Karl Leisner und die Beuroner Kunst

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Die Tagespost vom 22. August 2013 brachte unter dem Titel „Liebe zur Liturgie als Tradition – Die Benediktinermönche der Erzabtei Beuron begehen ihr 150-jähriges Gründungsjubiläum“ einen Artikel von Stefan Blanz.

 

Einen ersten Eindruck von den Benediktinern und deren sogenannter „Beuroner Kunst“ bekam Karl Leisner am 12. Juni 1930 in Maria Laach und notierte in seinem Tagebuch:
Um 6.00 Uhr standen wir auf. Um 7.30 Uhr marschierten wir zur Abtei Maria Laach. Vorher hatten wir „schnabuliert [gegessen]“. In der Klo­ster­kir­che wohn­ten wir dem Choralhochamt bei. Die Mönche singen dort wirklich glänzend. Das nennt man noch Choralsingen. – Nach dem Hoch­amt besich­tigten wir unter Führung von P. Severinus [Uhles OSB], ei­nem gebürti­gen Kölner, das Kloster. Es war allerhand an Kunst zu sehen. (Kapitelsaal mit Beuro­ner Gemälden. – Eine besonders schöne Kapelle usw.). Auch in die Kloster­bibliothek guckten wir mal eben herein. Um 13.00 Uhr wa­ren wir wie­der beim Zelt.

Beispiele für Beuroner Kunst

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Abtei Maria Laach

Quelle des Fotos: Wikimedia Commons / AuthorGoldi64 / CC BY-SA 3.0 (abgerufen 10.12.2012)

Benediktinerabtei Maria Laach – Gründung durch Pfalzgraf Heinrich II. von Laach (1040/1050-1095) 1093 – Bestätigung der Stiftung u. Übergabe durch Pfalzgraf Siegfried von Ballenstedt (1075–1113) an die Benediktinerabtei Affligem in Brabant zur Besiedlung 1112 – Säkulari­sie­rung des Klosters 1802 – weitgehende Zerstörung der Abteigebäude durch Brand 1855 – Jesu­iten­kolleg 1863 – Wiederbesiedlung durch Benediktinermönche aus der Erzabtei Beuron u. Zentrum der liturgischen Bewegung u. monastischen Er­neu­erung 1892

Vermutlich in Erinnerung an Maria Laach notierte Karl Leisner in den Exerzitien im Benediktinerkloster Gerleve im September 1931:
Ein Ausspruch [Romano] Guardinis, als er die Erzabtei Beu­ron besuchte: Hier habe ich gespürt, daß Sein Wirken, Liebe, Wahrheit und gottgesam­melte Ruhe riesige Kraft ist.
Woher das Vorbild der Liturgie? Himmel! – Johan­nes auf der Insel Patmos. – (Geheime Offenba­rung)[1]
[1] In der Offenbarung des Johannes, dem letzten Buch der Bibel, schil­dert der Apo­stel und Evangelist Johannes, was er geschaut hat. Die Ostkirche betrachtet ihre Feier der Liturgie als Teilnahme an der himmlischen Liturgie. Ihre Iko­nen sind Fenster zum Himmel.

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Erzabtei Beuron

Beginn der Klostergeschichte von Beuron mit der Grün­­dung des Augustiner-Chorherrenstifts 1077 – durch Säkula­risation Übergang des Besitzes an die Hohenzollern 1802 – Neubeginn 1862 – im Kulturkampf Ausweisung der Mönche aus dem Kloster (1875–1887) – Gründung einer Kunst­­­schule im Kloster 1894 – Als Beuroner Kunst bezeichnet man das Schaffen einer von 1868 bis kurz nach 1920 im Kloster wirkenden Künstlergruppe. Ihr Anliegen war eine um­fas­sende Erneuerung der christ­lichen Kunst.