durch Trennung der britischen und amerikanischen Trup­pen sollten die West­mächte friedensbereit gemacht werden, um anschließend die Kapa­zi­täten gegen die Rote Armee im Osten einsetzen zu können.
Bis Mitte Dezember 1944 brachte die Wehrmacht zwischen Monschau und Echternach fri­sche und zum Teil von der Ostfront abgezogene Infanteriedivisionen in Stellung, die über rund 600 Panzer verfügten. Den über 200.000 deutschen Soldaten standen in diesem Front­abschnitt kaum 80.000 amerikanische gegenüber. Der deutsche Angriff am Morgen des 16.12.1944 kam für die Amerikaner vollkommen überraschend. Wie von den Deut­schen eingeplant, konnten die Alliierten zudem ihre uneingeschränkte Lufthoheit nicht ausnutzen, da die Flugzeuge aufgrund der Schlechtwetterlage nicht einsatzfähig waren. Im Nordab­schnitt der Offensivfront stieß die neu aufgestellte und über zahlreiche moderne Panther-Kampfpanzer verfügende 6. SS-Panzer­armee nur vergleichsweise langsam vor. Erst am 21.12. gelang ihr die Einnahme von Saint-Vith. Obwohl die deutsche 5. Panzer­ar­mee im Süden schnell in Richtung Maas vorstieß, gelang auch ihr das vorgegebene erste Etappen­ziel – die Überquerung des Flusses – nicht.
Die Verlegung neuer amerikanischer Truppen in die Ardennen und mangelnder deutscher Nachschub ließen die Offensive nach nur wenigen Tagen scheitern. Am 27.12. mußte die Wehrmacht an allen Frontabschnitten zur Verteidigung übergehen. Bis zum 16.1.1945 ver­lo­ren die Deutschen sämtliche Geländegewinne und über 100.000 Mann (URL http://www. nexusboard.net/sitemap/6365/ardennenoffensive-siegreich-aber-was-dann-t282118/ – 23.12.2011).

 

 

Antony Beevor
Die Ardennen-Offensive 1944
Hitlers letzte Schlacht im Westen
Gütersloh 2016

Link zum Buch

 

 

Unter der Überschrift „Droge Neun für die letzte Schlacht – Wie der britische Historiker Antony Beevor ‚Die Ardennen-Offensive 1944’ neu analysiert“ besprach Norman Ohler das Buch in der F.A.S. vom 5. Februar 2017.
Normalerweise werden „bestialische Gewalt und schreckliche Massaker“ mit der Ostfront verbunden. Antony Beevor zeigt an zahlreichen Beispielen auf, welche Grausamkeiten sich auch an der Westfront ereignet haben. Norman Ohler gelangt zu der Feststellung: „Die eindrückliche Schilderung, wie sich die US-amerikanischen Truppen auf die Eskalation der Gewalt einstellten, lässt vor dem Hintergrund des aus dem Ruder laufenden Krieges gegen den Terror das Buch von Antony Beevor umso aktueller erscheinen.“

Link zum Artikel unter Rezensionen bei buecher.de

Portal der Versöhnung an der Marienbasilika in Kevelaer

Während in den Ardennen Deutsche und Franzosen erbittert gegeneinander kämpften, kniete am 17. Dezember 2017 in der Lagerkapelle des KZ Dachau der Feind vor dem Feind, und der Feind legte dem Feind die Hände auf. Der fran­zösi­sche Bischof von Clermont Gabriel Piguet spendete dem deutschen Diakon Karl Leisner die Priesterweihe: Ein erster Schritt auf dem langen Weg zur deutsch-französischen Freundschaft!

Quelle des Fotos: Gabriele Latzel