Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus in Kleve und Münster

SynagogeKleve

Vermutlich lebten bereits im Mittelalter Juden in Kleve, belegt ist dort eine kleine jüdische Ge­mein­­de jedoch erst im 17. Jh. Im Gerwin befand sich eine Synagoge, und der noch beste­hende jüdi­sche Friedhof stammt aus dem 17. Jh. 1806 lebten in Kleve 120 Juden, und 1821 errichtete man eine neue Synagoge an der Reitbahn. Diese wurde in der Reichs­pogromnacht niedergebrannt.

Quelle des Fotos: IKLK-Archiv

Pressemitteilung der Stadt Kleve an die Redaktionen

Konrad-Adenauer Gymnasium richtet Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus aus
Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Seit 1996 findet alljährlich an diesem Tag ein Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus statt. In diesem Jahr laden der Bürgermeister der Stadt Kleve Theodor Brauer sowie das Konrad-Adenauer Gymnasium alle Interessierten ein, an der Gedenkstunde am Dienstag, 27.01.2015 um 18.00 Uhr im PZ des Konrad-Adenauer Gymnasiums, Köstersweg 41 in Kellen teilzunehmen.
Schülerinnen und Schüler werden an den seligen Karl Leisner erinnern und sein Wirken in die heutige Zeit darstellen. Seinerzeit als Neuntklässler haben sie sich projektorientiert und intensiv mit der Lebensaufgabe von Karl Leisner auseinandergesetzt und hatten das große Glück, viele Fragen an ihn stellvertretend durch seine Schwester, Frau Elisabeth Haas, die leider im letzten Jahr verstorben ist, beantwortet zu bekommen.
Der Geschichtsleistungskurs wird aktuelle Gedanken zum Holocaust vortragen.
Schließlich wird der Zeitzeuge Peter Finkelgruen von seinen Erfahrungen berichten. Peter Finkelgruen, Rundfunkredakteur und Sprecher bei der Deutschen Welle, wurde in Shanghai geboren, wohin seine Eltern aufgrund der NS-Verfolgung emigriert waren. 1943 wurde der Shanghaier Stadtteil Hongkew auf Druck der deutschen Regierung von den japanischen Besatzern zum Ghetto für sogenannte staatenlose Flüchtlinge erklärt (Shanghaier Ghetto).
Den musikalischen Rahmen bilden die Big Band und der Chor der Oberstufe der Schule.

Link zur Einladung „Gegen das Vergessen“

Pressemitteilungen zur Veranstaltung

lokalkompass.de vom 27. Januar 2015 – „Biografien helfen erinnern“

RP ONLINE vom 29. Januar 2015 – Kleve-Kellen – Gedenken an die Opfer des Holocausts

Rheinische Post vom 29. Januar 2015 – Gedenken an die Opfer des Holocausts

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 In Münster fand am 14. Dezember 2014 ein Gedenken statt.

Die 1961 eingeweihte neue Synagoge in Münster

Die jüdische Gemeinde in Münster blickt auf eine mehr als 800-jährige wechselvolle Geschichte zurück und gehört damit zu den ältesten Nordwestdeutschlands.

Quelle des Fotos: Wikimedia Commons / Author: Suedwester93 / (abgerufen 18.04.2015)

Pressemitteilung zur Lesung von Gedenkblättern im Festsaal der jüdischen Gemeinde in Münster:
Westfälische Nachrichten vom 15. Dezember 2014 – Reihe „Gedenkblätter“ fand in der Synagoge statt – Aus Münster vertrieben

Monika Kaiser-Haas, Vizepräsidentin des IKLK e.V. schreibt dazu:
Lesung von Gedenkblättern
Spuren finden – Erinnern und Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Durch die Umbauarbeiten der Villa ten Hompel fand am 14. Dezember 2014 die Lesung der Gedenkblätter im Festsaal der jüdischen Gemeinde in der Klosterstraße 8-9 statt. Es wurde an Menschen erinnert, die in der NS-Zeit verfolgt wurden. Die Gedenkveranstaltung wird seit vielen Jahren von Peter Schilling organisiert.
Rabbiner Sharon Fehr, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Münster, sprach die Begrüßungsworte, und Peter Schilling moderierte die Veranstaltung.

Hebräischer Buchstabe ajin – das Auge Judith Pins 1982

 

Ein Bild aus dem Zyklus „Buchstaben des Lebens“ der jüdischen Malerin Judith Pins veranschaulichte das Thema des Abends:

„Seine Augen nicht verschließen“

 Hebräischer Buchstabe ajin – das Auge  – Judith Pins 1982

 

 

Am Anfang wurde die Lesung von einem Mitglied der jüdischen Gemeinde mit Klaviermusik begleitet.
Es wurden Biografien von Bürgern aus Münster und dem Münsterland, die unter der Verfolgung während der NS-Herrschaft litten, vorgestellt:
Die Lebensgeschichten von zwei ehemaligen Mitarbeitern der Universität, Georg Stefanski Gertzen und Rosa Salomon, trugen Otto Gertzen und Irmgard Walbaum für den Arbeitskreis Gedenkblätter Münster der Westfälischen Wilhelms-Universität vor. Die beiden Opfer wurden verfolgt und mussten die Universität verlassen.
Monika Simonsmeier las das Gedenkblatt von Paul Steilberg vor, drei Vertreterinnen des Ökumenischen Arbeitskreises „Wir Christen in Oelde“ berichteten über Sophia Ascheberg, und Hubertus Breider über die Leiden der Familie Herz in der NS-Zeit.
Monika Kaiser-Haas las das Gedenkblatt für den Seligen Karl Leisner vor. Der 70. Jahrestag der Priesterweihe von Karl Leisner am 17. Dezember 1944 in der Lagerkapelle des Konzentrationslagers Dachau und sein 100. Geburtstag waren der Anlass, an den Seligen zu erinnern. Sharon Fehr bedankte sich im Anschluss der Lesung herzlich bei der Vizepräsidentin für ihren Bericht. Er betonte, dass er die Kurzbiografie von Karl Leisner, die er bisher nicht kannte, mit großem Interesse verfolgt hätte.
Peter Schilling dankte den Referenten für ihre Lesung und zum Abschluss bot Sharon Fehr den Gästen eine Führung durch die Synagoge an.