Ein eigener Raum für Georg Elser in der Ausstellung im Berliner Bendlerblock

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Foto Wikimedia Commons

Bendlerblock in Berlin am Reichpietschufer 74-76 in Berlin-Tiergarten –  Errichtung 1911–1914 als Reichsmarineamt – heute Berliner Dienstsitz des Bundesverteidigungsministeriums – Im Vordergrund der Landwehrkanal

Motive für den Weg in den Widerstand sind sehr unterschiedlich. Jeder Widerständler geht seinen eigenen Weg. Für Karl Leisner und Georg Elser endeten die Wege in den KZ Sachsenhausen und Dachau, ohne daß die beiden Widerständler einander begegneten oder voneinander wußten.

Die F.A.Z. brachte am 1. Juli 2014 einen Artikel von Regina Mönch unter dem Titel: „Lasst euch euren freien Willen nicht nehmen – Neue Ausstellung im Berliner Bendlerblock: Die Helden des deutschen Widerstands kamen aus allen Schichten“
Der Artikel endet:
Die endlose Zimmerflucht im Ostflügel des Bendlerblocks, wo einst das Allgemeine Heeresamt des Oberkommandos der Wehrmacht residierte, beginnt mit Georg Elser, dem bayerischen Schreiner, der Ende 1939 versucht hat, Hitler, Göring und Goebbels zu töten. Das Attentat im Münchner Bürgerbräukeller scheiterte um Haaresbreite. Doch Georg Elser ist endlich ein ganzer Raum gewidmet, seiner Kindheit, mit Schule und Elternhaus, und seinem einsamen Entschluss, den Tyrannen anzugreifen.
Die Möglichkeiten, sich dem totalen Führungsanspruch, der Bevormundung und verordneten Gleichgültigkeit zu widersetzen, waren begrenzt, aber es gab sie. Ohne Heldenpathos werden in dieser Gedenkausstellung erstaunliche und oft unbekannte Geschichten von persönlicher Verantwortung erzählt, vom Mut, Verfolgten zu helfen, auch wenn sich die Mehrheit im Nichtwahrnehmen eingerichtet hatte. Entlassen wird der Besucher mit der großartigen, hoffnungsvollen Regierungserklärung der Verschwörer um Stauffenberg: „Die zerbrochene Freiheit des Geistes, des Gewissens, des Glaubens und der Meinung wird wieder hergestellt.“

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Wolfgang Benz: Der deutsche Widerstand gegen Hitler, München 2014

Die F.A.Z. vom 15. Juli 2014 rezensierte dieses Buch, in dem auch ein Kapitel dem Attentat von Georg Elser gewidmet ist. Die Rezension beginnt wie folgt:
Wolfgang Benz gehört zu den profiliertesten und publizierfreudigsten Zeithistorikern. Schon 1994 veröffentlichte er ein Lexikon des Widerstands. Jetzt gelingt ihm das Kunststück, auf 120 Seiten wichtige Gegner und Gegner-Gruppierungen des Nationalsozialismus vorzustellen, die in allen Gesellschaftsschichten verankert waren und eine „nicht unbeträchtliche Minderheit“ bildeten. In 14 Kapiteln handelt Benz Probleme der Definition, Formen des regimekritischen Verhaltens, die Arbeiterbewegung, Christen und Kirchen, das Attentat von Georg Elser, Opposition der jungen Generation, „Widerstand von Juden und Widerstand für Juden“, die traditionellen Eliten, die Militäropposition, das Exil, das Nationalkomitee „Freies Deutschland“, Kriegsdienstverweigerung und Fahnenflucht, den 20. Juli 1944 sowie die „Wahrnehmung und politische Instrumentalisierung des Widerstands nach 1945“ ab.
Um die „Wirklichkeit“ der Hitler-Diktatur zu erfassen, müsse man „Widerstand im eigentlichen Sinn nicht nur als Haltung definieren, sondern als Handeln, das auf grundsätzlicher Ablehnung des Nationalsozialismus beruhte, das aus ethischen, politischen, religiösen, sozialen oder individuellen Motiven darauf abzielte, zum Ende des Regimes beizutragen“.

Siehe Links zu Georg Elser

Aktuelles vom 13. Mai 2014

Aktuelles vom 9. November 2013

Aktuelles vom 8. November 2011