Karl Leisner und seine Lieder (12)

 

 

Karl Leisner mit seiner Schwester Maria 1937 im Allgäu

 

Quelle des Fotos: Karl Leisner-Archiv

 

 

 

Von Karl Leisner gesungene Lieder (I – K)

Ich hab mich ergeben
1. Ich hab mich ergeben
Mit Herz und mit Hand,
Dir Land voll Lieb’ und Leben
Mein deutsches Vaterland!
2. Mein Herz ist entglommen,
Dir treu zugewandt,
Du Land der Frei’n und Frommen,
Du herrlich Hermannsland!
3. Du Land, reich an Ruhme,
Wo Luther erstand,
Für deines Volkes Tume
Reich ich mein Herz und Hand!
4. Ach Gott, tu erheben
Mein jung Herzensblut
Zu frischem freud’gem Leben,
Zu freiem frommem Mut!
5. Will halten und glauben
an Gott fromm und frei
will Vaterland dir bleiben
auf ewig fest und treu.
6. Lass Kraft mich erwerben
in Herz und in Hand,
zu leben und zu sterben
fürs heil’ge Vaterland!
(Worte: Hans Ferdinand Maßmann, Weise: Thüringer Volksweise 1819)
Theo Jung / Adolf Lohmann / Heinrich Weitkamp (Hg.): Lieder des Volkes. Erbe und Aussaat. Niederrheinischer Liederschatz, Wuppertal 61936: 161f.
von Karl Leisner erwähnt: 2.7.1938

Ich hab’ mein Herz in Heidelberg verloren
1. Es war an einem Abend, / Als ich kaum 20 Jahr’. / Da küßt’ ich rote Lippen
Und gold’nes, blondes Haar. / Die Nacht war blau und selig, / Der Neckar silberklar,
Da wußte ich, da wußte ich, / Woran, woran ich war:
Ich hab’ mein Herz in Heidelberg verloren, / In einer lauen Sommernacht.
Ich war ver­liebt bis über beide Ohren / Und wie ein Röslein hat ihr Mund gelacht.
Und als wir Abschied nahmen vor den Toren / Beim letzten Kuß, da hab ich’s klar erkannt:
Daß ich mein Herz in Heidelberg verloren. / Mein Herz, es schlägt am Neckarstrand.
2. Und wieder blüht wie damals / Am Neckarstrand der Wein, / Die Jahre sind vergangen,
Und ich bin ganz allein. / Und fragt ihr den Gesellen, / Warum er keine nahm,
Dann sag ich euch, dann sag ich euch, / Ihr Freunde wie es kam. / Ich hab’ mein Herz …
3. Was ist aus dir geworden, / Seitdem ich dich verließ, / Alt-Heidelberg, du Feine,
Du deutsches Paradies? / Ich bin von dir gezogen, / Ließ Leichtsinn, Wein und Glück,
Und sehne mich, und sehne mich / Mein Leben lang zurück. / Ich hab’ mein Herz …
(Kehrreim eines Schlagers von Fritz Löhner-Beda und Ernst Neubach, später Titel einer Operette von Fred Raymond)
URL http://ingeb.org/Lieder/ichhabme.html – 4.12.2012
von Karl Leisner erwähnt: 29.8.1932

Ich habe Lust, im weiten Feld
1. Ich habe Lust, im weiten Feld zu streiten mit dem Feind wohl als ein tapfrer Kriegsheld, der’s treu und redlich meint. Seht an, die Fahne weht! Wohl dem, der zu ihr steht! Die Trommeln schallen weit und breit. Frisch auf, frisch auf zum Streit!
2. Willst du nun mit, so sage ja, und setze dich zu Pferd; das Sattelzeug ist auch schon da, das dir zu Diensten werd’. Die Hochzeit ist bestellt, die Kirche ist das Zelt, die Erde ist das Bettelein, drin schläft sich’s hübsch und fein.
3. Ihr Musikanten, spielet wohl, Dukaten sind hier zwei, und wer da hat ein Säcklein voll, leg flugs noch welche bei. Und nun in Fröhlichkeit, frisch auf, ich bin bereit! Es helfe mir der liebe Gott zum Sieg aus aller Not!
(Worte: aus dem Bergliederbüchlein 1740, Weise: „Flie­gendes Blatt“)
Neumann, Klemens: Der Spielmann 1932: 112
von Karl Leisner erwähnt: 13.9.1927, 8.11.1927, 10.1.1928, 22.1.1928

Ich hatt’ einen Kameraden
1. Ich hatt‘ einen Kameraden, einen bessern findst du nit. Die Trommel schlug zum Streite, er ging an meiner Seite in gleichem Schritt und Tritt, in gleichem Schritt und Tritt.
2. Eine Kugel kam geflogen; gilt’s mir oder gilt es dir? Ihn hat es weggerissen, er liegt mir vor den Füßen, als wär’s ein Stück von mir.
3. Will mir die Hand noch reichen, derweil ich eben lad’. „Kann dir die Hand nicht geben; bleib du im ew’gen Leben mein guter Kamerad!“
(Worte: Ludwig Uhland 1809, Weise: Friedrich Silcher 1827)
Jung, Theo: Lieder des Volkes 1936: 137f.
von Wilhelm Haas erwähnt: 15.8.1935
Dieses Lied hat nach wie vor seine Bedeutung beim Ge­denken an gefallene Soldaten.

Ich reise übers grüne Land
1. Ich reise übers grüne Land, / Der Winter ist vergangen. / |: Hab um den Hals ein gülden Band, / Daran die Laute hangen. : |
2. Der Morgen tut ein roten Schein, / Den recht mein Herze spüret. / |: Da greif ich in die Saiten ein, / Der liebe Gott mich führet. : |
3. So silbern geht der Ströme Lauf, / Fernüber schallt Geläute, / |: Die Seele ruft in sich: „Glück auf!“ / Rings grüßen frohe Leute. : |
4. Mein Herz ist recht von Diamant, / Ein Blum’ von Edelsteinen: / |: Die funkelt lustig übers Land / In tausend schönen Scheinen. : |
5. Wie bist du schön! Hinaus, im Wald gehn Wasser auf und unter; |: im grünen Wald sing, daß es schallt: mein Herz bleibt frei und munter! : |
6. Die Sonne uns im Dunkeln läßt, im Meere sich zu spülen, |: da ruh ich aus vom Tages­fest fromm in der roten Kühle. : |
7. Hoch führet durch die stille Nacht der Mond die goldnen Schafe, |: den Kreis der Erden Gott bewacht, wo ich tief unten schlafe. : |
8. Wie liegt all falsche Pracht so weit! Schlaf wohl auf stiller Erde, |: Gott schütz dein Herz in Ewigkeit, daß es nie traurig werde! : |
(Worte: Joseph von Eichendorff, Weise: Hermann Engel 1913)
Neumann, Klemens: Der Spielmann 1932: 87f.
von Karl Leisner erwähnt: Liederbogen Nr. 2

Ihr Freunde Gottes allzugleich
1. Ihr Freunde Gottes allzugleich
verherrlicht hoch im Himmelreich
erfleht am Throne allezeit
uns Gnade und Barmherzigkeit
Helft uns in diesem Erdental
dass wir durch Gottes Gnad und Wahl
zum Himmel kommen allzumal

2. Vor allem du o Königin
Maria, milde Herrscherin
ihr Engelchöre voller Macht
die ihr habt treulich unser acht
Helft uns in diesem Erdental
dass wir durch Gottes Gnad und Wahl
zum Himmel kommen allzumal

3. Ihr Patriarchen hochgeborn
und ihr Propheten auserkorn
der Herr hat euch das Reich bereit
führt uns zur ewgen Seligkeit
Helft uns in diesem Erdental
dass wir durch Gottes Gnad und Wahl
zum Himmel kommen allzumal

4. Apostel Christi hochgestellt
zu leuchten durch die ganze Welt
ihr Heilgen, die dem höchsten Gut
ihr alles schenktet, selbst das Blut
Helft uns in diesem Erdental
dass wir durch Gottes Gnad und Wahl
zum Himmel kommen allzumal

5. O Schar der Jungfraun, licht und rein
die ihr geweiht dem Herrn allein
ihr heilgen Frauen tugendreich
ihr Freunde Gottes allzugleich
Helft uns in diesem Erdental
dass wir durch Gottes Gnad und Wahl
zum Himmel kommen allzumal

6. Wir bitten euch durch Christi Blut
die ihr nun weilt beim höchsten Gut
tragt vor die Not der Christenheit
der heiligsten Dreifaltigkeit
Helft uns in diesem Erdental
dass wir durch Gottes Gnad und Wahl
zum Himmel kommen allzumal

(Worte: Köln 1623, Weise: Einheitslieder 1947)
von Karl Leisner erwähnt:1.5.1938

Ihr Kinderlein kommet
1. Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all! Zur Krippe her kommet, in Bethlehems Stall, und seht, was in dieser hochheiligen Nacht der Vater im Himmel für Freude uns macht.
2. O, seht in der Krippe im nächtlichen Stall, seht hier bei des Lichtleins hell glänzendem Strahl den lieblichen Knaben, das himmlische Kind – viel schöner und holder als Engelein sind.
3. Da liegt es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh! Maria und Joseph betrachten es froh. Die redlichen Hirten knien betend davor. Hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor.
4. O, beugt wie die Hirten anbetend die Knie! Erhebet die Hände und danket wie sie! Stimmt freudig, ihr Kinder – wer wollt’ sich nicht freun? – stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein!
(Worte: Christoph von Schmid, Weise: Johann Abraham Peter Schulz)
Römhild 1966: 44
Dieses Lied hat Karl Leisner Weihnachten 1936 bei Familie Ruby gesungen.

Ihr lieben Kameraden
1.
Ihr lieben Kameraden, wir ziehen in das Feld! Wir haben Not und allen Schaden für heute weg­gestellt. Heute sind wir rot, morgen sind wir tot, liebe Kameraden, also muß es sein.
2. Sag uns Maria fein in deinem Himmelszelt, ob unser Schatz und Mägdelein bei dir die Wache hält. Heute sind wir rot, …
3. Wenn ja, so kommen wir, wenn nein, so bleiben wir. Soldaten ziehen nicht allein in ihren Himmel ein. Heute sind wir rot, …
4. Wir sind zur Freud geboren und nicht zum Trauern hier. In Traurigkeit gehn wir verloren, in Freude siegen wir. Heute sind wir rot, …
(Worte u. Weise: Robert Götz)
Voggenreiter Verlag
von Karl Leisner erwähnt: 13.4.1937

Immer langsam voran
1. Immer langsam voran, immer langsam voran, daß die Krähwinkler Landwehr nach­kom­men kann. Frau Wirtin, koch sie Hirsebrei, wenn die Landwehr kommt, wird sie hungrig sein.
2. Herr Hauptmann, mein Hintermann geht so in Trab: er tritt mir beinah’ die Hacken ab! Immer langsam voran …
3. Unser Hauptmann ist ein braver Mann; nur schade, daß er kein Pulver riechen kann …
4. Unser Hauptmann ist von Rudolfstadt; er sitzt sehr viel und wird nimmer satt …
5. Bei Leipzig in der großen Völkerschlacht, da hab’n wir beinah ein’n Gefangnen ge­macht! …
6. Bei Leipzig ist ’ne Bombe geplatzt; Potz Wetter! wie sind wir da ausgekratzt! …
7. Reißt aus! reißt aus! reißt alle, alle aus! Hier steht ein preußisches Schilderhaus …
(Ludwig Erk: Die deutschen Volkslieder)
Schulten 1939: 43
von Karl Leisner erwähnt: 12.4.1945

In dulci jubilo
I. Lied:
1. In dulci jubilo, nu singet, und seid froh! Aller unser Wonne liegt in praesepio: leuchtet vor [heller als] die Sonne matris in gremio |: Alpha es et O. : |
2. O Jesu parvule, nach dir ist mir so weh: tröst mir mein Gemüte, o puer optime, durch all derJungfraun Güte, o princeps gloriae, |: trahe me post te! : |
3. Ubi sunt gaudia? nirgends mehr denn da, da die Vöglein singen nova cantica und die Schellchen klingen in regis curia. |: Eja wärn wir da : |
4. Mater et filia ist Jungfrau Maria; wir waren gar verdorben per nostra crimina: nu hat sie uns erworben coelorum gaudia. |: Maria, hilf uns da. : |
(Worte u. Weise 14. Jh.)
Neumann, Klemens: Der Spielmann 1932: 261f.
von Karl Leisner erwähnt: 17.9.1937, 11.11.1937
II. Musikstück von Johann Sebastian Bach (BWV 608)

In einer kleinen Konditorei
Refrain:
In einer kleinen Konditorei,
da sassen wir zwei bei Kuchen und Tee.
Du sprachst kein Wort, kein einziges Wort
und wusstest sofort, dass ich Dich versteh!
Und das elektrische Klavier, das klimpert leise,
eine Weise von Liebesleid und Weh!
Und in der kleinen Konditorei,
da sassen wir zwei bei Kuchen und Tee.

1. Wenn unser Herz für ein geliebtes Wesen schlägt,
wenn man ein liebes Bild in seinem Herzen trägt,
dann meidet meist man all den Lärm, den lauten Trubel, das Licht,
die jubelnde Welt, die liebt man dann nicht.
Und ist das Herz vor lauter Liebessehnsucht krank,
sucht es im Dunkeln sich still eine Bank,
denn in der Dämmerung Schein,
sitzt man hübsch einsam zu zwei’n,
in einem Eckchen glücklich allein.
Refrain

2. Der Frühling kommt, der Sommer geht, die Jahre flieh’n,
die alte Liebe ist vorbei und lang dahin.
Du trägst die Sorgen dieser Welt, dein Herz ist träge und leer,
die Jugend von heut verstehst du nicht mehr.
Dann kommst du eines Tages in die Stadt zurück,
wo du verliessest die Jugend, das Glück,
das ist schon lange vorbei,
noch steht die Konditorei,
da trittst du ein und denkst dir dabei;
Refrain
(Worte: Fred Raymond, Weise: Ernst Neubach)
Siehe Link.
von Karl Leisner erwähnt: 28.2.1936

In Gottes Namen fahren wir
1. In Gottes Namen fahren wir; nach seiner Gnaden begehren wir. Verleih uns die aus Gütigkeit, o heilige Dreifaltigkeit! Kyrie eleison.
2. In Gottes Namen fahren wir, zu Gott dem Vater rufen wir. Behüt uns, Herr, vorm ew’gen Tod, und sei uns Hilf in aller Not! Kyrie eleison.
3. In Gottes Namen fahren wir, zu Jesus Christus flehen wir, daß er durch all die Marter sein uns mache von der Sünde rein. Kyrie eleison.
4. In Gottes Namen fahren wir, vom Heil’gen Geist begehren wir, daß er mit seiner Gnade Schein uns allzeit woll im Herzen sein. Kyrie eleison.
5. In Gottes Namen fahren wir, zu dir, Maria, kommen wir. Bitt du für uns am Himmelsthron, erlang uns Gnad bei deinem Sohn! Kyrie eleison.
6. In Gottes Namen fahren wir, die lieben Heil’gen bitten wir, daß sie durch Christus, unsern Herrn, des Vaters Huld für uns begehrn. Kyrie eleison.
7. In Gottes Namen fahren wir, an dich allein, Herr, glauben wir. Behüt uns vor des Teufels List, der uns allzeit entgegen ist. Kyrie eleison.
8. In Gottes Namen fahren wir, auf seine Tröstung hoffen wir. Gib Frieden uns in dieser Zeit, wend von uns alles Herzeleid! Kyrie eleison.
9. In Gottes Namen fahren wir, auf seine Hilfe harren wir. Die Frucht der Erde uns bewahr und schenk uns ein gesegnet Jahr. Kyrie eleison.
10. In Gottes Namen fahren wir, kein andern Helfer wissen wir. Vor Krankheit, Krieg und Hungersnot behüt uns, lieber Herre Gott. Kyrie eleison.
11. In Gottes Namen fahren wir, dein Reich, o Herr, begehren wir. Bewahr dein Kirch vor falscher Lehr und unser Herz zur Wahrheit kehr. Kyrie eleison.
12. In Gottes Namen fahren wir, dich, Herr, allein anbeten wir. Vor allem Übel uns bewahr und hilf uns zu der heilgen Schar. Kyrie eleison.
(Als einstrophiges geistliches Lied der Kreuzfahrer schon im 12. Jh. bekannt. Als Schlachtgesang, Bitt- und Wallfahrtslied wandelten sich später Text und Melodie.)
Neumann, Klemens: Der Spielmann 1932: 246 (1. Strophe)
von Karl Leisner erwähnt: 19.2.1928, 6.2.1939

In Muetters Stüebeli, do geht der hm …
1. In Muetters Stüebeli, do geht der hm, hm, hm, in Muetters Stüebeli, do geht der Wind.
2. Mueß fast verfriere vor lauter – hm, hm, hm, rnueß fast verfriere vor lauter Wind.
3. Mir wei go bettle go, es si üs – hm, hm, hm, mir wei go bettle go, es si üs zwei.
4. Du nimmsch der Bettelsack un i der – hm, hm, hm, du nimmsch der Bettelsack un i der Korb.
5. Du stohsch vors Läderli un i vor – hm, hm, hm, du stohsch vors Läderli un i vor Tür.
6. Du kriegsch e Weckerli un i e – hm, hm, hm, du kriegsch e Weckerli un i e Bir(n).
7. Du seisch „Vergelt is Gott“ un i sag – hm, hm, hm, du seisch „Vergelt is Gott“ un i sag „Dank“.
8. Du stecksch der Speck in Sack un i der – hm, hm, hm, du stecksch der Speck in Sack un i der
Ank [die Butter].
9. Du seisch „Vergeit is Gott“ un i sag – hm, hm, hm, du seisch „Vergelt is Gott“ un i sag „Dank“.
(Worte u. Weise: aus dem Breisgau)
Neumann, Klemens: Der Spielmann 1932: 159
von Karl Leisner erwähnt: 2.12.1936

Innsbruck, ich muß dich lassen
1. Innsbruck ich muß dich lassen, ich fahr dahin mein Straßen, in fremde Land dahin, mein Freud ist mir genommen, die ich nicht weiß bekommen, wo ich im Elend bin, wo ich im Elend bin.
2. Groß Leid muß ich ertragen, daß ich allein tu klagen dem liebsten Buhlen mein. Ach Lieb, nun laß mich Armen im Herzen dein erbarmen, daß ich muß von dannen sein, daß ich muß von dannen sein.
3. Mein Trost ob allen Weiben, dein tu ich ewig bleiben, stet, treu, der Ehre frumm. Nun muß dich Gott bewahren, in aller Tugend sparen, bis daß ich wiederkumm, bis daß ich wiederkumm.
(Worte: legendär Kaiser Maximilian I., Weise: Heinrich Isaac)
Neumann, Klemens: Der Spielmann 1932: 66
von Karl Leisner erwähnt: 9.10.1933

Jetzt fahrn wir übern See
1. Jetzt fahrn wir übern See, übern See, jetzt fahrn wir übern See, mit einer hölzern Wurzel, Wurzel, Wurzel, Wurzel, mit einer hölzern Wurzel, kein Ruder war nicht dran.
2. Und als wir drüber warn, drüber warn und als wir drüber warn. Da sangen alle Vöglein, Vöglein, Vöglein, Vöglein, da sangen alle Vöglein, der helle Tag brach an.
3. Ein Jäger blies in’s Horn, blies in’s Horn, ein Jäger blies in’s Horn. Da bliesen alle Jäger, Jäger, Jäger, Jäger, da bliesen alle Jäger, ein jeder in sein Horn.
4. Das Liedlein das ist aus, das ist aus, das Liedlein das ist aus. Und wer das Lied nicht singen kann, singen, singen, singen kann, und wer das Lied nicht singen kann, der fängt von vorne an.
(Worte u. Weise: Hopfenpflückerlied aus Nordböhmen)
Neumann, Klemens: Der Spielmann 1932: 146f.
von Karl Leisner erwähnt: 14.8.1933, Liederbogen Nr. 4

Jetzt gang i ans Brünnele
1. Jetzt gang i ans Brünnele, trink aber net, jetzt gang i ans Brünnele, trink aber net; do such i mein herztausige Schatz, find ’n aber net.
2. Do laß i meine Äugele um und um gehn, do sieh-n-i mein herztausige Schatz bei ’na-n-Andre stehn.
3. Und bei ’me-n-Andre stehn sehn, ach, das tut weh! Jetzt b’hüt die Gott herztausige Schatz, di b’sieh-n-i nimmer meh!
4. Jetzt kauf i mir Dinte-n-und Fedr und Papier, und schreib meinem herztausige Schatz einen Abschiedsbrief!
5. Jetzt leg i mi nieder aufs Heu und aufs Stroh. Do falle drei Rösele mir in den Schoß.
6. Und diese drei Rösele sind blutigrot, jetzt weiß i net, lebt mei Schatz, oder ist er tot?
(Worte u. Weise: Schwäbisches Volkslied aus dem Remstal in der Fassung von Friedrich Silcher 1826)
Neumann, Klemens: Der Spielmann 1932: 60f.
von Karl Leisner erwähnt: 13.5.1934

Jung Volker
1.
Jung Volker, das ist unser Räuberhauptmann, mit Fiedel und mit Flinte, damit er geigen und schießen kann, nachdem just Wetter und Winde. Fiedel und die Flint’, Fiedel und die Flint’! Volker spielt auf.
2. Ich sah ihn hoch im Sonnenschein auf einem Hügel sitzen: Da spielt er die Geig’ und schluckt roten Wein, seine blauen Augen ihm blitzen.
3. Auf einmal er schleudert die Geig’ in die Luft, auf einmal er wirft sich zu Pferde. Der Feind kommt! Da stößt er ins Pfeifchen und ruft: Brecht ein, wie der Wolf in die Herde!
(Worte: E. Mörike, Weise: mündlich überliefert)
Fasbender, Cläre / Wormland, Bernhard: Der Burgmusikant 1952: 147
von Karl Leisner erwähnt: Liederbogen Nr. 4

Kameraden, wir marschieren
1. Kameraden, wir marschieren, wollen fremdes Land durchspüren, wollen fremde Sterne sehn. Kameraden, wir marschieren, laßt die bunten Fah­nen wehn!
2. Kameraden, unsre Speere schleudern wir in fremde Meere, schwimmen nach und hol’n sie ein. Kamera­den, unsre Speere sollen Pfeil und Ziel uns sein.
3. Kameraden, fremde Welten wachen nachts bei un­sern Zelten, wenn die Feuer tief gebrannt. Ka­meraden, fremde Welten singen leis von unserm Land.
(Worte u. Weise: Jürgen Riel)
Diewald, Josef: Das graue Singeschiff 1934: 107; Am Scheidewege 1934: 118
von Karl Leisner erwähnt: 19.8.1934, 20.8.1934, 13.4.1937

Kein schöner Land in dieser Zeit
1. Kein schöner Land in dieser Zeit als hier das unsre weit und breit, wo wir uns finden wohl unter Linden zur Abendzeit, wo wir uns finden wohl unter Linden zur Abendzeit.
2. Da haben wir so manche Stund gesessen da in froher Rund und taten singen: die Lieder klingen im Eichengrund.
3. Daß wir uns hier in diesem Tal noch treffen sovielhundertmal: Gott mag es schenken, Gott mag es lenken, er hat die Gnad’.
4. Jetzt, Brüder, eine gute Nacht! Der Herr im hohen Himmel wacht, in seiner Güte uns zu behüten, ist er bedacht.
(Worte u. Weise: Anton Wilhelm zu Zuccalmaglio)
Neumann, Klemens: Der Spielmann 1932: 214f.
von Karl Leisner erwähnt: 24.5.1934

Klotzmarsch
Klotz, Klotz, Klotz am Bein, Klavier vorm Bauch, wie lang ist die Chaussee?
Links sind Bäume, rechts sind Bäume und dazwischen Zwischenräume.
Klotz, Klotz, …
Rechts ’ne Pappel, links ’ne Pappel, zwischendrin ein Pferdeappel.
Klotz, Klotz, …
Rechts ’ne Eiche, links ’ne Eiche, zwischendrin ’ne Mäuseleiche.
Klotz, Klotz, …
Rechts ’ne Tanne, links ’ne Tanne, zwischendrin ’ne Badewanne.
Klotz, Klotz, …
Rechts ’ne Kiefer, links ’ne Kiefer, zwischendrin ein Unterkiefer.
Klotz, Klotz, …
usw.
„Marschlied“ beim Wandern auf der Landstraße
Man kann beliebig viele Strophen erfinden. Nach jeder Baumart wird der erste Teil bis „Chaussee“ wiederholt. Bei „und“ geht man einen Schritt zurück, dann wieder vorwärts weiter.

Schulten, Gustav: Der Kilometerstein 1939: 7

Kommt, Cherubim hernieder
1. Kommt, Cherubim, hernieder, ihr Seraphim singt Lieder! Ehrt den verborgnen Gott in der Gestalt von Brot! Helft unser Herz entzünden und eure Lieb empfinden, auf daß es den recht ehrt, der höchster Ehre wert.
2. Hier ist Gott selbst zugegen; o wer kann dies erwägen, der nicht die Knie beugt, sein Haupt zum Staube neigt? Und wer kann dies erkennen und nicht vor Lieb entbrennen zu dem, der wunderbar aus Lieb sich selbst gibt dar?
3. Der an dem Kreuz gehangen, um Gnade zu erlangen für aller Menschen Schuld von seines Vaters Huld: der ist bei uns geblieben, von lauter Lieb getrieben, und bringt auf dem Altar sich noch zum Opfer dar.
4. Ach, laß dein Blut das Leben uns Armen wiedergeben, du wahrer Pelikan, sieh unsre Sehnsucht an! O wann wird es geschehen, daß wir dich, Jesu, sehen als Gott von Angesicht in deiner Glorie Licht?
(Worte: H. Lindenborn 1741, Weise: Tochter Sion 1741)
Diözesangebetbuch Münster 1932: 456f.
von Karl Leisner erwähnt: 8.10.1934