Die Lebens-Chronik Karl Leisners wird unvollendet bleiben

Auch nach Redaktionsschluß ergeben sich hier und da noch ungeahnte Bereicherungen.

.2014_06_08_Verführt

Johannes Kepser schreibt über seinen Onkel Josef Verfürth:
Dieses Foto wurde nach dem 24.12.1916, also nach der Verleihung des Eisernen Kreuzes I. Klasse an Josef Verfürth, Ende Dezember 1916 oder erst Anfang 1917 aufgenommen. Er trägt am 2. Knopf des Uniformrocks das Band des Eisernen Kreuzes. Er schreibt dazu laut Tagebucheintrag vom 24.12.1916: „Zu Hause habe ich mir das Band angenäht, das Kreuz verpackt, um es heim zu schicken.“ Auf dem Foto ist leider nicht zu erkennen, ob Josef Verfürth schon zum Zeitpunkt der Aufnahme zum Leutnant befördert worden war, da das sichtbare Achselstück nur undeutlich zu lesen ist und somit auch keine klare Antwort zum Dienstgrad geben kann. Das Originalfoto zu der obigen Kopie befindet sich in Familienbesitz, wurde mir aber bedauerlicher Weise nicht zur Verfügung gestellt. Fotograph unbekannt.

siehe Aktuelles vom 15. Mai 2014

Kurzvita von Johannes Kepser zu Josef Verfürth:
Geboren am 29. Mai 1892 in Goch/Ndrrh., Roggenstr. 34 – Ältester Sohn von 11 Kindern der Eheleute Paul Johannes Verfürth, geboren am 28. November 1865 in Helsum bei Weeze, gestorben am 4. Mai 1949 in Goch, und Hubertine Verfürth, geborene Aushorn, geboren am 7. Juni 1866 in Goch, gestorben am 16. April 1959 in Goch; vermählt seit dem 7. Juni 1890 – Gymnasialzeit in Goch und Kleve 1904–1913 – Studium der Theologie in Münster ab Sommersemester 1913 – Eintritt ins Collegium Borromaeum in Münster Ostern 1913 – Zum Zeitpunkt seiner Einberufung am 21. Januar 1915 stand er kurz vor dem Philosophicum – Am 1. Februar 1916 zum Unteroffizier befördert – Am 24. Dezember 1916 in Brieulles-sur-Meuse/Lothringen mit dem Eisernes Kreuz I. Klasse (EK I.) ausgezeichnet – Leutnant der Landwehr II des 10. Infanterie-Regiments 172 – (Wann er zum Leutnant befördert wurde, konnte ich nicht ermitteln.) – Gefallen am 30. Oktober 1917, um ca.2,00 Uhr Kopfdurchschuss, verstorben am frühen Abend um 6½ Uhr im Granattrichter in der Nähe des Dorfes Passchendaele, nordöstlich von Ypern/Flandern – Erstbestattung auf dem Ehrenfriedhof in Rumbeke-Bergmolen, Grab 407 – In der Zeit vom 14.–22. November 1955 wurden die sterblichen Überreste von Leutnant d. L. Josef Verfürth wie von vielen seiner Kriegskameraden durch den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. von Rumbeke-Bergmolen auf den Deutschen Soldatenfriedhof Menen 1914 1918 Block C – Grab 1367, in Menen/Menin/Belgien, in der Nähe von Kortrijk, umgebettet.

Karl Leisner erwähnt in seinen Tagebüchern Josef Verfürth nur am 1. Januar 1939:
Ich gehe noch vor Mittag zu Familie [Johannes] Ver­fürth (Kriegstheologe, Leutnant [Josef Verfürth]) für Herrn Subregens [Dr. Heinrich Gleu­mes].

Es ist nicht klar, welchen Auftrag ihm Subregens Dr. theol. Heinrich Gleumes mit nach Goch zu Familie Verfürth gegeben hat. Ein wesentlicher Teil des Gespräches dort ging vermutlich um den im Ersten Weltkrieg gefal­le­nen Theologiestudenten Josef Verführt, woran Karl Leisner sicherlich großes Interesse gezeigt hat, so daß Vater Johann Verfürth eine Vollmacht aus­schrieb, von der er die 2014 in der Familie Verfürth aufge­fundene Ab­schrift behielt. Offen bleibt, ob Karl Leisner diese Vollmacht mitgenommen und die erbetenen Briefe abgeholt hat, bzw. ob man sie ihm ausgehändigt hat. Diesbezüglich gibt es keine Angaben in den vorhandenen Unterlagen.