Karl Leisner und Pater Johannes Schick OSC

Artikel von Hans-Karl Seeger

Pater Johannes Schick OSC (* 22.4.1889 in Eitorf, † 13.7.1967) – Eintritt bei den Kamillianern 15.4.1903 – Noviziat 18.3.1907 – einfache Profeß 19.3.1909 – niedere Weihen 11.3.1911 – Ewige Profeß 19.3.1912 – Priesterweihe 8.3.1913 – Übernahme der Schrift­­­leitung der Zeitschrift „Johan­nisfeuer“ verbunden mit der Sorge um die abstinente Jugend 1919 – Austritt aus dem Orden 4.5.1925
Sein weiterer Lebensweg ist seiner Lebensbeschreibung von Thomas Fuchs am Ende dieses Artikels zu entnehmen.

Quelle der Fotos: Thomas Fuchs (linkes Foto ca. 1935, rechtes 1949)

Thomas Fuchs aus Eitorf fragte an, ob es beim IKLK über die Einträge auf der Homepage hinaus noch weitere Informationen zu Johannes Schick gebe.

Karl Leisner hat Pater Schick in seinen Tagbüchern nicht erwähnt, aber er muß auf Grund seiner intensiven Jugendarbeit von ihm gewußt haben. Ich habe die Informationen zu Johannes Schick aus der Lebens-Chronik zu Karl Leisner und aus dem Rundbrief 47, wie im folgenden von Thomas Fuchs aufgeführt, zusammengestellt.
Karl Leisner wäre vermutlich sehr verwundert und enttäuscht gewesen, wenn er von Johannes Schicks Aktivitäten im Dritten Reich etwas erfahren hätte. Umso mehr hätte ihm dessen Bekehrung gefallen.

Thomas Fuchs:
„Leider findet der Quickborn-AK keine Aufzeichnungen über Schick, so dass der Hinweis im Rundbrief Nr. 47 von 2003 des IKLK der bislang einzige zu einer Zugehörigkeit Schick’s zum Quickborn bleibt.”

Angaben von Hans-Karl Seeger:

Der Kamillianerpater Johannes Schick übernahm 1919 die Schriftleitung des „Johannisfeuer“ und da­mit die Sorge für die abstinente Jugend. Pater Schick, der aus dem Quickborn kam, erkannte, daß es für die Jugendarbeit im Kreuzbund zu wenig sei, sich nur als Nachwuchsorganisation für den Kreuzbund zu ver­stehen. Auf der Hauptversammlung des Kreuzbundes im Oktober 1919 in Münster forderte er: erstens grö­ßere Freiheit für die Bildung selbstän­dig organisierter Jugendabteilungen und Zugeständ­nisse eines vom Kreuzbund unabhängigen Eigenle­bens; zweitens das Verlassen des einseitigen Absti­nenzstandpunktes zu­gunsten des großzügigen positi­ven Ideals der neuen Jugend nach dem Beispiel des Quickborn. Nun verbanden sich die Jugendgruppen in Gaue, wobei der Name „Jungborn“ auf­tauchte.

Auf der ersten Generalversammlung des Kreuzbündnisses nach dem Ersten Weltkrieg im Oktober 1919 in Münster ging es vor allem um Jugendfragen. Pater Johannes Schick OSC hielt einen Vortrag über den Jungborn.

Dienstag, 5. bis Donnerstag, 7. September 1922
Bundesvertreterthing des Jungborn in Düsseldorf. . […]
P. Johannes Schick OSC wurde zum Bundesführer wieder­ge­wählt.[1]
[1] Johannisfeuer 1922: 141

Dienstag, 21. bis Freitag, 24. August 1923
2. Bundesthing des Jung­born in Fulda mit einer Fahrt zur Wartburg.[…]
P. Johannes Schick OSC übernahm die Bundesleitung des Jungborn. Die­ser fühlte sich aber nicht mehr dem Kreuzbündnis zugehörig. Ihre Bundes­zeit­schrift benannten die Mitglieder nach ihrem eigenen Namen „Jungborn“. Die Zeitschrift des Jungkreuzbundes blieb weiterhin das „Johannisfeuer“.

Thomas Fuchs:
Über andere Internetbeiträge bin ich dann auf verschiedenartigste Informationen gestoßen, die ich vertieft habe bzw. denen ich nachgegangen bin, so dass sich schließlich dieses komplexe Bild eines aus meinem Heimatort Eitorf stammenden Bürgers zeichnen ließ.
Grundsätzlich spricht nichts gegen eine Veröffentlichung des Materials auf [der] Homepage [des IKLK], zumal ich selbst den Beitrag für eine heimatkundliche Publikation im Auge habe.
Dazu möchte ich Ihnen neben dem Rundbrief Nr. 47 des IKLK noch einige weitere Quellen nennen, um hier die Urheberrechte zu berücksichtigen:

  1. Historisches Archiv des Erzbistums Köln, AEK 1227, Personalverwaltung Priester, Personalakte Schick 1946 – 1958: dieser Akte entstammen die in kursiver Schrift gehaltenen zitierten Passagen zur Verurteilung und zur Rekonziliation. Wiedereinsetzungs- und Todesdatum sind der Sammlung kirchlicher Nachrichten 1966, 1967 des Erzbistums Köln entnommen.
  2. Bundesarchiv Berlin, Akte des RuSHA (R 9361-III/175099): dies ist die Heiratsakte, aus der das Foto von ca. 1935 entnommen ist.
  3. Deutsch, Hans: Dr. Hans Schick – Aus dem Lebensweg eines weitgehend unbekannten Eitorfer Geschichtswissenschaftlers (Persönliche Ausarbeitung, Eitorf): dieser Arbeit ist das Foto von 1949 entnommen
  4. Archiv der Gemeinde Eitorf, „Eitorfer Volksfreund + zugleich Eitorfer Anzeiger“ v. 22. März 1913: Anzeige zur Primiz, kursive Zitate zur Primiz
  5. Provinzialat der Kamillianer: Einträge zu Johannes Schick aus dem Personalbuch der deutschen Ordensprovinz der Kamillianer

Falls Sie in der Zukunft irgendetwas über Schick’s Mitwirkung im Quickborn finden, wäre ich ebenfalls dankbar, daran teilhaben zu dürfen.

Thomas Fuchs – Johannes Schick – Überblick

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