Archiv für den Autor: Hans-Karl Seeger

Ergänzung zu „Verehrung – Ehrungen – Gemälde“

P. Dr. Siegfried Grän OFM wählte das von ihm am 14. Juli 1988 gemalte nebenstehende Bild für seine „Bausteine zur Predigt“ zum Christ-Königs-Fest 1988. Als Vorbild diente das Primizbild von Karl Leisner, passend zum Text über dessen Priesterweihe im KZ Dachau.

 

Kelch

 

Aus dem Totenbuch des Ordens

P. Siegfried Grän, geboren in Frankfurt (D. Limburg) am 9. Juni 1935, auf­gewachsen in Kirchhausen; Abitur in Bamberg, – Studium der Theo­logie und Priesterweihe in München 1959. Nach dem Promotionsstudium in Philosophie Lektor an unserer Ordenshochschule, dann zusätzlich Klerikerma­gister; nach der Auflösung unserer Ordenshochschule Religionsleh­rer (OStR) am Anger-Gymnasium in München; vielen bekannt durch seine Bildmeditationen, seine zahlreichen Kunstwerke und Vorträge; starb am 23. Juni 2008 abends nach dem Fest der Jubilare in Füssen im Alter von 73 Jahren. Er war ein großer Musikliebhaber und ein ausgezeichneter Organist, ein hochbegabter Mitbruder, dessen körperliche Gesundheit leider nicht mit der Kraft seines Geistes Schritt hielt.

Zum 220. Geburtstag von Wilhelm Achtermann

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Theodor Wilhelm Achtermann (* 15.8.1799 in Münster, † 26.5.1884 in Rom, beigesetzt ebd. am 28.5.1884 auf dem Campo Santo Teutonico) – Bildhauer – Zu seinen Haupt­werken zählen eine für den St.-Paulus-Dom in Münster vom dortigen Domkapitel in Auftrag gegebene Pieta[1] (1849) und eine Kreuzabnahme (1853/1854). Die Inspiration zu diesen Werken bekam er in Rom, wo er ab 1839 leb­te. Die beiden Kunstwerke wurden im Zweiten Weltkrieg durch schwere Bombenangriffe bei der Zerstörung des Domes stark beschädigt. Aufgefundene Reste der Skulpturen befinden sich in der Domkammer des Sankt Paulus Domes. Eine Kopie der Pieta steht heute in der unteren Kapelle des Nordturmes. Anläßlich der Einweihung der Originalskulptur am 22. August 1850 verlieh die Stadt Münster Wilhelm Achtermann die Ehrenbürgerschaft. Außer den beiden Marmorskulpturen befand sich ab 1833 bis zur Zerstörung des Domes dort auch Wilhelm Achtermanns Meisterstück aus seiner Zeit als Student am Gewerbe-Institut in Berlin. Er hatte dort nach den Plänen von Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) einen Bischofsstuhl aus Mahagoniholz gefertigt und ihn dem damaligen Bischof Caspar Max Droste zu Vischering (1770-1846) geschenkt.
[1] von pietà (ital.) = Frömmigkeit, Mitleid – Die Pieta, auch Vesper­bild genannt, ist in der bildenden Kunst die Darstellung Marias mit dem Leichnam Jesu Christi. Die Bezeichnung Vesperbild stammt von der Vorstellung, daß Maria ihren toten Sohn am Karfreitag zur Vesperzeit (18.00 Uhr) auf den Schoß nahm.

Quelle des Fotos: gemeinfrei

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Waldsanatorium Krailling gedachte Karl Leisners

Zwei Weihbischöfe aus der Diözese Münster bei der Gedenkfeier für den Seligen Karl Leisner im Waldsanatorium Planegg

Von Monika Kaiser-Haas

Vor 74 Jahren am 12. August 1945 starb der aus Kleve stammende Neupriester Karl Leisner im Waldsanatorium Planegg an den Folgen seiner fast sechsjährigen Haft im Konzentrationslager Dachau. Nach seiner Befreiung aus dem Lager am 4. Mai 1945 wurde Karl Leisner bis zu seinem Tod liebevoll von den Schwestern vom Orden der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul gepflegt. Bis heute haben die Schwestern das Sterbezimmer nahezu unverändert erhalten zur Erinnerung an das Leiden und Sterben des Seligen aus der Diözese Münster.

Auch in diesem Jahr wurde die Gedenkfeier am Todestag für den Seligen Karl Leisner im Waldsanatorium Planegg wieder unter der Leitung von Oberin Schwester Ephiphania und Schwester Raimunda vorbereitet. Weihbischof Rolf Lohmann aus Xanten und Weihbischof Wilfried Theising aus Vechta (Diözese Münster) reisten an.

Wie in jedem Jahr versammelten sich zahlreiche Besucher um 18 Uhr zur Statio an der Stele mit der Büste von Karl Leisner. Oberin Schwester Epiphania Böhm begrüßte die Anwesenden. Weihbischof Lohmann stellte sich in seiner Ansprache kurz vor und erläuterte seine Verbundenheit mit Karl Leisner und wies auf dessen Verbindungslinien hin, die von Kleve über Kevelaer, Xanten und Münster nach München, Dachau und Krailing reichen. Denn er fühlt sich Karl Leisner sehr verbunden. Bei seiner Weihe vor zwei Jahren zum Bischof, so in seiner Rede, hatte er Karl Leisner an seinem Bischofsstab abbilden lassen. Zum Abschluss der Statio beteten alle gemeinsam den Angelus. Danach ermunterte Weihbischof Lohmann die Gläubigen, während der Prozession zur Kirche möge jeder über seine persönliche Beziehung zum Seligen Karl Leisner nachdenken: „Was hat er mir heute zu sagen?“

Auch den Gottesdienst hatten die Schwestern wieder sehr gut vorbereitet. Vor dem Altar blickten wir wieder auf das bekannte Pulloverbild des Seligen. Das festliche Pontifikalamt begann um 19:45 Uhr in der voll besetzten Kirche des Waldsanatoriums. Es zelebrierten Weihbischof Lohmann, Konzelebranten waren Weihbischof Theising, der Redemptoristenpater Stöckel und der indische Pater Joseph Cheott. Die Liturgie wurde musikalisch begleitet von Ludwig Götz an der Orgel und Thomas Schaffert am Violoncello. Besonders erfreut war Weihbischof Lohmann darüber, dass Schwester Epiphania den Bischofsstab, den der französische Bischof Gabriel Piguet von Clermont bei der Priesterweihe von Karl Leisner im KZ Dachau vor 75 Jahren trug, aus dem Dachauer Karmel für den Gedenkgottesdienst ausgeliehen hatte. Der Bischofsstab für die Priesterweihe von Karl Leisner war von einem KZ-Häftling heimlich geschnitzt worden.

In seiner Predigt thematisierte Weihbischof Lohmann Rettung und Zuflucht in heutiger Zeit, geprägt von den vielen Flüchtlingen und Asylsuchenden auf der ganzen Welt. Auch Karl Leisner habe auf Rettung gehofft, in der Überzeugung: „Die Rettung kommt von Christus. Er ist für uns seinen Weg gegangen. Dadurch sind wir erlöst.“ Er fuhr fort: „Karl Leisner zeigt uns seinen Weg am Reich Gottes mitzuarbeiten. Mit Stärke, Mut, Liebe und Leidenschaft zu seinem Glauben ist er seinen Weg gegangen. Seine Passion, sein Gebet kann uns auch heute beflügeln. Seine Klarheit, seine Wahrheit, so wie er das Unrecht beim Namen genannt hat, so sollen auch wir Standpunkt beziehen, unsere Meinung äußern, ob sie gelegen oder ungelegen kommt.“ Der Weihbischof zitierte aus Leisners Tagebuch: „Ohne dich kann ich nichts, mit dir kann ich alles.“ „Christus, Du bist meine Leidenschaft!“ „Was sind das für Worte. Wir suchen den Weg zu Christus, zum Evangelium als Zeugen für unseren Glauben und auf die Fürsprache des Seligen Karl Leisner.“

Am Ende des Pontifikalamtes bedankte sich Weihbischof Lohmann bei allen Mitwirkenden für die Gestaltung der Gedenkfeier und freute sich über die zahlreichen Gäste. Als Vertreterin des Internationalen Karl-Leisner-Kreises (IKLK) begrüßte er die Vizepräsidentin Monika Kaiser-Haas aus Münster. Er lud die Anwesenden nach Xanten zum Festgottesdienst am 15. Dezember 2019 ein zu kommen aus Anlass der Priesterweihe von Karl Leisner vor 75 Jahren.

Schwester Epiphania bat alle Gäste zur Begegnung und zum traditionellen bayrischen Essen in den Speisesaal. Es gab wieder den köstlichen Leberkäse, Brezel, bayrischen Kartoffelsalat sowie Adelholzener Sprudel und Bier vom Kloster Andechs.

Die zweite Bürgermeisterin der Gemeinde Krailing Karin Wolf erläuterte bei der Begegnung im Anschluss an den Gottesdienst: „Der Sterbeort von Karl Leisner liegt in der Gemeinde Krailing bei Planegg.“ Der Name „Waldsanatorium Planegg“ sei dadurch entstanden, weil in Planegg der nächstgelegene Bahnhof lag. Sie besuchte die Gedenkfeier mit großer Freude und zeigte im Gespräch die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem IKLK.

Generaloberin Schwester Rosa Maria Dick, die Mutterhausoberin Schwester Adelinde und weitere Mitschwestern aus Adelholzen und München kamen zur Gedenkveranstaltung, ebenso die Schönstattschwestern Elinore Grimm, Referentin der KZ-Gedenkstätte Dachau, Schwester Maria Christin und zwei indische Krankenschwestern. Vom Seniorenheim kamen Heimleiterin Birgit Hettner und Pflegedienstleiterin Inge Zaus und einige Bewohner.

Die Weihbischöfe Lohmann und Theising erhielten bei ihren Gesprächen mit den Teilnehmern der Gedenkfeier viele positive Rückmeldungen. Sicherlich konnten sie viele Menschen bei der Gedenkfeier für den Seligen Karl Leisner begeistern.

 

Quelle der Fotos: Monika Kaiser-Haas

Quelle der folgenden Fotos: Eva und Rudolf Kaiser

Siehe auch Karl Leisners Sterbezimmer.

Otto Pies und Kardinal von Galen

Pater Dr. Johannes Otto Pies SJ (* 26.4.1901 in Arenberg, † 1.7.1960 in Mainz) – Eintritt in die Gesell­schaft Jesu in ’s-Heeren­berg/NL 14.4.1920 – Priester­weihe 27.8.1930 – Am 31.5.1941 wurde er wegen eines Protestes gegen die Klo­steraufhebungen verhaftet. Am 2.8.1941 brachte man ihn aus dem Ge­fängnis in Dresden ins KZ Dachau, wo er die Häftlings-Nr. 26832 be­kam. Dort war er eine der ganz großen Prie­sterge­stalten. Am 27.3.1945 wurde er ohne Angabe des Grundes und ohne Be­dingung entlassen.

Dr. theol. h. c. Kardinal Clemens August Graf von Galen (* 16.3.1878 auf Burg Dink­lage i. O., † an Blind­darmdurchbruch 22.3.1946 in Münster) – Priesterweihe 28.5.1904 in Münster – Bischofsweihe zum Bischof für das Bistum Mün­ster 28.10.1933 – Sein Leitspruch lautete „Nec laudibus nec timore (lat.) = Weder für Lob noch aus Furcht“ (will ich mich beeinflussen lassen). Die kir­chen­feindliche Politik der NSDAP verurteilte er öffent­lich und for­derte ein offensives Vor­gehen des Epi­skopats gegen das NS-Regime. 1941 hielt er drei Pre­digten, die sog. Brand­predigten, in denen er die Beschlag­nahme von Kir­chengut und die Euthana­siemaßnahmen der National­sozialisten anpran­gerte. Die Predigten wurden in Kopien in Deutschland ver­breitet und später auch von den Alli­ierten in Flug­blättern aus­zugsweise vervielfältigt. Am 18.2.1946 wurde er zum Kardinal ernannt und am 9.10.2005 in Rom se­ligge­sprochen.

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Zum 90. Geburtstag von Ernst Geerkens

Schönstattpriester Ernst Geerkens (* 10.8.1929 in Wachtendonk) – Eintritt ins Collegium Borromaeum in Münster 15.4.1951 – Priesterweihe 16.3.1957 in Münster – Kaplan in Xanten 1957–1960 – Kaplan in Kleve St. Mariä Empfängnis 1960–1966 – Kaplan in Münster St. Joseph 1966–1969 – Pfarrer in Materborn 1969–2002 – zusätzlich Rektoratsv­erwalter in Kleve (Reichswalde) Herz Jesu 1971–1973 – Leiter des Pfarrverbandes Kleve 1979 – Pfarrer em. in Kleve Propsteikirche St. Mariä Himmelfahrt 2002 – Von 2003–2017 lebte er als Emeritus im als Karl‑Leisner‑Begeg­nungs­stätte eingerichteten El­ternhaus von Karl Leisner in Kleve, Flandrische Str. 11.  Seit 2017 lebt er im Seniorenhaus Burg Ranzow in Materborn.

Ernst Geerkens am 28.2.2010 (95. Gebrutstag von Karl Leisner) in Kellen bei Karl Leisners Schwester Elisabeth Haas

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