Zu den Inhalten des Xantener Viktorschreins

 Beitrag von Hans-Karl Seeger

1966 Überführung der Gebeine Karl Leisners aus Kleve in die Krypta des Xantener Domes und eines Knochens aus dem Doppelgrab in der Krypta in den Viktorschrein.

Die Jahresgabe 2019 des Xantner Dombauvereins dokumentiert die Geschichte des Viktorschreins ab 1129. Dazu gehört auch das Jahr 1966, in dem während der Großen Viktortracht die Gebeine neuzeitlicher Märtyrer in der Krypta des Xantener Domes beigesetzt wurden. Zu ihnen gehörte auch Karl Leisner.

Bei dieser Begebenheit fügte der damalige Bischof von Münster Dr. Joseph Höffner einen Knochen aus dem Doppelgrab in der Krypta in den Viktorschrein. Auch ich wirkte damals als Kaplan an St. Viktor an den Feierlichkeiten mit. Als ich auf der in der Jahresgabe des Xantner Dombauvereins abgebildeten Urkunde meine Unterschrift entdeckte, holte ich mein eigenes Fotoalbum über das damalige Ereignis hervor und fand darin unter anderen folgende Bilder:

* * * * *

Ich war ab 1964 Kaplan in Xanten und hätte 1966 nicht einmal vermutet, daß die geistlichen Herren auf diesem Foto eines Tages meine zukünftigen Chefs sein sollten.

von links:
Domkapitular Heinrich Kreyenberg, Bischöflicher Kommissar für den Niederrhein, dessen Bezirksvikar ich später wurde
Propst Alfred Wilms, dessen Kaplan ich 5 Jahre in Xanten war
Bischof von Münster Dr. Joseph Höffner, der mich zum Priester geweiht hat
Personalchef Wilhelm Stammkötter, der mir in Münster die Aufgabe des Domzeremoniars auftrug, die ich 18 Jahre erfüllt habe
Bischöflicher Sekretär von Bischof Dr. Joseph Höffner Reinhard Lettmann, der spätere Bischof von Münster, der von 1980 bis 2008 mein Chef war

Seiten 113 bis 121 aus der Jahresgabe

Urkunde

 

* * * * *

Ich habe 1966 anläßlich der Überführung von Karl Leisners Gebeinen nach Xanten nicht im geringsten geahnt, daß ich mich mit dessen Leben einmal so intensiv befassen sollte, daß ich es inzwischen fast besser kenne als mein eigenes. Die langjährigen Forschungsergebnisse sind seit 2014 in der Lebens-Chronik zu Karl Leisner in einem fünfbändigen Werk mit 4400 Seiten dokumentiert.

Foto Joachim Albrecht / medienflotte.de

Karl Leisner – Tagebücher und Briefe – Eine Lebens-Chronik, 5 Bände, herausgegeben von Hans-Karl Seeger und Gabriele Latzel im Auftrag des Internationalen Karl-Leisner-Kreises (IKLK) unter besonderer Mitarbeit von Christa Bockholt, Hans Harro Bühler und Hermann Gebert, Kevelaer 2014