Drewermann: Bischof Wilmer soll sich nicht einschüchtern lassen

Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ (* 9.4.1961) – 1980 Eintritt bei den Herz-Jesu-Priestern – Priesterweihe 1987 – Bischofsweihe 2018
Quelle des Fotos: Wikimedia Commons / Author: Sabrina Becker / CC-BY 4.0 (abgerufen 15.1.2019)

Dr. PD Eugen Drewermann (* 20.6.1940) – Schriftsteller, Redner, Psychotherapeut und Lehrbeauftragter – Priesterweihe 1966 – suspendiert 1992
Quelle des Fotos: Wikimedia Commons / Author: Amrei-Marie / CC-BY 3.0 de (abgerufen 15.1.2019)

Äußerungen von Bischof Heiner Wilmer zum Zölibat

Aus einem Interview vom 2. September 2018 in der HAZ Der Norden (Hannoversche Allgemeine)
Sie haben erzählt, dass vor Ihrer Entscheidung Priester zu werden, die Ehelosigkeit schon ein großes Thema war. Glauben Sie, dass angesichts der Ökumene und des Priestermangels der Zölibat irgendwann fällt?
Wenn man sich die 2000-jährige Kirchengeschichte anschaut, hat es ganz verschiedene Formen des priesterlichen Lebensstils gegeben. Ich bin überzeugt, dass uns die Wucht und Kraft des Heiligen Geistes auf Wege führt, die wir heute noch gar nicht kennen.

Aus einem Interview vom 24. Dezember 2018 in der HAZ Der Norden (Hannoversche Allgemeine)
Ist nicht auch die verordnete Ehelosigkeit der Priester, der Zölibat, schuld an den Verbrechen [Mißbrauchsfällen]?
Ich bin dafür, dass über den Zölibat diskutiert wird, aber ich glaube nicht, dass dies kausal zusammenhängt. Die Fehler im System liegen anderswo. Beim Missbrauch geht es um Macht. Wir brauchen eine Gewaltenteilung in der Kirche; Macht darf nicht absolut sein. Schon die Priesterseminare müssen genau hinsehen, wen sie aufnehmen und wie sie ausbilden. Der Missbrauch war nur deshalb so lange möglich, weil viele Menschen geschwiegen und weggesehen haben. Inzwischen ist der Pegel der Achtsamkeit gestiegen, und das ist gut so.

Katholisch.de vom 14. Januar 2019 – Drewermann: Bischof Wilmer soll sich nicht einschüchtern lassen

Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer berief sich erst kürzlich bei seinen Aussagen zum Missbrauchskandal auf Eugen Drewermann. Dessen dreiteiliges Werk „Strukturen des Bösen“ sei aus heutiger Sicht ebenso prophetisch gewesen wie sein Buch „Kleriker. Psychogramm eines Ideals“. Was sagt Drewermann selbst dazu? Katholisch.de hat ihn gefragt – und mit ihm auch über Klerikalismus und die Krise der Kirche gesprochen.

Hans-Karl Seeger:
Mir haben die angesprochenen Bücher von Eugen Drewermann sehr gute Dienste für mein Wirken als Spiritual geleistet.

 

Strukturen des Bösen – Die jahwistische Urgeschichte in exegetischer/psychoanalytischer/philosophischer Sicht: 3 Bde.

Kleriker. Psychogramm eines Ideals

 

 

Als ich Bischof Hermann-Josef Spital, der als Bischof von Trier in einem Hirtenwort über das Bußsakrament Eugen Drewermann zitierte, fragte, wie er dazu komme, sagte er, es gebe keine profundere Interpretation der Urgeschichte in der Bibel (Gen 1,1-11.9) als die Auslegung von Eugen Drewermann.

Das Buch „Kleriker“ hat mir persönlich für einiges die Augen geöffnet. Eugen Drewermann äußerte mir gegenüber, er werde mit dem Buch vermutlich in der Kirche in Ungnade fallen, was sich leider auch bewahrheitete. Von da an konnte ich ihn zu meinem Bedauern auch nicht mehr einladen, für die Theologiestudenten Exerzitien zu halten.

Alle Artikel zu den Themen „Zölibat“, „Viri probati“, „Frauendiakonat“, „Frauenpriesterweihe“ und „Laien-Leitungspositionen“ finden sich unter folgendem Link.