Archiv für den Autor: Hans-Karl Seeger

Brot für den Tag 24

Impuls von Hans-Karl Seeger

Dienstag 8.6.2004

Wahrhaftig, Gott ist bei euch! (1. Kor 14,25)

Ein Konzentrationslager wird oft als eine Welt ohne Gott, als Hölle dargestellt. Aber mitten in dieser Welt der Unmenschlichkeit läßt Gott sich erfahren. Die Priester im KZ Dachau hatten die Möglich­keit, in ihrem Block eine Kapelle zu errichten. Hier feierten sie ihre Gottesdienste. Neben dem Tabernakel mit dem Allerheilig­sten war den Häftlingen eine Madonna wichtig. Der KZ-Priester Johannes Sonnen­schein schrieb zu Weihnachten 2002: „Die Marienstatue wurde dann Anlaß ständiger Mari­enverehrung. Wer immer nur sich ein wenig Frei­zeit er­möglichen konnte, lag oder kniete betend und bittend da­vor. Gott allein weiß, wie viele Gebete da gen Himmel gerichtet wor­den sind. Gott allein weiß, wie viele Ge­fangene, Geistliche aller Kon­fessionen und auch Laien da in aller Mut‑ und Hoffnungslosigkeit Trost, neue Hoff­nung und Gottvertrauen wieder oder mehr gefunden haben. Gott allein weiß, wie viele Bitten da auf Mariens Für­sprache erfüllt wurden und wie viel Gnadenhilfe der Ge­ber alles Guten uns so gegeben hat.“

Weiterlesen

Ein Gedenkzettel, der Fragen aufwirft

Artikel von Hans-Karl Seeger

Hans-Karl Seeger:
In einem Buch fand ich einen Gedenkzettel, der in bezug auf die Erwähnung von Karl Leisners Namen Fragen aufwirft. Er hat kein Datum, aber es geht um die Priesterweihen 1939 im Bistum Münster.

Am 25. März 1939 erlebte Karl Leisner seine letzte Weihe in Freiheit. Als Diakon wurde er verhaftet und kam über mehrere Stationen letztendlich ins KZ Dachau, wo er zum Priester geweiht wurde.

Weiterlesen

Karl Leisner und Léon Bloy (II)

Artikel von Hans-Karl Seeger

Léon Bloy (* 11.7.1846 in Périgueux/Dordogne/F, † 3.11.1917 in Bourg-la-Reine/Hauts-de-Seine/F) – Schrift­steller – Er schrieb 1922 „Lettres à sa fiancée“ [Briefe an seine Braut, Salzburg/Leipzig 21936].

Wolfgang Matz rezensierte die Anthologie zu Léon Bloy „Diesseits von Gut und Böse“ in der FAZ vom 17. Januar 2020 unter der Überschrift „Seht doch diese klebrigen bourgeoisen Monster – Unter dem Endkampf gegen eine dem Unheil verfallene säkulare Moderne tat es dieser Autor nicht: Alexander Pschera widmet Léon Bloy eine monumentale Anthologie“.

Link zum Artikel unter Rezensionen bei buecher.de

Quelle des Fotos

Weiterlesen

Bischof Gabriel Piguet im Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau

Artikel von Hans-Karl Seeger

Bischof Gabriel Emmanuel Joseph Piguet von Cler­mont (* 24.2.1887 in Ma­con-sur-Saône/Saône-et-Loire/F, † 3.7.1952) – Studium bei den Je­suiten in Villefranche-sur-Saône/ Rhône/F – Priesterweihe 2.7.1910 in Paris (St. Sul­pice) – Bischofsweihe zum Bischof für das Bistum Autun/Saône-et-Loire/F 27.2.1934 – Wahl­spruch „Verita­tem in caritate – Wahrhaftig in der Liebe“ (Eph 4,15) – Bischof von Clermont 11.3.1934 – Ob­wohl Ver­ehrer von Marschall Philippe Pétain, widersetzte er sich wäh­rend der deut­schen Besatzung (1940–1944) den Na­tional­so­zialisten. Am 28.5.1944 (Pfingstfest) wurde er in Cler­mont-Ferrand/Puy-de-Dôme/F nach dem Pon­tifi­kal­amt im Bischofs­kleid von der Gestapo ver­haf­tet und kam über das Ge­fäng­nis in Clermont-Ferrand und das KZ Natzwei­ler-Struthof/F am 6.9.1944 ins KZ Da­chau und dort am 25.9.1944 auf Block 26. Am 17.12.1944 weihte er den deut­schen Diakon Karl Leis­ner in der Lagerkapelle zum Prie­ster. Am 22.1.1945 kam er in den „Ehrenbun­ker“ und wurde am 4.5.1945 von den Amerikanern auf der Evakuie­rungs­fahrt vom 24.4.1945 nach Südti­rol in Niederdorf/Villabassa/I be­freit. Am 22.6.2001 verlieh ihm Yad Vas­hem po­stum den Titel „Ge­rechter unter den Völ­kern“, da er wäh­rend des Zwei­ten Welt­krieges jüdi­sche Kin­der gerettet hatte.

Bischof Gabriel Piguet als Häftling im KZ Dachau – Zeichnung: Ferdinand Dupuis

Rundbrief Nr. 46 –  August 2002 –  Bischof Gabriel Piguet

Weiterlesen

Brot für den Tag 23

Impuls von Hans-Karl Seeger

Montag 7.6.2004

Jagt der Liebe nach! (1. Kor 14,1)

„Trachtet nach der Liebe!“ Diesen ersten Vers des ersten Korinther­briefes hat Karl Leisner in seinem Neuen Testa­ment unterstrichen. Voraus geht im 13. Kapitel das „Hohe­lied der Liebe“.

Am 31. März 1933 notierte er nach einer Fastenpredigt in sein Tagebuch:
So [wie Jo­hannes] auch wir Christen mutig im Glauben und – wie er – stark in der Liebe. (Nos au­tem credidimus caritati [Wir aber haben der Liebe geglaubt (1 Joh 4,16)]) – Kein „Sta­chel­draht“-Christentum, sondern frohes „Mittenchristentum“.

Weiterlesen

Brot für den Tag 22

Impuls von Hans-Karl Seeger

Sonntag 6.6.2004

Die Wünsche derer, die ihn fürchten, erfüllt er (Ps 145,19)

Der KZ-Priester Heinz Dresbach berichtete wiederholt von einem Be­such bei Karl Leisner im Waldsanatorium Planegg bei München, in dem dieser die letzten Monate seines Le­bens nach der Befreiung aus dem KZ Dachau verbrachte: „Als ich ihn in München be­suchte, sagte er noch so hoffnungsvoll: ‚Drei Dinge habe ich von Gott und der Gottes­mutter erbeten, die Gesund­heit, die Freiheit und die Prie­ster­weihe, zwei Dinge hat die Mutter mir ge­geben, sie wird mir auch das dritte noch ge­ben. Aber man darf ja eigentlich nicht unver­schämt sein und auch das dritte noch verlan­gen, aber ich will es einmal doch sein.’“

Weiterlesen

Karl Leisner im Grenslandmuseum in Dinxperlo/NL

Artikel von Hans-Karl Seeger

Das Jubiläum „75 Jahre Freiheit“ steht im Achterhoek/NL unter dem zentralen Motto „Gemeinsam feiern wir Freiheit und Frieden“.

Anläßlich dieses Ereignisses gibt es zwei Ausstellungen:
„Spuren der Freiheit“ im Grenslandmuseum Markt 3, NL-7091 CJ Dinxperlo
Ausstellungseröffnung: Sonntag, den 29. März 2020 um 16.00 Uhr in der Kirche St. Michael am Hellweg in Suderwick
info@grenslandmuseum.nl
„Kind der Freiheit“ im Nationaal Onderduikmuseum Markt 12-16, NL-7121 CS Aalten Ausstellungseröffnung: Freitag, den 3. April 2020 um 15.00 Uhr in de Oosterkerk, Oosterkerkstraat 1 in Aalten/NL
info@onderduikmuseum.nl

Karl Leisner ist in der Ausstellung „Spuren der Freiheit“ unter der Rubrik
1. Widerstand (Unfreiheit) aufgeführt. Hans-Karl Seeger gab dazu ein Interview.

Weiterlesen

Brot für den Tag 21

Impuls von Hans-Karl Seeger

Samstag 11.10.2003

Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt? (Mt 21,25)

Was ist wichtiger: was wir glauben oder wem wir glauben? Für Karl Leisner war es klar: Gott ist die Liebe. In griechischer und lateini­scher Sprache schrieb er diesen Satz aus dem 1. Johan­nesbrief immer wieder in sein Tage­buch. Aus einer Fastenpredigt vom 31. März 1933 übernahm er die Überzeugung des Lieblingsjüngers Jesu als seine eigene:
Johannes! Nicht sentimental, sondern mu­tig (unter dem Kreuz), hart, felsig! So auch wir Christen mutig im Glauben und – wie er – stark in der Liebe. (Nos au­tem credidimus caritati [Wir aber haben an die Liebe ge­glaubt (1 Joh 4,16)]) – Kein ‚Sta­cheldraht’-Christentum, son­dern frohes ‚Mittenchristentum’.“

Weiterlesen

VATICAN NEWS vom 18. Februar 2020 – D: Rolle von Pius XII. in NS-Zeit klären

Artikel von Hans-Karl Seeger
Am 2. März 2020 öffnet der Vatikan seine Archive aus der Zeit von Papst Pius XII. Dieser steht in der Kritik, im Zweiten Weltkrieg nicht klar genug gegen die NS-Verbrechen protestiert zu haben. Eine Podiumsdiskussion der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralrats der Juden ging am Montagabend der Frage nach, was von der Öffnung der Archive zu erwarten ist.
Link zum Artikel

Weiterlesen