Vor 125 Jahren wurde Karl Leisners Mutter Amalia Leisner geboren

Amalia (Amalie, Maly) Everhardine Maria Mathilde, geb. Falkenstein (* 26.10.1892 um 2.00 Uhr in Goch, Cleverstr. 36, katholisch getauft 27.10.1892 in Goch St.-Maria-Magda­lena, Taufpaten Matthias Vaegs u. Everhardine Hartjens, geb. van Krügten, † 19.2.1983 in Kleve) – Einträge in den Perso­nalausweisen von 1953 u. 1978: 158 cm, Farbe der Au­gen: braun, unveränderliche Kennzeichen: keine – Nach dem Besuch der Volksschule lebte sie in Maria Roepaan/NL[1]. Aus dieser Zeit stammt ein am 18.7.1906 begonnenes handgeschrie­benes Gebetbuch[2] und rührt eine le­benslange Freundschaft mit der Nieder­länderin Cornelia Anna Maria (Corry) Paanakker, geb. von Roessel. Es bestand ein inniger Kontakt zwischen den Familie Leisner und Paanakker.[3]
Amalia Falkenstein zog mit ihrer Familie 1910/1911 von Goch nach Neuss, Josef­str. 25. Dort traf sie Wilhelm Leisner wieder, den sie von Goch her kannte, wo ihrer beider Fami­lien auf der Kle­ver Str. ge­wohnt hatten. Am 25.12.1913 war Amalias Verlobung mit Wilhelm Leisner in Neuss, am 24.4.1914 heira­teten sie dort stan­desamt­lich und am 25.4.1914 war die kirchliche Trauung am Grab des heiligen Albertus Magnus in St. An­dreas in Köln.
Im Seligsprechungsprozeß für Karl Leisner hat sie 1981 als Zeugin ausgesagt.

[1] Kloster „Maria Roepaan = Maria ruf an“ – Gründung wegen des sog. Kulturkampfes durch deutsche Vorsehungs­schwestern kurz hinter der deutsch-nie­der­län­dischen Grenze zwischen Grune­wald u. Ottersum 1882 – Eröffnung einer Haushaltsschule für deutsche Mäd­chen 1892 – Leitung des Klosters durch die Vorse­hungs­schwestern bis 1980 – anschließend Verwahr- und Hand­werks­schule, Aufnahme­heim für Wai­sen, Pensionat für Haushaltsun­terricht u. schließlich Senio­renheim – Ein­rich­­tung für geistig Behinderte seit 1951
Amalia Leisner und Corry Paanakker waren zusammen in der Haus­hal­tungs­schule, Amalia Leisner vermutlich ab 1905.
[2] Das letzte eingetragene Datum ist der 14.11.1909.


[3] Paanakker, Familie
1. Generation:

Eheleute Henricus Gerardus Paanakker u. Cornelia (Corry) Anna Maria Paanakker, geb. von Roessel (* 4.1.1889) (s. Paanakker, Cornelia) – 1935 Nijmegen, Jan de Wittstraat 15 – 1939 Broerdijk 42 – Familie Paanakker schickte Medikamente für Karl Leisner ins KZ Dachau.
2. Generation:
2a. Gerardus Paanakker (* 11.8.1920) s. Paanakker, Gerardus
2b. Corrie (Korry) Paanakker (* 6.12.1921, † 11.3.1931 in Millingen)
2c. + d. als Säuglinge verstorbene Zwillinge
Paanakker, Cornelia
Cornelia (Corry, sie selbst schrieb Corrie) Anna Maria Paanakker, geb. von Roessel (* 4.1.1889 in Til­burg/NL, † 23.9.1955 in Nijmegen/NL) – Sie besuchte mit Mutter Amalia Leis­ner das Internat Maria Roe­paan in den Niederlan­den und war mit ihr 50 Jahre lang befreun­det.
Paanakker, Gerardus
Eheleute Gerardus (Gerrit, Gert) Johannes Henricus C. Paanakker (* 11.8.1920 in Nijme­gen/NL, † 16.4.2003) u. Lies Paanakker, geb. Dekkers (* 15.9.1921 in Nijmegen, † 4.10.2011 ebd.) – Gerrit Paanakker hat 1925 einige Wochen bei Familie Wilhelm Leisner gelebt und in Kleve den Kin­dergarten besucht. Er hat 1935 an der Flandernfahrt teilgenommen und war lange Zeit stellvertretender Vorsitzender des IKLK. Im Seligsprechungsprozeß 1981 und Martyrerpro­zeß 1990 für Karl Leisner hat er als Zeuge ausgesagt.

Im IKLK-Archiv vorhandene Unterlagen zu Amalia Leisner

Beglaubigte Geburtsurkunde

Geburtsurkunde

 

Taufurkunde aus dem Taufregister[1]

Taufurkunde

[1]  Ausgestellt wurde diese Urkunde 1938, als die Deutschen den Ariernachweis erbringen mußten. Viele Urkunden in der Familie Leisner, auch solche von Karl Leisner, tragen ein Datum von 1938.

Namenspatronin von Mutter Leisner

Amalberga1
Amalberga2

 

 

 

Die Mädchen aus der Ehe von Friedrich Falkenstein und Marianne, geborene van Krügten:
v. l.: Änne, geb. 1898, verh. Henning
Amalia, geb. 1892, verh. Leisner
Maria, geb. 1895, verh. Brücken

Klasse in Maria Roepaan

KlasseRoepaan (1)

Laut Aussage von Familie Leisner ist Amalia Falkenstein in der 1. Reihe der stehenden Mädchen die Vierte von rechts.

Personalausweise von 1953 und 1978

Personalausweise

 

Ausweis für Fliegergeschädigte[1]

Flieger1
Flieger2

[1] Am 7. Oktober 1944 wurde Kleve zu 80% durch einen Bombenangriff zerstört. Auch das Haus von Familie Leisner war unbewohnbar. Nach dem Bombenangriff bepackten Vater und Mutter Leisner vier Räder, von denen zwei platt waren, mit dem Allernötigsten und erreichten mit ihren drei Töchtern nach sieben Stunden Marsch den Hof von Bauer August Jans­sen in Niedermörmter, wo sie bis zum 6. März 1945 blieben. Das Bürgermeisteramt wurde von Kleve nach Kalkar verlegt, ebenfalls das Amtsgericht, wo Vater Leisner weiterhin tätig war.

* * * * *

Ereignisse im Leben von Mutter Amalia Leisner

 

 

Ehepaar Amalia und Wilhelm Leisner nach der Hochzeit am 25. April 1914 in St. Andreas in Köln

 

 

 

 

 

 

 

 

Amalia Leisner mit ihrem erstgeborenen Sohn Karl

 

 

 

Familie Leisner in Immenstadt 1917/1918

Familie_Uniform (1)

v. l.: Mutter, Willi, Karl und Vater Leisner

Amalia Leisner mit Tochter Elisabeth im Reichsarbeits­dienst in No­chern bei St. Goarshausen

 

 

 

 

v. l.: Resi Bettray, Amalia und Elisabeth Leisner

 

 

Goldhochzeit von Wilhelm und Amalia Leisner am 25. April 1964

Goldhochzeit
  1. Reihe v. l.: Wilhelm Leisner, Weihbischof Heinrich Tenhumberg, Amalia Leisner, Dr. Walter Vinnenberg
  2. Reihe v. l.: Canisianerbruder Burkhard Kloster (Fahrer des Bischofs), Maria Leisner, Fränzel Leisner, Paula Leisner, Johann Pollmann

Gratulation von Karl Leisners Weihekurs am 26. März 1979 zum 40. Jahrestag der Diakonenweihe am 25. März 1939 im Dom in Münster

Foto

v. l.: Propst Viktor Roeloffs, Mutter Leisner, Weihbischof Heinrich Tenhumberg, N.N., Maria Leisner

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Priestermutter mit der Weiheurkunde ihres Sohnes Karl zur Priesterweihe im KZ Dachau am 17. Dezember 1944

Weiheurkunde (1)

Ausstellungseröffnung im städtischen Museum „Haus Koekkoek“ in Kleve – „Widerstand aus Glaube und Verantwortung Kleve 1933–1945“
Vom 7.12. – 31.12.1975 fand zum 30. Todestag von Karl Leisner im städtischen Museum „Haus Koekkoek“ in Kleve eine Ausstellung des „Karl-Leisner-Kreises“ in Verbindung mit der örtlichen „Gemeinschaft zur Pflege des Erbes Klever Marty­rer“ statt.

1961_1975 (1)

1. Reihe v. r.: Schwester Imma Mack, Weihbischof Joseph Buchkremer, Mutter Amalia Leisner – Unter den stehenden Personen sind rechts Paula und Willi Leisner zu erkennen sowie Pfarrer Theo Janßen.

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Todesanzeige der Familie

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Todesanzeige_Familieprivat2

 

Todesanzeige der Familie in der Presse

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Todesanzeige des IKLK in der Presse

Todesanzeige_IKLK

 

Totenzettel

Totenzettel

 

Predigt von Propst Viktor Roeloffs

Predigt1
Predigt2

 

Danksagung

Danksagung

 

Nachrufe

Klever Nachrichten vom 21. Febraur 1983

Nachruf_KLE

 

Kirche + Leben vom 27. März 1983

Nachruf_KuL1
Nachruf_KuL2