Vorliebe für Romano Guardini bei Benedikt XVI. und Karl Leisner

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„Die Kirche erwacht in den Seelen“ (Romano Guardini)

Quelle des Fotos: Wikimedia Commons / gemeinfrei (abgerufen 10.02.2013)

1922 hielt Romano Guardini fünf später unter dem Titel „Vom Sinn der Kirche“ veröffentlichte Vorträge. Der erste Vortrag „Das Erwachen der Kirche in der Seele“ beginnt mit dem berühmt gewordenen Zitat: „Ein religiöser Vorgang von unabsehbarer Tragweite hat eingesetzt: Die Kirche erwacht in den See­len.“

Bei der Audienz zur Verabschiedung vom Kardinalskollegium am 28. Februar sagte der Papst u. a.:

Sie [die Kirche] ist in der Welt, aber sie ist nicht von der Welt: sie gehört Gott, Christus, dem Heiligen Geist. Das haben wir gestern [auf dem Petersplatz] gesehen. Deshalb ist auch ein anderes berühmtes Wort von Guardini wahr und vielsagend: „Die Kirche erwacht in den Seelen.“ Die Kirche lebt, wächst und erwacht in den Seelen, die – wie die Jungfrau Maria – das Wort Gottes aufnehmen und es durch das Wirken des Heiligen empfangen; sie bieten Gott ihr eigenes Fleisch an und gerade in ihrer Armut und Demut werden sie fähig, Christus heute in der Welt zu gebären. Durch die Kirche bleibt das Geheimnis der Menschwerdung für immer gegenwärtig. Christus geht weiterhin durch die Zeiten und alle Orte.

2013_03_10_KardinaeleL’OSSERVATORE ROMANO 8. März 2013 / Nummer 10 / Seite 3

Als Diözesanjungscharführer reiste Karl Leisner durch die Diözese Münster und hielt Referate. Das Konzept für ein solches Referat von 1935 ist im Nachlaß vorhanden. Darin heißt es u. a.:

„Die Kirche ist erwacht in den Seelen“. (Guardini[1])
Forderung von grader natürlicher Haltung (Werkbriefe „Briefe über Selbst­bildung“[2]) und echter natürlicher Wertaufgeschlossenheit. (Gratia supponit natu­ram [Die Gnade setzt die Natur vor­aus].)

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[1]  Guardini, Romano: Vom Sinn der Kirche. Fünf Vor­träge, Mainz 1922: 1
[2]
  Guardini, Romano: Briefe über Selbstbildung, Mainz 1930