Vom „Freundeskreis Karl Leisner“ zum „Internationalen Karl-Leisner-Kreis“ (IKLK)

IKLKrotv

 

Viele Schritte führen zum Ziel – Wie alles begann

 

Viktor Roeloffs, Propst an der Stiftskirche in Kleve, schrieb am 17. Oktober 1973 an einen größeren Kreis von Menschen:
„Auf seiner Urlaubsreise im letzten Sommer verstarb [am 21.7.1973] plötzlich Dechant Theodor van Aaken aus Asperden. Er hat Karl Leisner persönlich gut gekannt. Mit ihm ist also wieder ein Augen- und Ohrenzeuge des Lebens Karl Leisners von uns gegangen.
Dies ist der Anlaß, erneut zu versuchen, einen „Freundeskreis-Karl-Leisner“ ins Leben zu rufen, d. h. Menschen zu sammeln, die Karl Leisner in allen Stufen seines Lebens und seiner Entwicklung bis zu seinem frühen Tod erlebt haben, und sie zu bitten, Material zu sammeln – sei es aus ihrem Gedächtnis, ihrem Wissen oder in Form von Dokumenten (Notizen, Briefen, Bildern und anderen Erinnerungsstücken) für ein Karl-Leisner-Archiv dieses großen Sohnes unserer Gemeinde.“

So lud der Propst zu einer Zusammenkunft am 6. November 1973 ins Kolpinghaus in Kleve ein und bat darum, Erinnerungen an Karl Leisner niederzu­schreiben und Erinnerungsstücke und Dokumente zur Verfü­gung zu stellen. Bei diesem Treffen bildete sich der „Freundeskreis-Karl-Leisner Kleve“ mit dem Zusatz „Gemeinschaft zur Pflege des Erbes Klever Martyrer“.

Am 19. Februar 1974 erfolgte eine Einladung des „Freundeskreises-Karl-Leisner Kleve“ durch Propst Viktor Roeloffs mit folgenden Worten:
„Pastor [Josef] Perau aus Hülm, von dem aus der Anstoß zur Gründung des Freundeskreises gegangen war, hatte in einem Brief an Propst Roeloffs bedauert, daß der Tod immer mehr Zeugen des Wirkens Leisners weghole.“

In der Sitzung am 5. März 1974 befaßte sich der Freundes­kreis-Karl-Leisner mit der Überlegung, auch die Widerständler Wilhelm Frede und Prof. Dr. Johannes Maria Verweyen in seine Arbeit einzubeziehen. Entsprechend mußte auch die Gedenkstätte in der Stiftskirche erweitert werden. Schließlich wurde auch die jüdische Gemeinde miteinbezogen, vertreten durch das Mädchen Leni Valk.

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Wilhelm Frede          Johannes Maria Verweyen           Leni Valk

Am 13. Juli 1974 erfolgte die Weihe der „Gedächtnisstätte Klever Martyrer“ in der Stiftskirche

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Aus dem Sitzungsprotokoll vom 26. Juni 1975:
„Sodann wurde über die von Bischof [Heinrich Tenhumberg] und Offizial [Dr. Paul] Wesemann geforderte Entflechtung von Karl-Leisner-Kreis und der Gemeinschaft zur Pflege des Erbes Klever Martyrer gesprochen. Es wurde beschlossen, zwei selbstständige – aber eng verbundene Einrichtungen zu schaffen:
1.) den Karl-Leisner-Kreis, der sich um die Seligsprechung bemüht und sowohl in Kleve als auch an anderen Orten im Bistum Münster, in Deutschland und im Ausland Mitglieder und Gruppen haben soll.
2.) die Gemeinschaft zur Pflege des Erbes der Klever Martyrer, der die bisherigen Aufgaben weiterführt aber vorwiegend auf den hiesigen Raum beschränkt ist.

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So ging aus dem Freundeskreis-Karl-Leisner am 3. Oktober 1975 der „Internationale Karl-Leis­ner-Kreis“ (IKLK) hervor. Neben dem Ziel, Sorge zu tragen für die Erhal­tung des Andenkens an Karl Leisner, be­müht sich der IKLK um Völkerverständigung. Er hat nationale Vertretungen in Frankreich, Groß­britannien, den Nieder­landen, Polen und Spanien. Durch die wechselseitige korporative Mit­gliedschaft der Deut­schen St. Jakobus-Gesellschaft, der Archico­fradia Universal del Apostol Sant­iago, diese hat dem IKLK am 30. Dezember 2011 die Ehrenmitgliedschaft verliehen, und des IKLK kann unter anderem der Gedanke von einem ver­einten Eu­ropa und einem neuen Zu­gang zum Evangelium vor allem bei jungen Men­schen, die zum Bei­spiel auf der Wall­fahrt nach Santiago de Compostela Völkerver­binden­des erleben, gefördert werden.

Siehe auch Aktuelles vom 27. März 2012 – Ehrenmitgliedschaft des IKLK in der Archicofradia Universal del Apostol Santiago.

Link zur RP ONLINE vom 6. November 2013 – Das Erbe des „Märtyrers von Kleve“

Quelle der Fotos: IKLK-Archiv und Gabriele Latzel