Eine außergewöhnliche Primiz mit dem Priestergewand des Seligen Karl Leisner

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Christoph Kardinal Schönborn weihte am 6. Oktober 2013 den kleinen Bruder Seraphim zum Priester in Wien.

 

 

 

Ein Anruf aus Wien von Michèle Altmeyer aus Frankreich, Mitglied des IKLK, erreichte mich am Sonntagmorgen, dem 6. Oktober 2013.

Parallel erhielt meine Mutter einen Anruf von Jeannine Rimlinger. Jeannine und Aloyse Rimlinger, Kontaktpersonen des IKLK für Frankreich, weilten auch in Wien.
Michèle erzählte mir folgende Geschichte:
Wir verbringen das Wochenende in Wien. Hier lebt ein schwer kranker junger Argentinier, der zur Gemeinschaft der „Kleinen Brüder vom Lamm“ gehört. Jorge Mario Kardinal Bergolio, heutiger Papst Franziskus, ist dem jungen Priesteramtskandidaten in Argentinien mehrfach begegnet. Die kleinen Schwestern und Brüder vom Lamm wirken auch in Argentinien in einem kleinen Kloster. Kardinal Bergolio hat Bruder Seraphim bei seiner Findungssuche zugehört, unterstützt und ihm die Gemeinschaft der kleinen Brüder vom Lamm ans Herz gelegt. Der kleine Bruder Seraphim leidet an den Spätfolgen einer unerkannten Borreliose, ermüdet schnell und ist körperlich nicht belastbar. Er hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass er durch Gottes Hilfe und die des Seligen Karl geheilt wird.
Der kleine Bruder Seraphim trat dem Predigtorden, der am 6. Februar 1983 von Erzbischof Jean Chabbert, Bischof von Perpignan (Frankreich), gegründet wurde, bei und lernte bei seinem Literaturstudium das Leben des Seligen Karl Leisner kennen. Er fühlt sich ihm eng verbunden durch seine Berufung zum Priester und seine eigene Krankheit.
Kardinal Schönborn weihte diesen jungen Mann alleine am Sonntag, dem 6. Oktober 2013. Der überglückliche Neupriester war von dem Wunsch beseelt seine Primiz in dem Priestergewand des Seligen Karl Leisner zu feiern, der es im Konzentrationslager Dachau bei seiner Priesterweihe und Primiz getragen hatte. Meine Mutter gestattete mir diese wertvollen liturgischen Gegenstände mit nach Wien auf dem Weg ins Stift Heiligenkreuz zu nehmen unter der Auflage sie als Handgepäck bei mir zu halten und persönlich an die kleinen Schwestern vom Lamm zu übergeben.
Am Flughafen Schwechat in Wien trafen mich zwei Ordensschwestern und ein Zisterziensermönch: die zwei kleinen Schwestern vom Lamm, Schwester Petra, eine Schwester aus dem Konvent in Kevelaer, und Bruder Marzellinus aus dem  Stift Heiligenkreuz. So konnte ich persönlich die wertvolle Tasche den Schwestern überreichen. Bruder Marzellinus fuhr mich zu den Feierlichkeiten der Diakonen- und Priesterweihe ins Stift Heiligenkreuz im Wiener Wald.
Am folgenden Tag, Montag, den 7. Oktober, lernte ich die kleinen Schwestern vom Lamm in ihrem neuen Kloster im 20. Bezirk im Türkenviertel von Wien gelegen kennen. Mehrere Brüder und der glückliche Neupriester feierten einen festlichen Gottesdienst mit dem Gründer der Gemeinschaft. Die Schwestern und Brüder sangen in französischer Sprache festliche Gesänge. Dem jungen Priester war anzumerken, dass er anstrengende Tage hinter sich gebracht hatte, genoss aber sein großes Glück das Sakrament der Priesterweihe empfangen zu haben und bei der Primiz das Gewand des Seligen Karl tragen zu dürfen. „Kardinal Schönborn war tief berührt, als er das Messgewand und den Kelch des Seligen sich anschaute“, so wurde mir berichtet.
Nach dem festlichen Gottesdienst traf sich die große Gemeinschaft in der Klausur zu einem festlichen Mahl. Dabei stellten die Schwestern und Brüder viele Fragen zu meinem Onkel Karl Leisner, seiner Familie, seinem Leben, meiner Mutter als Schwester.
Mitten im Gespräch kündigte Schwester Marie, die Mitbegründerin der Gemeinschaft, Gründerin des neuen Klosters in Münster, an, die neue Niederlassung unter den Schutz des Namenspatrons des Seligen Karl Leisner zu stellen. Ich musste an den Satz meiner lieben Mutter denken: „Der liebe Gott tut nichts als fügen.“ Das war ein wunderbarer Vorschlag.
Die gastliche Atmosphäre mit den vielen kleinen köstlichen Gängen beim Essen nach französischer Manier und die beeindruckenden Fragen machten meinen unerwarteten Besuch in Wien zu einem ganz besonderen. Die französisch und deutsch sprechenden Brüder und Schwestern sind dem Seligen Karl Leisner eng verbunden.
Der kleine Bruder Seraphim strahlte und freute sich, eine Verwandte von Karl Leisner kennengelernt zu haben und bedankte sich von ganzem Herzen für die glückliche Fügung, dass sein Wunsch erfüllt werden konnte.
Monika Kaiser-Haas, Vizepräsidentin des IKLK

LammSchwestern

„Auch wenn wir verletzt sind, nie aufhören zu lieben.“
Leitsatz der Gemeinschaft vom Lamm, Maria Licht der Kirche

Schwesteern1

Messgewand2

Messe

Altar

Kapelle

Fotos: Monika Kaiser-Haas