Die Gottesmutter Maria und die Europaflagge

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Fest der Erscheinung der Unbefleckten Jungfrau Maria in Lourdes

Dieses Fest wird gefeiert zur Erinnerung an die erstmalige Erscheinung Mariä in Lourdes am 11. Februar 1858. Pius X. schrieb es im Jahre 1907 für die ganze Kirche vor. Heute heißt das Fest „Gedenktag Unserer Lieben Frau in Lourdes“. Es ist der Welt­­tag der Kran­ken.

Lesung am 11. Februar vor der Konzilsreform: Offb 11,19; 12,1.10
Das Symbol Europas sind 12 goldene/gelbe Sterne auf nachtblauem Grund. Am 8. Dezember 1955 wurde es auf einer in Paris tagenden Europarats­konferenz gebilligt. Für die Beschlußfassung waren ursprünglich drei Tage vorgesehen. Normalerweise tragen dafür vorbereitete Texte das Datum des letzten Konferenztages. Das wäre der 9. Dezember gewesen. Aber die Zu­sammenkunft war schon nach 48 Stunden zu Ende, also erfolgte die Beschlußfassung bereits am 8. Dezember. Einige Dokumente tragen irrtümlich das Datum des 9. Dezember 1955.
Am 21. Oktober 1986 übernahm die Europäische Gemeinschaft das Europarats-Sternenbanner un­verändert mit den 12 Sternen, obwohl sich die Europäische Union inzwischen erweitert hatte.
Ist es Zufall, daß eine Krone von 12 Sternen auch die Frau in der Vision aus der Offenbarung des Johan­nes ziert? „Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt“ (Offb 12,1). Die hier erwähnte Frau deutet man als Maria.

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Europäisches Kirchenfenster
In der Mittelnische der Apsis des Münsters befindet sich ein Kirchenfenster mit einer Darstellung der Jungfrau Maria mit ausgebreiteten Armen, wie sie ehemals die Kirchenfahne der Stadt Straßburg zierte. Das auf ihren Knien sitzende Jesuskind hält eine Lilie in der Hand. Das Fenster, ein Werk des berühmten Glasmalers Max Ingrand, wurde dem Münster im Jahr 1956 vom Europarat geschenkt.

Foto: URL http://de.strasbourg-europe.eu/.und-im-munster,41471,de.html – 12.11.2014

Die Glasfenster der Apsis der Kathedrale von Straßburg fielen 1944 einem Bombenangriff zum Opfer. Der Europarat schenkte Frank­reich für die Wiederherstellung eine Komposition von Max Ingrand. Sie stellt eben diese Vision aus der Offenbarung des Johannes dar. Besteht vielleicht ein Zusammenhang zwi­schen dem 8.12., dem Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria und dem Datum der Beschlußfassung für das Europarats-Sternenban­ner? Was bedeutet hier das marianische Symbol? Ein einzelner Stern bezieht sich bei Maria auf ih­ren Titel „Stella maris – Meerstern“, der vor al­lem den Seeleuten Richtung und Weisung gibt.
Die einzelnen Sterne haben die Form des Pen­tagramms. Das ist auch der Stern von Bethlehem; im Buch Numeri heißt es dazu: „Ein Stern geht in Jakob auf, ein Zepter erhebt sich in Israel“ (Num 24,17). Im Volksglauben herrscht die Vorstellung: Zeigt eine Spitze des Sterns nach oben, wirkt er segensreich; zeigt sie nach unten, dient er als Sym­bol schwarzmagischer Zirkel. Mit der Spitze nach oben entspricht der Stern auch der Gestalt des Menschen.

USASowjetstern

Auf der Flagge der USA befinden sich 50 in einem Rechteck eingeschlossene Sterne. Als staatspoliti­sches Symbol führte die Sowjetunion einen roten Stern. Europa bildet mit den 12 Sternen eine Mitte zwischen der Vielzahl und der Einzahl. Der Kreis aus den 12 um eine freie Mitte geordneten Sternen vermittelt den Eindruck einer gewissen Ausgewogenheit und Gleichberechtigung des einzelnen in der Gemein­schaft. Könnte Europa eine ausgleichende Stellung als Mitte zwischen Ost und West einnehmen?

„Christus, das Geheimnis der Kraft Europas“, schrieb Karl Leisner 1938 in sein Tagebuch. Viel­leicht hat er als Marienverehrer auch die Gottes­mutter um Fürsprache für Europa angerufen. Er wurde in einer Kirche, die der Himmelfahrt Mari­ens geweiht ist, getauft; dieses Patrozinium trägt seine Heimatpfarrkirche in Kleve und ebenso die Kathedrahle seines französischen Weihebischofs Gabriel Piguet in Clermont-Ferrand. Gestorben ist Karl Leisner in der Nähe des Wallfahrtsortes Ma­ria Eich.
Das christliche Abendland ist nicht mehr sehr of­fenkundig, denn die religiösen und christlichen Kräfte gehen immer mehr unter. Wir aber sollten auf deren Wirkung nach wie vor vertrauen. Was mag Gott mit uns vorhaben? (siehe Rundbrief des IKLK Nr. 32, S. 3f.)

Dr. Mario Jürgens aus Winterberg-Niedersfeld schrieb 2004 unter der Überschrift „Wie kam es zur Europaflagge? folgenden Leserbrief in „Christ in der Gegenwart“:
Da ich bei einer Studienreise nach Polen von einem Stadtführer in Thorn nach der Symbolik der Fahne gefragt wurde, bat ich eine mir bekannte Europa-Abgeordnete um diesbezügliche Information. Sie schickte mir einen Zeitungsausschnitt aus der „Welt“ vom 26. August 1998, wo über den Ursprung unter anderem folgendes erzählt wird:
„Die Geschichte der Fahne hat ihren Ursprung in der Zeit während des Zweiten Weltkriegs. Pauli Lévi, ein Belgier jüdischer Abstammung, sah damals angsterfüllt in Leuven zahlreiche Eisenbahnzüge fahren, in denen Juden von der deutschen Gestapo nach Osten in eine ungewisse Zukunft transportiert wurden. Damals legte Lévi das Gelübde ab, wenn er den Krieg und die Nationalsozialisten lebend überstehen würde, wollte er zum katholischen Glauben konvertieren. Er überlebte und wurde katholisch.
Am 5. Mai 1949 wurde in London der Europarat gegründet, und Paul Lévi wurde zum Leiter der Kulturabteilung des Europarates ernannt. Sechs Jahre später, 1955, diskutierten die Vertreter über eine gemeinsame Flagge. Sämtliche Entwürfe, in denen etwa, nach dem Vorbild der skandinavischen Flaggen, ein Kreuz enthalten war, wurde von den Sozialisten als ideologisch gebunden und zu christlich verworfen.
Eines Tages kam Lévi bei einem Spaziergang an einer Statue der Muttergottes mit dem Sternenkranz vorbei. Durch die Sonne beschienen, leuchteten die goldenen Sterne wunderschön vor dem strahlend blauen Himmel. Lévi suchte daraufhin Graf Benevenuti, ein venezianischer Christdemokrat und damaliger Generalsekretär des Europarats, auf und schlug ihm vor, zwölf goldene Sterne auf blauem Grund als Motiv für die Europawahl vorzuschlagen. Benevenuti war begeistert, und wenig später wurde der Vorschlag allgemein akzeptiert. Und so ziert bis heute in allen Staaten der Europäischen Union der goldene Sternenkranz Mariens die Europafahne.”

Siehe auch Die Welt vom 26. August 1998 – Der Sternenkranz ist die Folge eines Gelübdes.