Karl Leisner nach dem Ersten Weltkrieg in Rees

Geburtshaus

 

Karl Leisners Geburtshaus (siehe Pfeil) in Rees, Bahnhofstraße 5, heute Florastraße 9

 

 

 

Hermann Terlinden aus Rees am 21. November 1975 an Elisabeth Haas in Kleve:
Eigentümer des Geburtshauses des Karl Leisner war ein Obergerichts­se­kretär Halsband, also ein Berufskollege oder Berufsvorgänger des alten [Wilhelm] Leisner, wohnhaft Rees, Bahnhofstraße 5. Dessen Tochter Lucia war mit einem Tierarzt Dr. Paul Köster verheiratet und der gleich nach dem Ersten Weltkriege in diesem Hause seine Praxis eröffnete.
Die Familie Leisner dürfte folglich wohl nicht allzu lange in diesem Hause ge­wohnt haben und ihren Wohnsitz zur Rünkelstraße verlegt haben.[1]
Dort hat unser verstorbener Karl Leisner dann wohl seine Jugendjahre [Kindheit] ver­lebt.
Der von mir angesprochene Nachbar – Schreinermeister Heinr. [Heinrich] Höing, etwa 75 Jahre alt – erklärte, er wäre des öfteren in der Wohnung der Familie Leisner gewesen bezw. hätte dort öfter Reparaturarbeiten an Fen­stern, Türen und Fuß­böden ausgeführt. Er wußte auch noch allerlei Epi­so­den aus dem Leben des al­ten Leisner zu erzählen.
[1] Zwischenzeitlich war Amalia Leisner mit ihrem Sohn Karl nach Goch gezogen, wo Willi Leisner am 9.5.1916 zur Welt kam. Von dort zog sie mit ihren Söhnen nach Immenstadt, wo Wilhelm Leisner als Soldat stationiert war und am 3.11.1917 ihre Tochter Maria geboren wurde.

Am Montag, dem 11. November 1918, wurde der Waffenstillstand nach dem Ersten Weltkrieg im Salonwa­gen bei Compiègne in Frankreich unterschrieben.

Direkt nach Kriegsende, am Donnerstag, dem 14. November 1918, zog Wilhelm Leisner mit seiner Familie von Immenstadt zurück nach Rees in die Rünkelstraße. Die genaue Hausnummer ist nicht bekannt, vermutlich lag die Wohnung von Fami­lie Leis­ner in einem der zu einem alten Kloster gehörenden Häuser eines Dr. Thier.

Hermann Terlinden aus Rees am 8. Mai 1976 an Familie Wilhelm Haas in Kleve:
[…] ich freue mich selbst, daß dieses Foto von dem Wohnhause „Thier“ noch gefunden wurde. Vielleicht ist Ihnen, verehrte Frau [Elisabeth] Haas, dieses Haus noch be­kannt und erkennen Sie noch einige Personen oder Kinder. Beachten Sie bitte auch die Frau am Fenster über der zweiten Haustür. Vielleicht ist es Ihre Mutter oder die Frau des Zollinspektors Kallabis, der ja zu jener Zeit auch in diesem Hause wohnte.

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Hugo Entrup aus Rees am 12. August 1977 an Heinrich Kleinen in Uedem:
Mit der Familie Leisner war ich sehr befreundet, als Vater Leisner hier am Amtsgericht tätig war und als Sangesbruder im Chor neben mir saß. Sein Sohn Karl ist in Rees geboren, wenn ich nicht irre, und in der Rün­kelstraße, in der auch mein Elternhaus gestanden hat, aufgewachsen.[1]
[1] Karl Leisner lebte nur von 1918–1921 in der Rünkelstr., dann zog seine Familie nach Kleve.

Schwester Luise Giesen FC aus Düsseldorf am 27. Juni 1996 an Maria Leis­ner in Kleve:
Ich habe meine Mitschwester, Sr. M. Bernardis [Meyer FC] gefragt, ob sie eine Ger­trud kennt, die bei der Familie Leisner gearbeitet hat und später in Rees auf der Rünkelstraße gewohnt hat. Sr. M. Bernardis kannte diese Frau. Sie hieß Gertrud Terhorst.

Hubert Dahmen aus Rees im Gespräch mit Hans-Karl Seeger:
Gertrud Terhorst, die um die Ecke auf der Weißenturmstraße wohnte, war bei Familie Leisner als junges Mädchen als Haushaltshilfe tätig. Die 1993 verstorbene Gertrud Köster, gebo­rene Bull­horst, hat ihren An­gehörigen gegenüber erwähnt, sie sei als Kind öfter bei Leisners gewe­sen.

Der Stiefvater von Gertrud Köster hieß Jan Tepaß. Er war Kohlen­händ­ler und hatte eine Kohlen­hand­lung in Rees. Karl Leisner kehrte mit seinem Bruder Willi 1929 auf einem Radausflug nach Wesel bei Familie Tepaß ein.

Kleve, Freitag, 24. Mai 1929
Fahrt mit dem Rad nach Wesel vom 24.5. bis 25.5.1929
Wir zwei  standen um 5.30 Uhr auf und fragten Papa um Erlaubnis, nach Wesel zu fahren. Papa sagte sofort „Ja“. Also machten wir alles fertig und aßen. Um 7.00 Uhr starteten wir über die Uedemer Straße nach Qualburg. Von dort radelten wir über Calkar nach Reeserschanz, wo wir zu­sammen für 50 Pfennig mit dem Mo­torboot [über den Rhein] übersetzten. In Rees besichtigten wir kurz die Kir­che [St. Mariä Himmelfahrt] und gingen dann bei Tepaß Kaffeetrinken. Dort kamen wir um 8.45 Uhr an. Wir besichtigten das Kohlenlager und den Garten und fuhren nun über Haldern nach Wesel zu Onkel Hans, wo wir um 11.30 Uhr waren.

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Foto Brey, Altfrid: Rees am Rhein 1900–2000, Viersen 1999: 25

 

 

 

Quelle der nicht ausgewiesenen Fotos: Karl Leisner-Archiv